Neuer Lebensabschnitt für das ehemalige St.-Cornelius-Hospital – Umbau zur modernen Pflegeakademie gestartet

Mit dem offiziellen Beginn der Bauarbeiten hat für das leerstehende St.-Cornelius-Hospital in Dülken ein neues Kapitel begonnen. Nachdem das Gebäude in den vergangenen Wochen vollständig entrümpelt und alte Einbauten entfernt wurden, rollen nun die ersten Baufahrzeuge an.
Von RS-Redakteurin Sabrina Köhler und Leo Dillikrath

Viersen-Dülken – „Endlich können wir unser Projekt, die Pflegeakademie in diesem Gebäude anzusiedeln, umsetzen“, erklärt Dr. Thomas Axer, Geschäftsführer des Allgemeinen Krankenhauses Viersen (AKH), beim Auftakttermin vor Ort.

Der ehemalige Funktionstrakt des dreigeschossigen Gebäudes wird in den kommenden zwölf Monaten vollständig umgestaltet. Ziel ist die Schaffung von zehn großzügigen Unterrichtsräumen mit jeweils über 60 Quadratmetern Fläche. Künftig sollen hier bis zu 350 Auszubildende der Akademie für Gesundheits- und Pflegeberufe (AGP) lernen – an einem zentralen Standort, statt wie bisher an drei verschiedenen Ausbildungsstätten.

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

Die Schmitz Ingenieursgesellschaft GmbH setzt bei Planung und Ausführung auf ökologische und energieeffiziente Standards. „Das Gebäude wird energetisch saniert, unter anderem durch Dreischeibenverglasung, und bei der Planung wurde auf ressourcenschonendes Bauen geachtet. Mit der Installation einer Wärmepumpe auf dem Dach trägt das AKH auch Verantwortung für nachhaltiges Bauen, und die bisherigen Energiekosten werden um ein Vielfaches gesenkt“, betont Architekt Thomas Lennartz.

In den nächsten acht Wochen steht zunächst die vollständige Entkernung auf dem Plan: Alte Leitungen aus der Bauzeit 1967 werden entfernt, und neue Installationen für Wasser, Strom sowie moderne Medientechnik werden verlegt. Die künftigen Klassenräume erhalten Smartboards – Beamer und Overheadprojektoren gehören hier der Vergangenheit an. „Overheadprojektoren und selbst Beamer gehören der Vergangenheit an“, unterstreicht Dr. Axer. Zusätzlich entstehen sogenannte Skill-Labs, praxisorientierte Trainingsräume, in denen medizinische Handgriffe geübt und realistische Situationen aus dem Klinikalltag simuliert werden.

Eine Besonderheit betrifft das zweite Obergeschoss: Hier befindet sich die Zentralsterilisation des AKH, die auch während der gesamten Bauzeit in Betrieb bleiben muss. Diese Abteilung versorgt das Krankenhaus mit sterilem Material und kann daher nicht ausgelagert werden – eine logistische und bauliche Herausforderung für alle Beteiligten.

„Mit der Installation einer Wärmepumpe auf dem Dach trägt das AKH auch Verantwortung für nachhaltiges Bauen, und die bisherigen Energiekosten werden um ein Vielfaches gesenkt“, betont Architekt Thomas Lennartz. Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

Im Jahr 2016 wurde der Betrieb des St. Cornelius-Hospitals am Standort Dülken eingestellt. Die medizinischen Leistungen und Strukturen wurden in das Allgemeine Krankenhaus Viersen am Hauptstandort in Viersen integriert. Das nun leerstehende Gebäude in Dülken sollte nach den ursprünglichen Plänen umfassend umgebaut werden: Vorgesehen waren 80 Pflegeplätze, zusätzlich eine mögliche Kurzzeitpflege mit 32 Plätzen sowie der Bau von 32 seniorengerechten Wohnungen.

Da jedoch sowohl die Planungs- als auch die Finanzierungs- und Genehmigungsverfahren sehr komplex und zeitaufwendig waren, konnte der erste Bauantrag erst in den Jahren 2022/2023 eingereicht werden. Inzwischen hatten sich die Bau- und Materialkosten drastisch erhöht. Allein für den Umbau zum Seniorenheim lag die Kostenschätzung im Jahr 2023 bereits bei rund 17 Millionen Euro. Aufgrund dieser enormen finanziellen Belastung wurde das Vorhaben eines seniorengerechten Umbaus zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben.

In der Zwischenzeit fand das Gebäude jedoch eine andere Nutzung: Von November 2020 bis Dezember 2022 diente es als zentrales Impfzentrum des Kreises Viersen. Bereits im Herbst 2016 hatte es zudem eine ungewöhnliche Aufgabe erfüllt – damals trainierten dort 22 Mensch-Hund-Teams gemeinsam die Suche nach vermissten Personen.

Am 11. Juni 2025 erteilte die Stadt schließlich die Baugenehmigung für die Pflegeakademie. Zusätzlich bewilligte die Bezirksregierung Fördermittel in Höhe von einer Million Euro, um 50 weitere Ausbildungsplätze zu schaffen. Insgesamt belaufen sich die Investitionen auf 6,3 Millionen Euro, finanziert durch die AGP, deren Träger (Caritasverband für die Region Kempen-Viersen e.V., St. Irmgardis-Krankenhaus Süchteln und AKH Viersen) sowie das Land Nordrhein-Westfalen. Zwischen AKH und AGP wurde ein langfristiger Mietvertrag abgeschlossen.

Während der Bauphase dienen die Außenflächen des früheren Krankenhauses, darunter auch die Parkplätze am Haupt- und Nebeneingang, als Lager- und Rangierfläche für Baumaterialien und Fahrzeuge. Das Umfeld gleicht damit für die kommenden Monate einer Großbaustelle – ein temporärer Zustand, der den Weg für eine moderne Ausbildungsstätte im Gesundheitswesen ebnet. (sk)

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath