„Südstadt 2.0“ startet – Stadt arbeitet mit Verein Brückenbau und Hochschule Niederrhein zusammen

Sozial, Lokal, Digital: Südstadt 2.0 SoLoDi lautet der offizielle Titel des Vorhabens. Ziel der Stadt Viersen ist es dabei, die Innenstadt zu stärken. Fördermittel fließen aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat. Das Projekt in der Südstadt ist Teil des ESF-Bundesprogrammes „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier „ BIWAQ“.

Viersen – Das Vorhaben Südstadt 2.0 läuft bis zum 31. Dezember 2022. Das Projekt wird insgesamt 1,16 Millionen Euro kosten. 90 Prozent davon werden als Fördermittel gezahlt. Die Teilnahme der Stadt am Förderprogramm BIWAQ geht auf einen Beschluss des Sozialausschusses zurück. Der Ausschuss hatte diese Handlungsempfehlung im Anschluss an den Sozialbereich 2017 der Stadtverwaltung ausgesprochen.

Die Südstadt 2.0 besteht aus zwei großen Bausteinen. Einer steht unter der Überschrift „Integration in Beschäftigung“. Der andere widmet sich der Förderung der lokalen Wirtschaft. Beide Teilprojekte verwirklicht die Stadt mit Hilfe von Kooperationspartnern. Das sind der Verein Brückenbau und die Hochschule Niederrhein.

Der Verein Brückenbau wird mit dem „Kontaktladen Aufbruch“ in der Viersener Südstadt ein niederschwelliges Beratungs- und Qualifizierungsangebot installieren, das sich insbesondere an langzeitarbeitslose Menschen sowie Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund wendet. Dort sollen Einzelberatungen angeboten und kleine „Peer-Gruppen“ installiert werden. So sollen die Vermittlungsaussichten in den ersten Arbeitsmarkt verbessert werden.

Foto: Rheinischer Spiegel

Besonderes Augenmerk wird dabei auf ältere Arbeitslose, Menschen mit Migrationsgeschichte, Frauen und Alleinerziehende gelegt.

Durch niederschwellige Angebote wie individuelle Gespräche, die Einrichtung eines „Klön-Cafés“ und die Möglichkeit des Austauschs mit Menschen in ähnlichen Situationen sollen im „Kontaktladen Aufbruch“ Ängste abgebaut und Vertrauen zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie anderen Betroffenen aufgebaut werden. Mit Hilfe von Anamnese und gezielter Bedarfsanalyse sollen die vorhandenen Kenntnisse und Fähigkeiten der Ratsuchenden ermittelt aber auch Vermittlungshemmnisse erkannt, Ziele entwickelt und Lösungswege erarbeitet werden. Damit geht das Angebot über das hinaus, was Jobcenter oder Arbeitsamt leisten können. Zusätzlich zu den Angeboten für Arbeitslose wird es für Menschen mit Migrationshintergrund und Geflüchtete – auch solche im Duldungsstatus – ein spezielles Kulturtraining und eine praxisorientierte Sprachförderung geben.

Im Laufe des Monats Juli erfolgt die Vorstellung des Angebots bei Trägern mit Kontakt zur Zielgruppe: Kaufbar, Robin Hood, Psychiatrische Hilfsgemeinschaft, Arbeitslosenberatungsstelle, Jobcenter, Viersener Südstadtbüro. In einer „Flyer-Offensive“ erhalten alle Träger in der Stadt Viersen und im Kreisgebiet schriftliche Informationen. Die Handzettel werden zudem im nahen Einzugsgebiet Viersen-Mitte an alle Haushalte verteilt.

Das Angebot setzt auf Freiwilligkeit und Interesse. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können also von sich aus Kontakt aufnehmen. Das Angebot soll jährlich 65 Ratsuchenden zugutekommen, davon 50 Arbeitslosen, mit einem Anteil von 40 Langzeitarbeitslosen, sowie 12 Nichterwerbstätigen. Die Hälfte der Teilnehmenden soll aus der Gruppe der Migrantinnen und Migranten einschließlich Geflüchteter kommen. Zielvorgabe ist, nach Teilnahme 29 Menschen einen Arbeitsplatz in abhängiger oder selbständiger Beschäftigung zu vermitteln.

Der Kontaktladen Aufbruch wird am 15. Juli an der Burgstraße 2 eröffnet. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9 bis 15 Uhr und nach Vereinbarung. Bis dahin ist der Kontakt telefonisch und per E-Mail möglich. Telefon: 02162 9194203 (dienstags und freitags von 9 bis 15 Uhr), E-Mail: alz-kreis-viersen@gmx.de. Ansprechpartnerinnen sind Astrid Hahnen, Maria Furdui, Maria Wolff-Dittrich, Alexandra Dittrich und Cleopatra Nieland.

Das zweite Teilprojekt, „Südstadthandel 2.0“, nimmt die Stärkung der lokalen Ökonomie in den Fokus. Dazu gehören der lokale Einzelhandel, Gewerbetreibende und Dienstleistungsbetriebe ebenso wie die Gastronomie in der Viersener Süd- und Innenstadt. Die Umsetzung erfolgt durch zwei Institute der Hochschule Niederrhein: das Niederrhein Institut für Regional- und Strukturforschung (NIERS) sowie SO.CON, Social Concepts – Institut für Forschung und Entwicklung in der Sozialen Arbeit.

Unter der Leitlinie „Lokale Stärken stärken, Neues anstoßen“ sollen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) beim Ausbau von Digitalisierung und Online-Vermarktung unterstützt werden – zwei Bereichen, die zuletzt durch die Corona-Krise weiter an Bedeutung gewonnen haben. Weitere geplante Arbeitsfelder sind Vernetzung, Profilschärfung und die Ansiedlung von Start-Ups im Fördergebiet, das die gesamte Viersener Innenstadt umfasst. Für den Gereonsplatz soll ein Gastronomiekonzept erarbeitet werden. Ziel ist, insgesamt 55 KMU zu beraten. Die Möglichkeit zum persönlichen Kontakt zu Projektverantwortlichen besteht im Stadtteilbüro. Die Anwesenheitszeiten der Ansprechpartnerinnen Berit Kulicke und Denise Dörning werden zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben. Telefonisch und per E-Mail ist die Kontaktaufnahme bereits möglich. Telefon: 02161 1865708, E-Mail: berit.kulicke@hs-niederrhein.de oder 02161 1865712, E-Mail: denise.doerning@hs-niederrhein.de.