Sommer, Sonne, Seifenschaum – Anrath feierte sein 36. Badewannenrennen

Von spritzigen Duellen bis hin zu kuriosen Bootskreationen: Die Niers wurde am Sonntag zur Bühne für Spaß, Kreativität und Gemeinschaft.
Von RS-Redakteurin Sabrina Köhler und Rita Stertz

Willich-Anrath – Wenn die Katholische Landjugend Anrath zum Badewannenrennen lädt, verwandelt sich die beschauliche Niers in eine sprudelnde Arena voller Lachen, Applaus und nasser Überraschungen. Bei strahlendem Sonnenschein fanden sich hunderte Besucher ein, die Böschungen in bunte Tribünen verwandelten, Picknickdecken ausrollten und ihre mitgebrachten Campingstühle zu perfekten Logenplätzen machten.

Noch bevor das erste Rennen startete, herrschte ausgelassene Volksfeststimmung. Der Duft von Grillwürstchen und frischen Waffeln wehte über das Gelände, am Bierpavillon stießen Freunde lachend an, und am Pommeswagen bildeten sich lange Schlangen. Es wurde geplaudert, gescherzt – und natürlich fachmännisch über die verrückten Wasserfahrzeuge diskutiert, die gleich zu Wasser gelassen werden sollten.

Foto: Rheinischer Spiegel/Rita Stertz

Zehn Teams mit insgesamt elf Badewannen gingen in diesem Jahr an den Start – doch „Badewanne“ ist hier ein dehnbarer Begriff. Erlaubt ist alles, solange das Herzstück tatsächlich eine Wanne ist. Was die Teilnehmer daraus zauberten, ließ die Zuschauer staunen: Da rollte ein gigantisches Hamsterrad mit Kuhflecken über die Wellen, ein knallroter „Traktor“ pflügte durchs Wasser, und die Feuerwehr brachte gleich zwei rote Fahrräder auf einer Schwimmkonstruktion mit Schaufelradantrieb mit – garniert mit Leiter, Dummy in voller Montur und Mini-Badewanne in Rosa.

Moderiert wurde das Spektakel mit viel Witz von Andrea Pascher und Marvin Küppers, die spontan noch ein „Blindrennen“ einschoben – mit verbundenen Augen paddelten die Teilnehmer dabei auf die Zurufe ihrer Teamkameraden.

Im Hauptlauf stromauf- und -abwärts holte sich die Landjugend Süchteln I. mit einem temporeichen Schaufelradantrieb und einer Zeit von 2,77 Minuten den Sieg, dicht gefolgt vom Hamsterrad-Team Süchteln II. mit 2,92 Minuten. Das Chaosrennen entschied die Landjugend Hinsbeck für sich, beim Blindrennen triumphierte die Landjugend Dülken mit 46 Sekunden. Zur „schönsten Badewanne“ kürte das Publikum die detailverliebte Feuerwehr-Konstruktion.

Ein weiteres Highlight: das Entenrennen für den guten Zweck, bei dem rund 500 gelbe Plastikenten auf der Niers um die Wette schwammen – ein fröhlich-plätscherndes Bild, das nicht nur die Kinder begeisterte. Seit 36 Jahren beweist das Badewannenrennen, dass es nicht nur um Geschwindigkeit geht. Es ist ein Fest für die Gemeinschaft, ein Ort, an dem Kreativität, Humor und Miteinander im Mittelpunkt stehen. Wer am Sonntagabend nach Hause ging, hatte vielleicht nasse Füße – aber garantiert ein breites Lächeln im Gesicht. (nb)

Foto: Rheinischer Spiegel/Rita Stertz