Lamia – Großstadt mit Geschichte

Kulturell besticht #Lamia, die Hauptstadt von #Mittelgriechenland, mit einer Burg aus vorklassischer Zeit. Ebenfalls die #Spartaner und Alexander der Große nutzten die Stadt als militärischen Stützpunkt.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Mittelgriechenland – Eigentlich ist Lamia eine typische Großstadt mit dem vielfältigen Treiben zwischen Handel, Arbeiten und Leben. Doch wer sich etwas Zeit nimmt und von den ausgetretenen Pfaden abweicht, dem eröffnen sich unbekannte Seiten der Hauptstadt von Mittelgriechenland.

Erwähnt wird Lamia erstmals nach einem Erdbeben im Jahre 424 v. Christus, allerdings konnte die Herkunft des Namens der über 60.000 Einwohner umfassenden Stadt bis heute nicht gesichert belegt werden. Während die einen von einer Namensgebung nach den Einwohnern der Umgebung, den Maliern, berichten, wird die mythische Verbindung zu Lamia, der Tochter des Poseidons und der Königin der Trachineer von vielen bevorzugt. Überhaupt wechselte die Stadt ziemlich regelmäßig ihren Namen. Im Mittelalter war sie als Zetounion bekannt, mit den Franken kam der Name Girton. Während der Katalanenherrschaft sprach man von El Cito unter den Osmanen von Iztin.

Foto: Rheinischer Spiegel

Die Spartaner unterhielten hier einen strategisch wichtigen Militärstützpunkt. In späterer Zeit eroberte Alexander der Große die Stadt. Passenderweise suchte sein Nachfolger, Antiparos, nach dem Tod des berühmten Königs der Makedonen, bei einem Aufstand der Athener Zuflucht in Lamia. Hieraus erwuchs 323 vor Christus der einjährige Lamische Krieg. Erst als Leosthenes, der Befehlshaber der athenischen Truppen, unter dem Druck eines makedonischen Ersatzheeres mit 20.000 Soldaten fiel, konnten die Kämpfe beendet werden.

Unter ätolischer Herrschaft erlebte Lamia im 3. Jahrhundert vor Christus bis 190 vor Christus eine Blütezeit. Diese endete jäh mit dem römischen Konsul Acilius Glabrio, als dieser verhinderte, dass die hier lebenden Griechen mit Antiochos III. in einen Krieg gegen das Römische Reich zogen. Die über der Stadt thronende Burg stammt aus der vorklassischen Zeit und wurde im Mittelalter erneut aufgebaut. Heute beherbergt sie ein archäologisches Museum. Ebenfalls ein volkskundliches Museum kann in Lamia besichtigt werden.

Foto: Rheinischer Spiegel

Rund 15 km östlich der Hauptstraße von der Stadt Lamia entfernt, macht der Wegweiser auf der Autobahn auf das Gebiet der Thermopylen aufmerksam. Einst soll Hephaistos, der Gott des Feuers und der Schmiedekunst, hier die Göttin Athena gebeten haben die zwei heißen Quellen zu erschaffen, die mit Schwefel angereichert als heilend gelten. Sogar Herkules soll hier gebadet haben, um wieder zu Kräften zu kommen.
Aus dem Berg drückt sich das rund 40 Grad warme, schwach radioaktive Thermalwasser durch einen künstlich angelegten Wasserfall zunächst in ein Becken, welches frei zugänglich bereits seit 1935 als Hydrotherapiemöglichkeit genutzt wird (N38.79487°, E22.52746°).

Einst soll Hephaistos, der Gott des Feuers und der Schmiedekunst, die Göttin Athena gebeten haben die zwei heißen Quellen zu erschaffen, die mit Schwefel angereichert als heilend gelten. Foto: Rheinischer Spiegel

Ebenfalls sehenswert ist das nahe gelegene Dorf Gorgopotamos mit den Wasserfällen des gleichnamigen Flusses, einer beeindruckenden Wassermühle und der historischen Eisenbahnbrücke, welche als beliebter Fotospot bekannt ist. Die heute immer noch bestehenden Behelfspfeiler wurden gebaut, nachdem 1942 Partisanen die Brücke als Zeichen des griechischen Widerstandes sprengen wollten. (dt)

Gerade die Eisenbahnbrücke im Verlauf der Bahnstrecke Piräus-Thessaloniki ist mittlerweile als Fotospot beliebt. Foto: Rheinischer Spiegel