Stadt Viersen – Keine Anpassung der Planungen zum Süchtelner Tierpark

Die Hoffnung der Naturschützer auf Änderung der Planungen im Bereich Süchtelner Tierpark, die am Dienstagabend an der STEP-Sitzung der Viersener Politik und Verwaltung teilnahmen, wurde nicht erfüllt. Ebenfalls ein befahrbarer Radweg entlang der Freiheitsstraße findet aufgrund von Sicherheitsbedenken wenig fruchtbaren Boden.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen/Süchteln – In das Dülkener Bürgerhaus hatte die Stadt Viersen eingeladen um den Ausschuss Stadtentwicklung und -planung zusammenzurufen. Auf der Tagesordnung fand sich unter den 18 Tagesordnungspunkten ebenfalls die Beratung zur Neugestaltung des Süchtelner Tierparks. Die Fraktion der Grünen und Naturschützer, darunter Parents For Future im Kreis Viersen, sowie zahlreiche Süchtelner hatten die Pläne im Vorfeld kritisiert und Änderungsmöglichkeiten vorgeschlagen. Rund dreißig Zuhörer und Demonstranten nahmen deshalb an der Sitzung teil, die allerdings keinen positiven Ausgang für andere Anträge als die Planung der Stadt Viersen versprach. Nach längerer Diskussion wurden schließlich die Anträge von Bündnis 90/Die Grünen abgelehnt, nun wird die Stadt Viersen die Umgestaltung wie geplant fortführen.

Kontrovers ebenfalls diskutiert eine Versiegelung der Fläche an der Süchtelner Straße, die sich aktuell in der frühzeitigen Bürgerbeteiligung und Änderung des Bebauungsplanes befindet, damit ein Gewerbegebiet im Bereich des Ringofens seinen Platz findet. Während die Pläne nicht überall auf fruchtbaren Boden fielen – gerade mit Blick auf den Klimaschutz, fanden die Pläne bei der Abstimmung dennoch eine Mehrheit. „Umgesetzt werden die klimaschädlichen Planungen oft auf kommunaler Ebene gesteuert durch den Blick auf kurzfristige Gewinne durch Gewerbeansiedlung auf freien Flächen. Warum werden hierzu keine Altflächen umgenutzt?“, kritisiert auch die Bürgerinitiative Viersen-Hamm. „Das Stadtzentrum erhält einen gewissen Schutz gegen Starkregen durch den Tiefensammler. Ob der aber für die zukünftigen Starkregen ausreichen wird ist zweifelhaft. Die Außenbereiche von Viersen werden zunehmend gefährdet durch fortschreitende Versiegelung landwirtschaftlich genutzter Flächen, wie den neuen Gewerbeflächen an der Ernst-Moritz-Arndt-Straße und jetzt der Fläche an der Süchtelner Straße.“

Unter TOP 5 stand ein Sachstandsbericht zur klimafreundlichen Verkehrsführung auf der Freiheitsstraße an. Die Freiheitsstraße selbst wurde durch die Stadt bereits vor rund einem Jahrzehnt noch unter dem SPD-Bürgermeister Günter Thönnessen an Straßen NRW abgetreten. Dies sorgte für eine Einsparung der Unterhaltskosten, allerdings gab die Stadt Viersen damit auch die Planungshoheit ab. Straßen NRW lehnt aktuell eine einspurige Verkehrsführung für PKW und LKW auf der Freiheitsstraße ab, lediglich eine Radwegespur, die auch vom motorisierten Individualverkehr benutzt werden darf, ist in den ersten Planungen angerissen. „Diese Art der Radwegeführung ist jedoch problematisch, da sie keinen sicheren Radweg darstellt“, ergänzt die Bürgerinitiative Viersen-Hamm, die aufgrund dieser Sachlage von einem Scheitern der Pläne ausgeht. (nb)

So wird der Süchtelner Tierpark nicht mehr lange aussehen. Foto: Rheinischer Spiegel/Rita Stertz

3 Kommentare

  1. Passt zum Verhalten der Stadtoberen. Natürlich ist der Rat demokratisch gewählt,somit kommen seine Entscheidungen auch demokratisch zustande. Aber man sagt auch: bei eine Wahl gibt der Bürger,geben die Wähler, die Demokratie aus der Hand und sie kehrt dann nicht mehr dahin zurück.
    Wenn man wie hier berechtigte und fundierte Verbesserungsvorschläge einfach abbügelt,weil einem das Ergebnis der Bürgerbefragung nicht passt, dann zeigt das eine unerträgliche Arroganz und Ignoranz ggü. den Bürgern. Warum dann überhaupt eine Bürgerbefragung?
    Einfach mal ganz platt gesagt: dann brauchen die da oben sich nicht zu wundern,wenn die Menschen sagen:
    „macht euren Scheiss allein. Ob ich mich hier beteilige interessiert eh keinen,und auf das vollmundige Lügengeschwätz vor den Wahlen kann ich dann auch verzichten.“
    Man sieht es ja auch an der geringen Teilnehmerzahl bei der Ratssitzung. Gerade mal 30 -bei einer Einwohnerzahl von Süchten von ≥ 12000. Viele haben einfach schon resigniert 😡

  2. Wie bereits an anderer Stelle erwähnt: Die Bürgerbeteiligung war nur Wahlkampfgeplänkel, eine Farce !

    Es spielt kaum eine Rolle, wieviele Bürger teilnehmen, am Ende werden in „demokratischer Abstimmung“ ( welche im Vorhinein bereits beschlossen ist ) fast immer alle eingebrachten Vorschläge und Bedenken vom Rat verworfen.

    So ist es schon bei vielen Bürgerbeteiligungen geschehen, was für mich ein Grund ist nicht mehr hinzugehen.

    Das kann sich nur ändern, wenn die Posten in Politik und Verwaltung grüner werden.

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