Manchmal sind es nur wenige Minuten, die über Hoffnung und Zukunft entscheiden können. Unter dem Motto „Fünf Minuten können ein Leben verändern“ haben am Samstag zahlreiche Menschen in Boisheim ein beeindruckendes Zeichen der Solidarität gesetzt.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz und Martin Häming
Viersen-Boisheim – Bei einer Registrierungsaktion für Stammzellspender, organisiert vom Löschzug Boisheim in Zusammenarbeit mit der DKMS Deutschland, ließen sich innerhalb von fünf Stunden rund 190 Bürgerinnen und Bürger als potenzielle Stammzellspender registrieren.
Anlass der Aktion war die dringende Suche nach einem passenden Spender für den 15-jährigen Marc, der auf eine lebensrettende Stammzellspende angewiesen ist. Hierzu öffnete die Feuerwehr Boisheim ihre Türen für alle, die helfen wollten – und die Resonanz übertraf die Erwartungen der Organisatoren deutlich.

Schon am Vormittag füllten sich die Räume der Feuerwehr mit Menschen jeden Alters. Viele kamen gezielt, um sich registrieren zu lassen; andere entschieden sich spontan zur Teilnahme. Die Registrierung selbst dauerte nur wenige Minuten: Ein kurzer Fragebogen und ein einfacher Wangenabstrich genügten, um sich in die internationale Spenderdatei aufnehmen zu lassen.
„Die Bereitschaft zu helfen war überwältigend“, heißt es aus dem Kreis der Organisatoren. Insgesamt 190 neue Registrierungen wurden am Ende des Tages gezählt – jede einzelne davon eine mögliche Chance auf Leben für Patientinnen und Patienten weltweit.
Die Aktion wurde von zahlreichen Boisheimer Vereinen, Organisationen und Unternehmen gemeinsam getragen. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sorgten nicht nur für einen reibungslosen Ablauf der Registrierung, sondern auch für eine einladende Atmosphäre.
Für das leibliche Wohl der Besucher war ebenfalls bestens gesorgt: Speisen und Getränke wurden gegen eine Spende angeboten. Darüber hinaus stellte die Karnevalsgesellschaft Ki Ka Kai a eine große Auswahl an Karnevalsorden zur Verfügung, die ebenfalls gegen Spenden mitgenommen werden konnten.
Das Engagement zahlte sich auch finanziell aus. Insgesamt kamen 2.300 Euro an Spenden zusammen, die vollständig an die DKMS Deutschland übergeben werden, um die Arbeit der Organisation und weitere Registrierungen zu unterstützen.
Besonders hervorgehoben wurde die Unterstützung zahlreicher Vereine und Partner aus der Region. Zu den Mitwirkenden gehörten unter anderem der Bürgerverein Boisheim, die Karnevalsgesellschaft Ki Ka Kai a, der TV Boisheim, der TSV Boisheim, der St. Martinsverein, die St. Petri-Schützenbruderschaft sowie die St. Udalricus-Bruderschaft Dülken-Busch. Auch Einsatzkräfte und Unterstützer aus den Feuerwehren Viersen und Nettetal beteiligten sich ebenso wie lokale Unternehmen, darunter RFM Montagetechnik von René Flechtner und die Firma Esch aus Nettetal.

Die Organisatoren betonen, dass der Erfolg der Aktion vor allem dem gemeinschaftlichen Einsatz vieler Beteiligter zu verdanken sei. Sollte jemand in der Aufzählung der Unterstützer nicht genannt worden sein, geschehe dies keinesfalls aus Absicht. „Wir sind emotional sehr bewegt und unglaublich stolz auf das, was hier heute gemeinsam erreicht wurde“, heißt es aus den Reihen des Löschzugs Boisheim.
Auch nach dem erfolgreichen Aktionstag besteht weiterhin die Möglichkeit, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. Interessierte können dies bequem von zu Hause aus über eine Online-Aktion der DKMS Deutschland tun, bei der ein Registrierungsset per Post zugeschickt wird.
Die Aktion in Boisheim hat eindrucksvoll gezeigt, wie stark der Zusammenhalt in einer Dorfgemeinschaft sein kann. Vereine, Organisationen, Nachbarn und Helfer haben gemeinsam ein klares Signal gesendet: Wenn ein Mensch Hilfe braucht, steht die Gemeinschaft zusammen.
Für Marc – und für viele andere Betroffene – bedeutet jeder neue Eintrag in der Spenderdatei vor allem eines: neue Hoffnung.
Und manchmal reichen tatsächlich nur fünf Minuten, um vielleicht ein Leben zu retten. (cs)





