Die Gründung des neuen Vereins „Niederkrüchten hilft – Schutzsuchenden und Bedürftigen“ hat am Donnerstagabend in der Gaststätte Tenne für große Resonanz gesorgt.
Niederkrüchten – Innerhalb kurzer Zeit füllte sich der Saal, mehr als 50 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung gefolgt – deutlich mehr, als die Initiatoren im Vorfeld erwartet hatten. Die Beteiligung machte früh deutlich: Der Wunsch nach organisiertem, verlässlichem Engagement ist in Niederkrüchten groß.
Unter den Gästen befand sich auch Bürgermeister Thomas Ricker, der für viele Anwesende als Überraschungsgast zur Gründungsversammlung erschien. Ebenfalls anwesend waren die stellvertretende Bürgermeisterin Bianca Exner sowie Peter Witte, Vorsitzender der Kolpingfamilie Elmpt. Neben zahlreichen bekannten Gesichtern aus dem Ehrenamt nahmen auch viele Bürgerinnen und Bürger teil, die sich erstmals über die Ziele und Arbeitsweise des neuen Vereins informierten.
Ein zentrales Signal setzte der Verein bereits zu Beginn der Versammlung. Obwohl für die formale Gründung lediglich sieben Gründungsmitglieder erforderlich gewesen wären, erhielten alle Anwesenden die Möglichkeit, sich aktiv als Gründungsmitglied einzubringen. 28 Personen entschieden sich dafür. Damit wollte der Verein von Anfang an deutlich machen, dass Transparenz, Offenheit und Mitbestimmung nicht nur Schlagworte, sondern gelebte Praxis sein sollen. Zu den ersten Gründungsmitgliedern zählte auch Stephan Winterscheidt, vielen in der Region als „Winny“ bekannt, der am Sonntag dem 25. Januar in Brempt zum Schützen-Kaiser gekürt wird.
Die Versammlung wurde von Robert van Beek vom Neukirchener Erziehungsverein eröffnet. Er hob in seiner Einführung die besondere Bedeutung von Vereinen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt hervor und leitete die Sitzung bis zur Wahl der ersten Vorsitzenden.
Diese Aufgabe übernimmt künftig Ulrike Schneider-Rox, die nach ihrer Wahl die Versammlung fortführte. In ihrem Beitrag stellte sie die Ziele des neuen Vereins vor und machte deutlich, dass die bereits bestehende Arbeit der Flüchtlingshilfe unter dem neuen Dach von „Niederkrüchten hilft“ strukturiert und langfristig abgesichert weitergeführt wird.
Der Verein arbeitet derzeit mit rund 15 aktiven Ehrenamtlichen. Zu den bestehenden Angeboten zählen regelmäßige Sprachkurse, Unterstützung bei Anträgen und Behördenpost sowie eine Fahrradwerkstatt, in der gespendete Räder repariert und weitergegeben werden. Ergänzt wurde das Engagement in der Vergangenheit durch Workshops zur Existenzgründung in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und dem Kreis Viersen sowie zur Schuldnerberatung gemeinsam mit der Caritas. Auch bei kommunalen Veranstaltungen wie dem Kinderfest der Gemeinde oder dem Adventsbasar am Altenheim war das Team aktiv beteiligt.
Für das Jahr 2026 plant „Niederkrüchten hilft“ den Ausbau seines Angebots. Vorgesehen sind unter anderem Fahrrad-Sicherheitstrainings, Angebote zur Gesundheits- und Zahnpflegeerziehung, Selbstbehauptungskurse für Frauen, digitale Informationsangebote rund um das Smartphone sowie das Projekt „Kochen über den Tellerrand“, das bereits erfolgreich gestartet ist. Darüber hinaus möchte der Verein örtliche Vereine bei Festen mit Kinderaktionen unterstützen und ein Sommerfest für die gesamte Bevölkerung organisieren.
Im weiteren Verlauf des Abends wählte die Versammlung den Vorstand. Neben der ersten Vorsitzenden Ulrike Schneider-Rox wurde Ugur Erol zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Dirk Ulrich übernimmt das Amt des Kassenwarts, Gaby Coenen wurde zur Schriftführerin bestimmt. Als Beisitzerinnen und Beisitzer fungieren Claudia Rothe, Bernd Coenen und Johanna Kühnen-Jansen.
Satzung, Geschäfts-, Finanz- und Beitragsordnung wurden ebenso verabschiedet wie die Wahl der Kassenprüfer. Zudem beschloss die Versammlung, den Verein ins Vereinsregister eintragen zu lassen und die Anerkennung der Gemeinnützigkeit beim Finanzamt zu beantragen. Damit sollen künftig auch Spenden und Fördermittel gezielt für die Vereinsarbeit eingesetzt werden.
Bürgermeister Thomas Ricker gratulierte dem neu gegründeten Verein und betonte die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements für die Gemeinde. Er freue sich auf die weitere Zusammenarbeit und würdigte den breiten Rückhalt aus der Bürgerschaft.
Am Ende der Veranstaltung überwog ein gemeinsames Fazit: Die große Beteiligung bestätigte, wie wichtig organisierte Hilfe und gesellschaftlicher Zusammenhalt in Niederkrüchten sind. „Niederkrüchten hilft“ versteht sich als offener Verein und lädt alle ein, die sich mit Zeit, Ideen oder Tatkraft für ein menschliches Miteinander engagieren möchten.
Für Anfragen, weitere Informationen oder Interesse an einer Mitarbeit steht bis zum Abschluss der formalen Eintragungen vorläufig der zweite Vorsitzende Ugur Erol als Ansprechpartner zur Verfügung. Er ist per E-Mail unter ugur@erol.de erreichbar. Nach Eintragung des Vereins, Anerkennung der Gemeinnützigkeit und dem Aufbau einer eigenen Homepage sowie eines offiziellen Social-Media-Auftritts wird der Verein über eigene Kanäle informieren. (opm)





