Folgen der Flutkatastrophe: KV Nordrhein unterstützt Praxen schnell und unbürokratisch

Nachdem das Wasser abgeflossen ist, zeichnet sich das volle Ausmaß der Flutkatastrophe erst nach und nach ab. In Nordrhein hat das Hochwasser viele Regionen besonders stark getroffen.

Region – Bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein ist man von den schlimmen Fernsehbildern geschockt gewesen und nimmt Anteil an der Trauer der Menschen, die Familienangehörige und Freunde verloren haben. „Es ist unbegreiflich, welches Leid die Flutkatastrophe bei vielen Menschen verursacht hat. Für uns hat nun die Aufrechterhaltung der ambulanten ärztlichen Versorgung oberste Priorität. Wir haben einen internen Krisenstab eingerichtet und alle niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Nordrhein kontaktiert, um uns ein Bild der Lage verschaffen zu können. Nun setzen wir auf möglichst schnelle und unbürokratische Hilfe für unsere von den Hochwasserschäden betroffenen Praxen. Die Bereitschaft, sich untereinander zu helfen, ist enorm groß – das fängt bei der kurzfristigen Patienten-Übernahme an und reicht bis zum Bereitstellen von Praxisräumen für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen“, sagt der Vorstandsvorsitzende der KV Nordrhein Dr. med. Frank Bergmann.

Nach aktuellem Stand sind insgesamt 80 Praxen in Nordrhein als Folge des Unwetters nicht mehr oder nur bedingt arbeitsfähig. Am schwersten betroffen ist der Bereich Aachen mit 30 Praxen – hier vor allem Stolberg und Eschweiler. Aber auch der Kreis Euskirchen (16 Praxen), der Rhein-Sieg-Kreis (13 Praxen), der Rheinisch-Bergische-Kreis (5 Praxen) und der Oberbergische Kreis (4 Praxen) haben stark unter den Wassermassen leiden müssen. In vielen Praxen gibt es weder fließendes Wasser noch Strom – außerdem wurden zum Teil das Inventar, medizinische Geräte, Medikamente, Impfstoffe und Akten zerstört bzw. unbrauchbar gemacht.

Die KV Nordrhein hat entsprechende Sofortmaßnahmen eingeleitet, um die betroffenen Praxen zu unterstützen – hier einige Beispiele:

• Kurzfristige Praxisverlegungen werden ohne den üblichen bürokratischen Aufwand ermöglicht und die KV Nordrhein unterstützt Praxen bei der Suche nach Übergangsräumlichkeiten.
• Abschlagszahlungen für die Praxen werden auch weiterhin gezahlt, damit es auf keinen Fall zu Liquiditätsproblemen kommt.
• Die Hilfsbedarfe können von den Praxen direkt an die KV Nordrhein gemeldet werden – z.B. für das unkomplizierte Verschreiben oder Nachordern von Medikamenten oder Impfstoffen stimmt die KVNO Ausnahmeregelungen direkt mit den Krankenkassen ab.
• Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die sich um die Akutversorgung von Opfern der Flutkatastrophe kümmern, sollen unabhängig vom Praxissitz abrechnen können.

Der KV Nordrhein ist außerdem daran gelegen, dass diejenigen, die nach der Flutkatastrophe eine psychotherapeutische Behandlung benötigen, diese auch so zeitnah wie möglich bekommen. Eine gezielte Vermittlung ist zurzeit noch in Vorbereitung und wird über die 116 117 möglich sein. Darüber können sich Patientinnen und Patienten voraussichtlich ab morgen auch über eine Vertretungspraxis informieren, wenn die eigene Stammpraxis aufgrund von Hochwasserschäden geschlossen oder nicht erreichbar ist. (opm/paz)