Der Rathauspark in Osterath hat sich am Maifeiertag einmal mehr als lebendiger Mittelpunkt des Stadtteillebens erwiesen: Zur 30. Ausgabe des traditionsreichen Parkfests strömten mehrere Tausend Besucher auf das Gelände, das gleichermaßen Bühne für Musik, Begegnung und kommunalpolitische Perspektiven war.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker
Düsseldorf/Meerbusch-Osterath – Schon am Vormittag setzte sich der vertraute Rhythmus des Festes in Gang. Unter blauem Himmel und bei frühsommerlichen Temperaturen eröffnete der Heimat- und Schützenbund Osterath die Veranstaltung mit dem Aufhängen des Maikranzes am Schützenbaum. Kaum war der Kranz befestigt, füllten sich die Wege zwischen Bierbänken, Buden und Pavillon. Der Duft von Gegrilltem lag in der Luft, während sich vor den Getränkeständen rasch Schlangen bildeten.

Das Parkfest, das sich über die Jahre zu einer festen Größe im Veranstaltungskalender entwickelt hat, zeigte auch in seiner Jubiläumsausgabe jene Mischung aus Verlässlichkeit und Wandel, die seine Anziehungskraft ausmacht. Zahlreiche Vereine, Initiativen und lokale Gruppen präsentierten sich mit Informationsständen, Mitmachaktionen und kulinarischen Angeboten. Neben etablierten Akteuren nutzten auch neue Zusammenschlüsse die Gelegenheit, sich einem breiten Publikum vorzustellen. Für viele Besucher war das Fest dabei weniger eine gezielte Veranstaltung als vielmehr ein sozialer Treffpunkt. Man komme „wie selbstverständlich“, sagte ein Familienvater, der mit mehreren Generationen angereist war und auf bekannte Gesichter traf.
Parallel zum bunten Treiben rückte jedoch ein Thema in den Fokus, das über den Tag hinausweist: die geplante Neugestaltung des Rathausparks. Am Stand der Stadt Meerbusch informierten Mitarbeiter über die konkreten Umbaupläne, die bereits im Sommer beginnen sollen. In den vergangenen Jahren seien zahlreiche Anregungen aus der Bürgerschaft gesammelt worden, hieß es, wobei insbesondere Kinder und Familien ihre Vorstellungen eingebracht hätten.

Die Entwürfe sehen eine umfassende Modernisierung vor. Geplant sind neue Aufenthaltsbereiche mit verbesserter Aufenthaltsqualität, ein zeitgemäß gestalteter Spielplatz sowie eine naturnahe Umgestaltung des Teichs, die ökologische Aspekte stärker berücksichtigen soll. Ergänzt wird das Konzept durch eine sogenannte Sportbox, über die künftig kostenlos Sport- und Spielgeräte ausgeliehen werden können.
Auch im Hintergrund steht eine Erneuerung an: Die in die Jahre gekommene Infrastruktur des Parks soll grundlegend modernisiert werden. Strom- und Wasserleitungen werden ersetzt, feste Anschlüsse eingerichtet und Flächen so vorbereitet, dass sie etwa von Foodtrucks oder mobilen Anbietern unkompliziert genutzt werden können. Die Planungen lassen erkennen, dass der Park nicht nur als Grünfläche, sondern als multifunktionaler Veranstaltungs- und Begegnungsraum gedacht wird.
Am Nachmittag verlagerte sich der Schwerpunkt des Geschehens unübersehbar in Richtung Pavillon, der sich mehr und mehr zum akustischen Zentrum des Parks entwickelte. Was am Vormittag noch von verstreuten Gesprächen, Kinderlachen und dem Klirren von Gläsern geprägt gewesen war, bündelte sich nun in gespannter Erwartung. Unter dem Titel „Rock im Pavillon“ übernahmen Jürgen Möller und die Formation AMB das Kommando über das Programm.

Die Band trat, urlaubsbedingt, in reduzierter Besetzung an, was der Wirkung jedoch keinen Abbruch tat. Im Gegenteil: Gerade die konzentrierte Formation verlieh dem Auftritt eine unmittelbare, beinahe rohe Präsenz. An der Gitarre und am Mikrofon agierte Udo Hodenius mit markanter Stimme und sichtbarer Spielfreude, während Wolfgang Hommers am Schlagzeug den Rhythmus mit präziser Wucht vorgab. Im Zentrum stand Jürgen Möller, dessen Gesang zwischen rauer Direktheit und eingängigen Melodielinien changierte und die Stücke zusammenhielt.
Schon mit den ersten Takten zog es die Besucher näher. Aus locker verteilten Zuhörern wurde rasch ein dichtes Publikum, das mitwippte, klatschte und einzelne Refrains mitsang. Die Setlist spannte dabei einen weiten Bogen: Titel wie „Keine Zeit“ und „Mit 18“ trafen mit ihren vertrauten Motiven auf ein Publikum, das hörbar Freude an der Wiedererkennung hatte, während mit „Walking by myself“ und „Saturday Night“ auch internationale Rock- und Blues-Anklänge Einzug hielten. Spätestens bei „Alkohol“ und „Sexy“ war die Distanz zwischen Band und Zuhörern endgültig aufgehoben.
Der Auftritt in Osterath war dabei keineswegs ein isoliertes Ereignis, sondern Teil eines dichten musikalischen Wochenendes. Bereits am Vorabend hatte AMB in vollständiger Besetzung beim „Rockbüffet in den Mai“ im Haus Bresges in Mönchengladbach gespielt und dort das Publikum mit ihrem Sound begeistert. (nb)





