kfd fordert von Bischofsvollversammlung eine Kirche für alle

„Wir erwarten von der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz ein klares Bekenntnis zu den Menschen“, fordert Prof‘in Dr. Agnes Wuckelt, stellvertretende Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) – Bundesverband e.V.

Kirche – Nach Meinung der kfd zeigen die bisher aufgedeckten Missbrauchsskandale sowie der aktuelle Zwischenbericht für das Gutachten über sexualisierte Gewalt im Bistum Osnabrück: Die Führung der katholischen Kirche ist definitiv nicht für die Gläubigen da, weil sie häufig noch Strukturen erhält und nicht die Menschen schützt. „Die Bischöfe haben jetzt die Gelegenheit, notwendige Reformen anzustoßen und umzusetzen, wie der Synodale Weg sie vorschlägt“, sagt Prof’in Wuckelt, die auch Synodalin ist und erinnert: „Insbesondere nach der Ablehnung des Reformtextes zur Sexualmoral auf der Synodalversammlung Anfang September fordern wir jetzt ein deutliches Bekenntnis zu allen Menschen – gleich welcher sexuellen Orientierung oder welcher Herkunft.“

Ein bedeutender Schritt zu einer „Kirche für alle“ ist die Verabschiedung einer neuen Grundordnung, in der die persönliche Lebensform und die sexuelle Orientierung von Angestellten in der Kirche, in kirchlichen Einrichtungen und in Verbänden künftig keine Rolle mehr spielen. Eine umgehende Erneuerung der Grundordnung sei ein Schritt in eine realitätsnahe Kirche.

Ebenfalls erwartet die kfd ein klares Bekenntnis zum Inhalt des Textes „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“, der auf der Synodalversammlung verabschiedet wurde. Prof’in Wuckelt dazu: „Wir sind bei diesem Text viele Kompromisse eingegangen und nun sind die Bischöfe am Zug. Sie müssen noch in diesem Jahr Papst Franziskus den Wunsch vieler Katholik*innen in Deutschland vorlegen und auch dafür nachdrücklich eintreten.“

Die kfd wird weiterhin für die Gleichberechtigung und die Geschlechtergerechtigkeit ihre Stimme erheben und an entsprechenden Stellen in Kirche und Gesellschaft einfordern. (opm)