Kindeswohl in Pandemie-Zeiten – Zahl der akuten Gefährdungen in Viersen rückläufig

Im Corona-Jahr 2020 sank in Viersen die Zahl der festgestellten Kindeswohlgefährdungen von 19 im Vorjahr und 18 in 2018 auf nunmehr 11. Zugleich stieg die Anzahl der beim Jugendamt Viersen gemeldeten Verdachtsfälle auf 171, nach 121 Meldungen im Jahr 2019 und 133 in 2018. Die Überprüfung eingehender Verdachtsmeldungen ist Aufgabe des Koordinationsbereichs Allgemeiner Sozialer Dienst (ASD).

Viersen – Der ASD berät Familien in Fragen zu Erziehung, Partnerschaft, häuslicher Gewalt sowie Trennung oder Scheidung. Kindern und Jugendlichen bietet er Hilfe in Konfliktsituationen und schützt sie vor körperlicher, seelischer und sexueller Misshandlung. Bei Bedarf vermittelt er geeignete und qualifizierte Jugendhilfemaßnahmen, darunter Hilfen zur Erziehung nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz.

Durch die Corona-Pandemie haben sich die Probleme in vielen ohnehin belasteten Familien noch verschärft. Die Statistiken von Jugendamt und ASD zeichnen dabei ein vielschichtiges Bild. Trotz der gesunkenen Zahlen bei den akuten Kindeswohlgefährdungen hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamtes und des ASD nicht weniger zu tun. Denn zugleich stieg die Zahl der Familien, in denen nach einem Hinweis aus der Bevölkerung oder der Meldung durch andere Behörden und Institutionen zwar keine Kindeswohlgefährdung aber dennoch Hilfe- und Unterstützungsbedarf festgestellt wurde. Waren hier im Vorjahr noch 32 und in 2018 40 Familien betroffen, stieg diese Zahl 2020 auf 49.

Im Jugendamt begrüßt man ausdrücklich die gestiegene Aufmerksamkeit in der Bevölkerung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ASD gingen jedem Verdachtsfall nach, sagt Stefan Smitowicz, Fachbereichsleiter Kinder, Jugend und Familie. Er ruft zu genauem Hinsehen auf: „Wenn es um das Wohl und den Schutz von Kindern geht, kann und darf es ein zu viel nicht geben.“ Die Notfall-Nummer des ASD ist montags bis donnerstags von 8:30 bis 16:30 Uhr sowie freitags von 8:30 bis 12:30 Uhr besetzt. Außerhalb dieser Zeiten sind für Notrufe die Leitstellen von Polizei und Feuerwehr bereit. (opm/paz)

2 Kommentare

  1. „Wenn es um das Wohl und den Schutz von Kindern geht, kann und darf es ein zu viel nicht geben.“
    Danke Herr Smitowicz!

    Genau diese Sätze wollen wir auch von Justiz und Politik hören.
    Diesen Worten müssen dann die entsprechenden Taten folgen.

  2. Nur ist es traurig, dass die „Täter“ und evtl. das Opfer gefragt werden. Die Zeugen (Angehörige) bzw. die jenigen die es melden kommen nicht zu Wort. Das ist schade. Man sollte immer 2 Seiten anhören !

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