„Im Handwerk erschaffen wir Dinge“ – 36 Metallbauer aus der Region erhielten ihre Gesellenbriefe

Aus der Hand von Klaus Caris, Obermeister der Metall-Innung Niederrhein, erhielten jetzt 36 Metallbauhandwerker ihren Gesellenbrief. Mit Paula Düllmann war darunter eine junge Frau – sie wurde Jahresbeste.

Niederrhein – Die Freude darüber, dass es nach zwei Jahren der Abstinenz wieder eine Lossprechung im Rahmen einer Feierstunde gab, war nicht nur Klaus Caris, dem Obermeister der Metall-Innung Niederrhein, anzusehen. Im großen Saal der Willicher Gaststätte Schmitz-Mönk waren die neuen Metallbauer-Gesellen genauso froh. Klaus Caris ließ die dreieinhalb Ausbildungsjahre nochmals Revue passieren. In dieser Zeit wurde im schulischen Teil der Ausbildung der wöchentliche Unterricht auf den Blockunterricht umgestellt. Hinzu kam, dass Corona den Unterricht insgesamt erschwerte. Die Online-Variante stellte für alle eine Herausforderung dar, wie auch das Arbeiten mit Maske an den Werkbänken in der Überbetrieblichen Ausbildung.

„Die Gesellenprüfung bedeutet nicht das Ende des Lernens“, betonte Klaus Caris. Es sei die Grundlage, auf der jeder weiter aufbauen könne, fügte der Obermeister an. Nach einer praktischen Zeit als Geselle können die Weiterbildungen zum Meister oder Techniker folgen. Dass der Handwerksberuf große Chancen für die kommenden Generationen bietet, hat sich inzwischen herumgesprochen. Die Aussage „Handwerk hat goldenen Boden“ habe eine neue Gewichtung gewonnen. Handwerker würden dringend benötigt. Sie seien rar geworden, und was das bedeute, werde den meisten Menschen inzwischen klar, so Klaus Caris: „In zehn Jahren ist mein Jahrgang 65 Jahre alt. Dann werden noch weniger Handwerker da sein, als es jetzt schon der Fall ist, wenn es nicht zu einem entsprechenden Schub an Nachwuchs kommt“, erklärte der Obermeister.

Durch die kürzlich vollzogene Fusion der beiden Innungen Krefeld/Viersen und dem Rhein-Kreis Neuss zur Metall-Innung Niederrhein Krefeld-Viersen-Neuss gibt es derzeit 43 angehende Metallbauer im ersten Ausbildungsjahr. Junge Menschen darin zu bestärken, eine Ausbildung im Handwerk zu machen, sieht der Obermeister nach wie vor als eine wichtige Aufgabe an. „Handwerk ist anspruchsvoll und verlangt viel. Bei uns Metallbauern ist es unter anderem das technische Verständnis. Wir müssen aufmessen, Zeichnungen erstellen und umsetzen können. Wir gehen mit modernsten Maschinen um, deren Bedienung eine Herausforderung darstellt. Dafür braucht es Köpfchen“, sagte Klaus Caris.

All das kann die Jahresbeste Paula Düllmann nur bestätigen. Die 21-Jährige lernte nach ihrem Abitur nicht nur bei Düllmann & Battke in Krefeld, sie hat direkt mit der Ausbildung zur Metallbauerin ein triales Studium gestartet. Innerhalb von vier Jahren absolviert sie die Ausbildung – aufgrund ihres Abiturs verkürzte sie die Ausbildungszeit auf zwei Jahre –, macht den Meister und studiert gleichzeitig an der Hochschule Niederrhein Handwerksmanagement. „Ich finde es schade, dass nicht mehr Frauen ins Handwerk finden. Ich selbst bin mit dem Handwerk groß geworden, da war es für mich immer klar, wohin mein Weg gehen würde“, sagt Paula Düllmann.

Für Kai Bernd Hilgenfeld ist das Handwerk ebenfalls seine Welt. „Von nichts zu etwas Fertigem – das hat mich gereizt. Im Handwerk erschaffen wir Dinge, und das ist einfach fantastisch“, sagt der junge Mann, der bei Raven & Coutoulas in Viersen gelernt hat. (opm)

Obermeister Klaus Caris (2. v. r.) von der Metall-Innung Niederrhein erhob die jungen Metallbauer in den Gesellenstand. Besonders gratulierte er der Jahresbesten, Paula Düllmann.
Foto: Kreishandwerkerschaft