Radroute Niederrhein führt ins Mittelalter – Herrensitze und Höfe rund um Kempen

Diese Radroute startet am Parkplatz an der Burg Kempen – dem Wahrzeichen der Stadt Kempen. Die Burg wurde Ende des 14. Jahrhunderts vom Kölner Erzbischof Friedrich von Saarwerden errichtet.

Kempen/Niederrhein – 1634 wurde das mittelalterliche Kastell zu einem wohnlichen Schloss umgebaut. 1851 brannte die Burg nieder und diente nach ihrem Wiederaufbau zunächst als Schulgebäude und später als Sitz der Kreisverwaltung. Zurzeit befindet sich dort das Kreis- und Stadtarchiv.

Die Radler fahren zunächst Richtung Nord-Osten und erreichen den Knotenpunkt (KP) 11 am Bahnhof von Kempen. Hinter dem KP 52 verlassen sie Kempen und erreichen in Scheifeshütte das Landschaftsschutzgebiet Königshütte. Am KP 46 folgen die Radler der Beschilderung Richtung Süden zum KP 83. Im weiteren Verlauf führt die Tour vorbei am Gut Heimendahl. Es handelt sich um einen ehemaligen Herrensitz, der erstmalig im 17. Jahrhundert urkundlich erwähnt wurde. Heute beherbergt das Gut einen Bauernhof und einen Arche-Hof, auf dem seltene, vor dem Aussterben bedrohte Schaf- und Hühnerrassen gezüchtet werden.

Es geht weiter zum KP 84 an der Kapelle St. Peter. Erstmals 1085 urkundlich erwähnt, ist sie der älteste kirchliche Bau des Kempener Landes. Die Tour führt auf Wirtschaftswegen vorbei an Höfen über den KP 99 zum KP 15. Die Radler durchqueren das Landschaftsschutzgebiet Huverheide – Stiegerheide und erreichen KP 4.
Auf dem Weg zum KP 5 passieren die Radler Haus Steinfunder. Der ehemalige Rittersitz aus dem Jahr 1360 war bis ins 18. Jahrhundert von einem Wassergraben umgeben. Das Gebäude besteht aus einem Wohnturm aus dem 17. Jahrhundert und einem Herrenhaus von 1566. Heute befindet es sich in Privatbesitz.

Foto: Siegfried Dammrath/Kreis Viersen

Die Tour führt zum KP 6 und vorbei an Haus Aldenhoven. Das ehemalige kurfürstliche Jagdschlösschen wurde 1615 errichtet. Derzeit lassen sich nur noch Backsteinmauerreste hinter der heutigen Hofanlage entdecken. Am KP 6 in Grefrath befindet sich die Abtei Mariendonk aus dem 19. Jahrhundert, die heute noch von Benediktinerinnen geleitet wird. Es geht durch Ziegelheide zum KP 43.

Auf dem Weg in Richtung KP 19 fahren die Tourteilnehmer vorbei am Heumischhof, in dem sich inmitten der Hofanlage eine denkmalgeschützte Kapelle aus dem Jahr 1908 befindet. An der Kreuzung Spoosweg/ An Haus Velde biegen die Radfahrer rechts ab. Sie passieren Haus Velde mit seinem imposanten Tor. Der ehemalige Gutshof mit Wehrturm ist datiert aus dem 14. Jahrhundert und befindet sich heute in Privatbesitz. Es geht durch den Ortsteil Escheln entlang des Landschaftsschutzgebietes Spring und Gastendonker Graben zum KP 41.
Im weiteren Verlauf Richtung Süden führt die Tour zum KP 12 im Ortskern von St. Hubert. Über den KP 13 in Schauteshütte fahren die Radler Richtung Kempen. Über die KP 52 und 11 geht es zurück zum Ausgangspunkt. Nach rund 35 Kilometern erreichen die Teilnehmer erneut den Parkplatz der Burg Kempen. Dort angekommen, lädt die Altstadt von Kempen zu einem Besuch ein.

Die Knotenpunkte zum Nachradeln:
Burg Kempen – 11 – 52 – 46 – 83 – 84 – 99 – 15 – 4 – 5 – 6 – 43 – Richtung 19 – 41 – 12 – 13 – 52 – 11 – Burg Kempen

Der Kreis Viersen bietet jeweils von April bis September eine aktuelle „Radroute des Monats“ an. Sie wird vom Amt für Bauen, Landschaft und Planung ausgearbeitet. Die Routen führen durch alle Teile des Kreises und manchmal auch in die benachbarten Regionen. Der fahrradfreundliche Kreis Viersen zeichnet sich durch ein Netz von mehr als 680 Kilometern ausgeschilderter Radwanderwege aus. (opm/paz)