Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist der Name Elisabeth Bublitz in Viersen untrennbar mit dem Gedanken an Nächstenliebe und tatkräftige Hilfe verbunden. Nun hat sie einen Second-Hand-Laden für die Rumänienhilfe eröffnet.
Von RS-Redakteurin Sabrina Köhler
Viersen – Aus einer tiefen persönlichen Überzeugung heraus hat Elisabeth Bublitz die Rumänienhilfe gegründet – ein Projekt, das Familien und insbesondere Kindern in einem Roma-Dorf im rumänischen Siebenbürgen neue Perspektiven eröffnet. Nun ist aus ihrem bekannten Flohmarktstand vor der Evangelischen Kreuzkirche ein fester Ort geworden: In der Hauptstraße 116 hat Bublitz einen eigenen Laden eröffnet, der den Namen „Dodo – Rumänienhilfe Viersen e. V.“ trägt.

Der Schritt vom Marktstand zum Laden bedeutet mehr als nur ein Dach über den gespendeten Second-Hand-Schätzen. Er ist Symbol für Beständigkeit, für wachsende Solidarität und für die Hoffnung, dass noch mehr Menschen sich zum Stöbern einladen lassen. Denn jeder Euro, der in dem kleinen Geschäft in Viersen ausgegeben wird, trägt dazu bei, die Lebensbedingungen von Kindern in Rumänien zu verbessern.
Die Rumänienhilfe ist dabei mehr als eine Hilfsorganisation. In Ocna Mureș, einer Stadt am Rande Siebenbürgens, ist sie für viele Familien ein Stück Zukunft. In einer stillgelegten Schule finden täglich Kinder Geborgenheit, Betreuung und Zuwendung. Dort wird gebastelt, gesungen, Theater gespielt – aber auch das kleine Einmaleins des Alltags vermittelt, von Hygiene bis Haushaltsführung. Für die Kinder ist es ein geschützter Ort, fast wie eine zweite Familie.
Neben diesem Kinderprojekt gibt es das sogenannte Brotprojekt. Es sichert Familien in der Region das tägliche Brot – buchstäblich. Viele Menschen gehen dafür kilometerweit, manche bis zu zehn Kilometer am Tag. Mit rund 500 Euro im Monat lässt sich dieses Vorhaben aufrechterhalten – eine vergleichsweise kleine Summe, die jedoch überlebenswichtig ist. Dass all dies möglich ist, liegt an der unermüdlichen Energie von Elisabeth Bublitz und den vielen Menschen, die sie seit Jahren unterstützen. Mehrfach im Jahr reist sie selbst nach Rumänien, um Projekte vor Ort zu begleiten und sicherzustellen, dass jede Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird.
Der neue Laden in der Hauptstraße ist damit nicht nur ein Ort zum Stöbern und Entdecken, sondern auch ein sichtbares Zeichen für Menschlichkeit. Geöffnet ist er von Dienstag bis Freitag zwischen 10 und 18 Uhr sowie samstags von 9 bis 14 Uhr. Wer hier einkauft, schenkt nicht nur Dingen ein zweites Leben, sondern vor allem Menschen in Rumänien eine Zukunft. (sk)





