Viersen war wieder „voll im Trend“

Viersen hat gestern erneut gezeigt, wie sehr eine Innenstadt an Profil gewinnen kann, wenn Handel, Stadt und Besucher an einem Strang ziehen. Unter dem Motto „Viersen voll im Trend“ verwandelte sich die Fußgängerzone in eine offene Bühne für die aktuelle Frühjahr- und Sommermode.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker und Martin Häming

Viersen – Bestes Wetter und strahlende Farben, ja, der Sommer kann so richtig durchstarten. Zwischen Schaufenstern, Passanten und vorbeischlendernden Gästen entstand ein Bild, das weniger an eine klassische Modenschau erinnerte als an frischen Wind … vor allen Dingen im Kleiderschrank.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Wo sonst durch die Auslage gestöbert wurde, änderte sich das Einkaufserlebnis. Direkt vor den Türen wurden aktuelle Kollektionen gezeigt, kombiniert mit einem Umfeld, das die Innenstadt für mehrere Stunden sichtbar belebte. Die Mode trat damit aus dem geschlossenen Rahmen heraus und suchte die Nähe zum Alltag der Stadt. Gerade das verlieh dem Format seinen besonderen Reiz: Die Präsentation wirkte nicht inszeniert-abgehoben, sondern greifbar und nah an den Menschen, die zufällig vorbeikamen oder gezielt gekommen waren. So wanderte nicht nur eine einzige Menschentraube von Geschäft zu Geschäft, es wurde eingeladen zum Schnack, zum Verweilen, Staunen und natürlich zum Kaufen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

„Ich finde es schön, dass man die Mode hier direkt auf der Straße erlebt und nicht nur in den Schaufenstern sieht. Das macht die Innenstadt viel lebendiger und man bekommt sofort Lust, selbst durch die Geschäfte zu gehen“, so eine Besucherin, die gemeinsam mit Freundinnen die Modenschau verfolgte.

Beteiligt waren mit Lingerie Nilles, BONITA, VILLA MODA, tredy, Prachtweiber plus size, Street One & Cecil Store sowie Goldstück mehrere Geschäfte aus der Innenstadt, die gemeinsam ein breites Spektrum an Stilrichtungen abdeckten. Damit reichte das Angebot von alltagstauglicher Mode über elegante Kombinationen bis hin zu Größenkonzepten, die unterschiedliche Zielgruppen ansprachen. „Viersen voll im Trend“ machte deutlich, dass die Viersener Fachgeschäfte nicht nur Ware anbieten, sondern auch ein gemeinsames Bild des lokalen Handels vermitteln wollen. Mode wurde hier nicht bloß als Produkt, sondern als Teil einer urbanen Identität präsentiert.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Den Auftakt der trendigen Präsentation übernahm Bürgermeister Christoph Hopp, der die Modenschau offiziell eröffnete. Wer nun glaubt, sonst hätten nur Frauen den Weg in die Innenstadt gefunden, der irrt. Auch die Herren wollten einen Blick auf die aktuellen Modetrends werfen. Musikalisch wurde das Programm von Fynn Hommes begleitet, durch die Darbietungen führte Viviane Albert.

„So voll und gleichzeitig so entspannt habe ich die Innenstadt lange nicht mehr erlebt. Besonders gefallen hat mir, dass die Geschäfte gemeinsam etwas auf die Beine gestellt haben. Man merkt richtig, wie viel Herzblut dahintersteckt“, erklärte eine Zuschauerin, die eigens aus Brüggen zur Veranstaltung gekommen war.

Viele Besucherinnen und Besucher nutzten den Tag nicht nur zum Zuschauen, sondern auch zum Bummeln, Verweilen und informellen Austausch. Eben heimatshoppen pur, denn solche Formate gewinnen im Wettbewerb mit großflächigem Online-Handel und Einkaufszentren an Bedeutung, weil sie auf Nähe, persönliche Ansprache und Aufenthaltsqualität setzen. In Viersen wurde dieser Anspruch an diesem Tag sichtbar umgesetzt. Deshalb die Bitte, geht doch einfach mal wieder in die Innenstadt und nicht ins Internet für den einen oder anderen Einkauf. So bleibt eine lebendige Fußgängerzone erhalten! (nb)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming