Das SHK-Handwerk im Kreis Viersen begrüßt den technologieoffenen Kurs beim neuen Gebäudemodernisierungsgesetz.
Kreis Viersen – Die SHK-Innung Kreis Viersen bewertet die jüngst vorgestellten Eckpunkte zum neuen Gebäudemodernisierungsgesetz als wichtigen Schritt hin zu mehr Praxisnähe und Planungssicherheit in der Wärmepolitik. Die vorgesehene Abschaffung der bisherigen 65-Prozent-Vorgabe für erneuerbare Energien sowie die stärkere Technologieoffenheit werden vom regionalen Handwerk grundsätzlich begrüßt.
„Das Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk steht klar zu den Klimazielen Deutschlands. Aber Klimaschutz muss umsetzbar, wirtschaftlich tragfähig und für Eigentümer nachvollziehbar sein“, erklärt Obermeister Michael Smeets. Gerade im Gebäudebestand im Kreis Viersen zeige sich, dass pauschale Vorgaben oft an der baulichen Realität vorbeigingen. Unterschiedliche Gebäudetypen, technische Voraussetzungen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen erforderten flexible Lösungen.
Nach den nun vorliegenden Eckpunkten soll künftig ein technologieoffener Ansatz gelten. Eigentümer sollen selbst entscheiden können, welche Heizungsart für ihr Gebäude sinnvoll ist. Neben Wärmepumpen und Fernwärme bleiben auch hybride Systeme sowie Gas- und Ölheizungen zulässig – allerdings mit einem wachsenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe. Für die Innung ist dies ein realistischer Übergangspfad.
„Nicht jedes Bestandsgebäude lässt sich sofort vollständig auf eine Wärmepumpe umstellen. Entscheidend ist, dass wir die CO₂-Reduktion kontinuierlich voranbringen, ohne Eigentümer zu überfordern“, so Geschäftsführer Thomas Gütgens. Die Betriebe vor Ort berieten ihre Kundinnen und Kunden bereits heute technologieoffen und individuell. „Viele Eigentümer entscheiden sich schon jetzt freiwillig für moderne Wärmepumpen oder hybride Lösungen“, fügt Gütgens hinzu.
Positiv bewertet die SHK-Innung zudem, dass die Bundesförderung für effiziente Gebäude bis mindestens 2029 fortgeführt wird, wie jetzt zugesagt wurde. Verlässliche Förderbedingungen seien eine zentrale Voraussetzung dafür, dass Investitionen tatsächlich ausgelöst werden. In den vergangenen Jahren hätten häufige gesetzliche Änderungen und Unsicherheiten zu Zurückhaltung bei Modernisierungsentscheidungen geführt.
Auch die geplanten Vereinfachungen bei der kommunalen Wärmeplanung werden im Kreis Viersen als sinnvoll angesehen. Gerade kleinere Kommunen benötigten pragmatische Instrumente, um zügig Klarheit über künftige Versorgungsstrukturen zu schaffen. Für Handwerksbetriebe und Eigentümer sei Planungssicherheit entscheidend.
Unterm Strich sieht die SHK-Innung Kreis Viersen im neuen Kurs die Chance, Klimaschutz mit wirtschaftlicher Vernunft zu verbinden. „Das SHK-Handwerk ist die Schlüsselbranche der Wärmewende. Unsere Betriebe setzen die Energiewende konkret im Heizungskeller um. Klimaschutz gelingt nur gemeinsam mit dem Handwerk. Mit realistischen Vorgaben, stabilen Rahmenbedingungen und Vertrauen in die fachliche Kompetenz vor Ort“, so Smeets und Gütgens abschließend. (opm)




