Gericht verurteilt Viersener Tanzlehrer wegen sexuellen Missbrauchs

Im Fall Michael B. kam es heute Morgen unerwartet bereits zu einer Urteilsverkündung. Nachdem der bekannte Viersener Tanzlehrer bereits am ersten Verhandlungstag gestanden hat, muss er nun wegen sexuellen Missbrauchs für zwei Jahre und vier Monate ins Gefängnis.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen – Eine Bewährung wird es im Fall Michael B. nicht geben, der Richter sprach den Tanzlehrer heute schuldig. Zwei Jahre und vier Monate Gefängnis entschied das Jugendschöffengericht wegen sexuellen Missbrauchs.

Verspätet und mit gesenktem Kopf betrat Michael B. um 09:01 Uhr den Gerichtssaal. An diesem Morgen äußerten sich die Nebenklägerin und ihr Anwalt Markus Kluck über ein möglicherweise vorliegendes Über- und Unterordnungsverhältnis. Der ehemalige Tanzlehrer habe einen pädagogischen Einfluss auf seine Schülerinnen gehabt. Er sei für deren geistige und sittliche Entwicklung mitverantwortlich gewesen. Die Nebenklägerin war Mitglied einer Mannschaft und Tanzformation, hatte viele Jahre in der Tanzschule verbracht.

Foto: Rheinischer Spiegel

Durch ihr Engagement bestand ein Vertrauensverhältnis zum Beschuldigten. Dadurch, dass die Tanzschule oft in der Freizeit besucht wurde könne man hier von einem Abhängigkeitsverhältnis zwischen dem Tanzlehrer und seinen Schülerinnen ausgehen. Michael B. befindet sich in psychotherapeutischer Behandlung. Auch wenn eine Vielzahl von Sexualstraftaten vorliege, gebe es keine Anhaltspunkte für pädophile Neigungen außerhalb der Tanzschule. Aus Mangel an Gründen lehnte das Gericht deshalb einen Antrag auf weitere Untersuchungen ab. Ebenso sei B. seither straffrei und habe die Tanzschule aufgegeben. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit sagte die Nebenklägerin dann erneut aus.

Foto: Rheinischer Spiegel

Die herabwürdigenden Sprüche von Michael B. sollen bei der inzwischen achtzehnjährigen Geschädigten für eine Essstörung gesorgt haben. Nachdem auch ihr Vater und eine beauftragte Gutachterin, die die Glaubwürdigkeit des Opfers prüfen sollte, ausgesagt hatten, schloss Richter Dr. Christoph Ohrmann die Beweisaufnahme und zog sich mit der Kammer zur Beratung zurück.

Früher als zunächst erwartet, wurde der 38-Jährige wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen und des Besitzes kinderpornografischer Schriften zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt. Das verhältnismäßig eher gering ausfallende Strafmaß sei gerechtfertigt, da sich der Beschuldigte weitgehend geständig auf die Vorwürfe eingelassen habe, nicht vorbestraft sei, sich seit der letztbekannten Tat straffrei geführt und für einen Täter-Opfer-Ausgleich bereit erklärt habe. (dt)

Foto: Rheinischer Spiegel

8 Kommentare

  1. 2 Jahre und 4 Monate für nahezu 40 (!) STRAFTATEN der schlimmsten Art.

    Traumatisierte Kinder, die das Erlebte zeitlebens nicht mehr loswerden.

    Das Gericht spricht bei einer Tat von einem „minder schweren Fall“ —— sowas gibt’s nicht…….., nicht wenn Menschen zu Schaden kommen.

    Manche Kleinkriminelle, die „nur“ materiellen Schaden angerichtet haben, sei es Autodiebstahl, Geldautomatensprengung, Einbrüche etc., sind zu weitaus längeren Haftstrafen verurteilt worden.

    Wo liegen da bei den verantwortlichen Juristen die Prioritäten?
    Ist ein, Verzeihung, versautes Leben weniger wertvoll als irgendein Gegenstand?????

    Zu diesem Urteil kann sich jeder sein eigenes Bild machen, eigene Gedankenspiele durchführen, zu sagen bleibt hier nur ein ekliges „PFUI“ !!!!!

      1. Wo kämen wir denn auch hin, wenn die U-Haft Zeit nicht zählen würde? Auch Täter haben Rechte und das ist gut so. Straffälligkeit macht sie nicht zu Objekte von Willkür.

  2. Zitat
    „Das verhältnismäßig eher gering ausfallende Strafmaß sei gerechtfertigt, da sich der Beschuldigte weitgehend geständig auf
    die Vorwürfe eingelassen habe, nicht vorbestraft sei, sich seit der letztbekannten Tat straffrei geführt und für einen Täter-Opfer-Ausgleich bereit erklärt habe.“

    Dumm ist, wer glaubt, dass Worte Geschehenes ungeschehen machen.

    DUMME RICHTER

      1. Einen straffälligen Erwachsenen, volljährigen (38) Menschen dieser Kolör, nach Jugendstrafrecht mit einem solch geringen Strafmaß zu verurteilen, ist ein Hohn und ein Schlag ins Gesicht der Opfer.

        Sicher haben auch Täter Rechte, doch es darf nicht mit zweierlei Maß geurteilt werden.
        Wenn Sachwerte über das leibliche und seelische Wohl gestellt werden, habe ich kein Verständnis.
        Eine Verhandlung nach StGB wäre definitiv gerechter gewesen. Hier wären dann wohl ein Strafmaß von mindestens 5, maximal bis zu 10 Jahren Haft, ausgesprochen worden.

        Dies wäre angemessen und gerecht.
        AUCH OPFER HABEN RECHTE !!!
        Vor allem Recht auf Sühne…….

  3. Meine Meinung und ich weiß wovon ich rede.Die Haft hilft den Opfern kaum.Jeder der einen Menschen in seiner Persönlichkeit so schadet,müßte als Strafmaß als erstes seinem Opfer Auge in Auge um Entschuldigung bitten müssen und dadurch klarmachen ,das das Opfer keine Schuld hat,danach erst müßte das weitere Strafmaß,Haft,Täter-Opferausgleich,Therapie festgelegt werden.Das alleine würde Opfern helfen in der Zukunft.Einem Täter ist das zuzumuten,er selber bekommt vielleicht dadurch eine Chance für seine Zukunft.Das Anonyme führt zu neuen Tätern.

    1. Zitat
      „Die Haft hilft den Opfern kaum.“
      Zitat Ende
      Soll hoffentlich nicht heißen, dass die Täter straffrei davon kommen sollen.
      Ansonsten finde ich ihre, nennen wir es mal „Konfrontations-Strategie“ gar nicht so uninteressant.

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