Dülkener Gartenwelt begeisterte zum Saisonauftakt

Bei frühlingshaftem Wetter und großem Besucherandrang ist die Dülkener Gartenwelt am 1. Mai erfolgreich in ihre 16. Saison gestartet. Auf dem Eligiusplatz und der unteren Langen Straße präsentierten rund 30 Ausstellende ein vielfältiges Angebot rund um Garten, Balkon und Natur. Erstmals stand die traditionsreiche Veranstaltung unter der Leitung von Bettina Brouwers und Susanne Polzin, die sie gemeinsam mit dem städtischen Citymanagement organisierten und damit für einen reibungslosen Fortgang des beliebten Marktes sorgten.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz und Leo Dillikrath

Viersen-Dülken – Gestern verwandelten sich der Eligiusplatz und die untere Lange Straße erneut in ein farbenfrohes Mosaik aus Natur, Handwerk und Begegnung. Über sieben Stunden hinweg strömten Besucherinnen und Besucher in die Dülkener Innenstadt, die sich in ihrer 16. Auflage neu präsentierte; erstmals unter der Leitung von Bettina Brouwers und Susanne Polzin. Was hätte ein Prüfstein sein können, wurde stattdessen zu einem fließenden Übergang: Die Veranstaltung wirkte vertraut und doch erfrischend anders, wie ein Garten, der über den Winter gewachsen ist.

„Ich komme jedes Jahr hierher, aber diesmal hat es sich irgendwie noch lebendiger angefühlt. Man merkt, dass viel Herzblut in der Organisation steckt. Und ich habe tatsächlich Pflanzen gefunden, die ich sonst nirgends bekomme“, so Helmut aus Brüggen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

Schon am späten Vormittag und bei strahlendem Sonnenschein schoben sich die Menschen dicht an dicht über den Platz, blieben stehen, kamen ins Gespräch, lachten. Die neue Organisationsleitung hatte offenbar den richtigen Ton getroffen. Ein paar Schritte weiter ließ sich die besondere Atmosphäre beinahe greifen. Am Stand des Blumenhauses Winterhoff-Neikes hatten Besucher Platz genommen, mitten auf sorgfältig ausgerolltem Rasen, eingerahmt von Stauden, Bäumen und verspielter Dekoration. Zwischen zarten Blüten in Rosa und Weiß blitzten grellbunte Gartenzwerge hervor, während Jutehühner als Türstopper so manchen Betrachter zum Schmunzeln brachten.

Nur wenige Meter entfernt zog es andere Besucher zu kunstvoll gestalteten Dekoständen. Keramikhühner auf Stangen reckten ihre Köpfe in den Himmel, während daneben Körbe und Kisten mit Pflanzen gefüllt wurden. Dass die Veranstaltung nahtlos an ihre lange Tradition anknüpfen konnte, war auch für ihren ehemaligen Organisator ein besonderer Moment. Thomas Kohlhaas, der die Gartenwelt über viele Jahre geprägt hatte, schlenderte diesmal entspannt als Besucher über den Platz.

„Was mir besonders gefällt, ist diese Mischung: Man kann stöbern, sich beraten lassen und trifft dabei ständig Leute, mit denen man ins Gespräch kommt. Das ist mehr als nur ein Markt, das ist ein Treffpunkt“, so Michaela S., die mit ihrer Freundin nach Dülken gekommen war.

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

Auch Floristik Link-Meuser von der Dülkener Karlstraße gehörte zu den Ausstellenden der Gartenwelt und nutzte die Gelegenheit, sich einem breiten Publikum zu präsentieren. Das traditionsreiche Unternehmen blickt auf eine lange Geschichte zurück: Ursprünglich 1957 als Gärtnerei gegründet, entwickelte sich der Betrieb über Jahrzehnte stetig weiter und wuchs kontinuierlich in seiner Ausrichtung und Größe. Dabei wurde besonderer Wert auf eine gleichbleibend hohe Qualität gelegt, die durch langjährige Erfahrung sowie den gezielten Einsatz technischer Neuerungen in der Produktion ergänzt wird; auch mit Blick auf nachhaltigere und umweltschonendere Arbeitsweisen.

Seit 2002 bildet das Unternehmen Floristinnen und Floristen aus und hat bereits zahlreiche Nachwuchskräfte erfolgreich bis zur Prüfung begleitet. Ein wichtiger Einschnitt folgte im Jahr 2015, als sich der Floristikbereich unter der Leitung von Sabrina Meeger organisatorisch von der Gärtnerei trennte und seither als eigenständiger Betrieb unter dem Namen Floristik Link-Meuser firmiert. Seit 2017 trägt das Unternehmen zudem offiziell den Titel Meisterbetrieb und steht damit für fachliche Kontinuität und handwerkliche Qualität in der Floristikszene Dülkens.

Die Vielfalt des Angebots ließ kaum Wünsche offen. Pflanzenliebhaber fanden ebenso ihr Glück wie Freunde handgefertigter Unikate. Alte Tomatensorten, essbare Gehölze und seltene Obstbäume sorgten für Staunen. Neben floralen Highlights spielte auch das Thema Nachhaltigkeit eine sichtbare Rolle. Erstmals waren Vertreter des Naturgartens und der NABU-Regionalgruppe vor Ort und gaben Einblicke in ökologische Zusammenhänge. Besucher erfuhren etwa, wie eng bestimmte Pflanzen und Insekten voneinander abhängen. Gleichzeitig zeigte sich die Gartenwelt auch experimentierfreudig. Naturbasierte Reinigungsmittel und handgesiedete Seifen fanden ebenso Interesse wie ätherische Öle, deren Duft sich sanft über den Platz legte. Es war ein Markt der Sinne: visuell, olfaktorisch, kulinarisch.

Denn auch für das leibliche Wohl war gesorgt. Zwischen Grillständen, herzhaften Pfannengerichten und süßen Versuchungen herrschte reger Betrieb. Besonders gefragt: die Kuchen, gebacken von lokalen Vereinen, verkauft für den guten Zweck. Sogar Bürgermeister Christoph Hopp ließ es sich nicht nehmen, selbst zur Schürze zu greifen und hinter dem Verkaufstresen mit anzupacken. Wer sich zwischendurch eine Auszeit vom Markttreiben gönnen wollte, konnte an einem geführten Rundgang durch Dülken teilnehmen. Ramona Vahle-Bonsels und ihre Tochter Clara nahmen Interessierte mit auf eine kleine Reise durch die Geschichte und Besonderheiten des Ortes. Die Dülkener Gartenwelt hat sich nicht neu erfunden, sondern weiterentwickelt … behutsam, lebendig, gemeinschaftlich. (cs)

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath