Ein einzelner Atemzug, ein konzentrierter Blick, ein sicherer Finger am Abzug – und dann fiel die Entscheidung: Mit beeindruckenden 29 von 30 Ringen hat sich Julian Hardt von der St. Konrad Schützengilde Grenzweg e.V. die Königswürde des Diözesanverbands Aachen gesichert. Der Schütze aus dem Bezirksverband Viersen-Mitte setzte sich damit gegen starke Konkurrenz durch und darf nun die Ehre des Diözesankönigs tragen.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz
Viersen – Die Spannung auf der Schießanlage in Mönchengladbach-Rheindalen war spürbar. 72 Männer und 17 Frauen traten beim Wettbewerb an – das Ziel war die Ehre als Bundeskönig oder Bundeskönigin sowie als Diözesankönig oder Diözesankönigin. Jeder Schuss ein Moment voller Erwartung, jede Scheibe ein Stück Geschichte. Als schließlich klar wurde, dass Julian Hardt mit nur einem Ring weniger als der perfekten Punktzahl vorne lag, brandete Applaus auf. Die feierliche Proklamation des neuen Diözesankönigs mit seiner Königin Lina Frings erfolgte auf dem Bundesschützenfest in Mönchengladbach.
Als Bundeskönig konnte sich Ralf Lipperheide aus der St. Sebastianus-Bruderschaft Zweifall mit einem beeindruckenden Ergebnis von 30 Ringen durchsetzen. Er folgt auf Björn Karow aus Frechen, der den Wettbewerb im Jahr 2024 für sich entschieden hatte. Im Bistum Essen konnte sich Willi Barbe von St. Ewaldi Duisburg-Laar als Diözesankönig durchsetzen. Den Titel für das Erzbistum Köln errang Michael Monschau aus der St. Sebastianus-Bruderschaft Heimertzheim. Im Bistum Münster sicherte sich Michael Raß von St. Sebastianus Rheinberg die Königswürde. Für das Erzbistum Paderborn trat Stefan Fischer von St. Josef Merlsheim-Schönenberg hervor. Schließlich wurde Luca Reufels von St. Sebastianus Rothe Kreuz zum Diözesankönig für Trier gekürt.

Die Diözesankönigswürde wird für zwei Jahre verliehen – und sie steht symboli sch für weit mehr als nur sportliche Präzision. Der Diözesanverband Aachen im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften umfasst 32 Bezirksverbände mit etwa 417 Bruderschaften und rund 56.000 Mitgliedern. Unter dem Leitwort „Für Glaube, Sitte und Heimat“ sehen sich die Schützen nicht nur als Bewahrer einer jahrhundertealten Tradition, sondern auch als Bindeglied zwischen Kirche und Gesellschaft.
Besonders die Atmosphäre beim Wettkampf machte deutlich, wie tief Gemeinschaft und Tradition ineinandergreifen. Jubel, Umarmungen, gegenseitiges Schulterklopfen – hier zeigte sich, dass es nicht allein um die Zielscheibe ging. „Die Freude über den neuen König ist ein Fest für uns alle“, fasste ein Schützenbruder aus Viersen die Stimmung zusammen. So bleibt nicht nur der Name des Siegers in Erinnerung, sondern auch der Glanz eines Tages, der das Miteinander und die Werte der Schützenbruderschaften lebendig in den Vordergrund rückte. (cs)





