„Viersen blüht“: Der Billardspieler kehrte zurück

Im Rahmen der alle zwei Jahre stattfindenden Aktion „Viersen blüht“ ist der Sparkassenvorplatz in diesem Sommer um eine lebendige Attraktion reicher: Die bepflanzte Figur des „Billardspielers“ wurde passend hergerichtet und zieht nun wieder alle Blicke auf sich.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Viersen – Die Skulptur erinnert an ein sportliches Großereignis, das längst zu einem festen Bestandteil des internationalen Billardkalenders gehört – die Dreiband-Weltmeisterschaft der Nationalmannschaften, die jedes Frühjahr in der Viersener Festhalle ausgetragen wird.

Seit 1990 messen sich dort die weltbesten Billardspieler in der Disziplin Dreiband (Carambolage). Vier Tage lang wird mit höchster Präzision und Konzentration gespielt – nicht etwa im Kneipenformat, sondern auf professionellen, mit Tuch bespannten Tischen von 1,42 x 2,48 Metern. Die Regeln sind anspruchsvoll: Ziel ist es, mit dem eigenen Spielball (weiß oder gelb) nacheinander beide anderen Bälle – darunter der rote – zu treffen, wobei der Spielball zuvor mindestens drei Banden berühren muss. Ein Spiel, das Technik, Taktik und Geduld vereint.

Je nach Austragungsjahr nehmen zwischen 18 und 24 Nationen teil. Gespielt wird in Zweier-Teams, die in präzise kalkulierten Ballwechseln um Punkte und Titel kämpfen. Viersen ist dabei längst mehr als nur Austragungsort – die Stadt ist Teil der weltweiten Billardfamilie und wird von Sportlern und Fans gleichermaßen geschätzt.

Die Ursprünge des Billards sind nicht genau datierbar, vermutet wird jedoch, dass es sich aus Feldspielen wie Cricket oder Croquet entwickelt hat. Als man wetterunabhängig spielen wollte, verlegte man das Spiel ins Haus und nutzte einen Tisch als Spielfeld. Um ein Herunterrollen der Bälle zu verhindern, wurden die bis heute bekannten Kantenleisten angebracht – die Geburtsstunde des modernen Billardtisches. Während Poolbillard in Kneipen und Freizeiträumen weit verbreitet ist – mit 15 farbigen Kugeln und dem Ziel, diese in Taschen zu versenken –, ist Snooker eine besonders anspruchsvolle Variante. Ein größerer Tisch, viele spezielle Regeln, zahlreiche farbige Bälle und ein hohes Maß an taktischem Denken machen Snooker zu einer echten Herausforderung für Profis.

Die bepflanzte Figur des Billardspielers steht sinnbildlich für diese internationale Erfolgsgeschichte, die sich mit Viersen verbindet. In liebevoller Detailarbeit ist die Skulptur mit saisonaler Bepflanzung geschmückt und damit nicht nur ein Blickfang, sondern auch ein Zeichen der Wertschätzung für eine Sportart, die in Viersen eine besondere Heimat gefunden hat. (cs)

Mit Präzision und Pflanzenkraft: Die bepflanzte Skulptur des Billardspielers erinnert auf dem Sparkassenvorplatz an die Dreiband-Weltmeisterschaft – und an Viersens Rolle im internationalen Sportgeschehen. Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming