Erinnerungen an die Dülkener Geschichte mit dem „Alten Waisenhaus“

Um 1830 entsteht durch einen Umbau am Dülkener Eligiusplatz, damals noch Lange Straße, das Alte Waisenhaus durch Johann Cornely.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen-Dülken/Sehenswürdigkeit Bis in das 19. Jahrhundert hinein zählt die Familie Cornely zu den bedeutendsten Unternehmern in Dülken. 1820 gründet der Unternehmer (1787 – 1868) mit Matthias Gierlings in Dülken eine Baumwollfabrik. Im Jahr 1833 stiftet er zusammen mit H. A. Kamp und Gierlings die höhere Schule im ehemaligen Kreuzherrenkloster. Zu dieser Zeit baut er ebenfalls sein Anwesen an der Lange Straße zu einem klassizistischen Wohnhaus um. Gustav August Cornely schenkt dann 1889 das Haus der kath. Kirchengemeinde St. Cornelius zur Einrichtung eines kath. Waisenhauses. Hier betrieben die Schwestern von der göttlichen Vorsehung aus Steyl das St. Josefs Waisenhaus bis zur Errichtung eines Neubaus 1912. Das Waisenhaus wurde in der folgenden Zeit zunächst als Wohnhaus genutzt, 1970 kaufte es die Stadt auf. 1978 – 1980 erfolgte ein umfangreicher Umbau durch den Architekten Heinz Döhmen für eine kulturelle Nutzung.

Bis heute ist der genaue Ursprung des Hauses unbekannt. Das Alte Waisenhaus setzt sich aus dem vorderen, ehemaligen Wohnhaus und einem annähernd ebenso großen Hofhaus sowie einem schmalen, seitlichen Verbindungstrakt zusammen. Bereits 1825 ist das Hinterhaus in den städtischen Plänen eingetragen, das Vorderhaus jedoch entspricht zu dieser Zeit nicht dem heutigen Umfang. Das Alte Waisenhaus ist eines der wenigen erhaltenen Patrizierhäuser im Ortskern und als Baudenkmal eingetragen. (nb)

Foto: Privatarchiv Karl Giesen