Volos – Stadt der 600 Tsipourádika

Als Perle des Pagasitischen Golfs zählt die Region um Volos zu den schönsten Gegenden Thessaliens. Bekannt ist der Landstrich im Schatten des legendenhaften Zentaurenberges, von wo einst sogar die Argonauten in See gestochen sein sollen, für seinen Tsipouro, der traditionell mit Mezé serviert wird.
Von RS-Redakteurin Sofia Papadopoulou

Volos/Thessalien – Bis weit in das 19. Jahrhundert reicht die Tsipouro-Tradition zurück, die längst zum kulinarischen Wahrzeichen der griechischen Hafenstadt Volos geworden ist. In den verschlungenen Gassen verstreut haben sich über 600 Tavernen angesiedelt, die liebevoll Tsipourádiko genannt werden.

In ihnen wird nicht nach Karte bestellt, lediglich ein Tresterbrand mit oder ohne Anis wird bestellt, gereicht wird zu jedem Tsipouro eine Mezé, ein Teller mit stetig wechselnden Kleinigkeiten. Fisch, Fleisch, Gemüse … hier kommen die bekannten Worte vieler Eltern zum Einsatz: „Es wir gegessen, was auf den Tisch kommt.“ Jede Mezé ist unterschiedlich und neben der Region natürlich von der jeweiligen Küche abhängig.

Ouzeri Akrotiri, Volos – Foto: Rheinischer Spiegel

In den Tsipourádika kommt man zusammen, zum Gespräch, zur Pause, zur Gemütlichkeit. Der Tsipouro selbst ist ein Tresterbrand, der ursprünglich aus dem Rückstand der Weinpresse hergestellt wurde. Die starke Spirituose mit einem Alkoholgehalt zwischen 40 bis 45 Prozent entstand in einer Zeit, in der Armut die Einheimischen zu neuen Ideen trieb. Längst werden mittlerweile nicht mehr nur die Reste der Weinproduktion verwendet, sondern auch ganze Trauben, die dem Tsipouro ihr unvergleichliches Aroma schenken.

In Gläsern mit kleinen, 50 ml-Flaschen gereicht, prägt der Tsipouro die kulinarische Seite der Stadt, während auf den Tellern Paprika, marinierte Sardellen, Oliven, Fleischbällchen, Ofenkartoffeln, Muscheln, Käse, Garnelen und vieles mehr die Grundlage für das Getränk zu jeder Tageszeit schaffen. (sp)

Bei 600 Tsipourádika fällt die Auswahl schwer, weshalb unsere Redakteurin einige Tavernen besucht und Tipps für einen genussvollen Besuch zusammengestellt hat.

Τσιπουράδικο „Μπόκος“
Tsipourádiko Bokos
Maiandrou 143, Volos 38445
facebook.com/tsipouradikobokos
Willkommen im Bokos, einer der beliebtesten Tsipourádika der Studentenstadt. Ein emsiges Treiben und mitreißende Gemütlichkeit verführen hier gerne dazu noch eine Runde zu bestellen.

Δεμιρης Παραδοσιακο Τσιπουραδικο
Tsipourádiko Demiris
Egglezonisiou 24, Nea Ionia 384 46, Volos
facebook.com/Δεμιρης-Παραδοσιακο-Τσιπουραδικο
Das Demiris gehört zu den ältesten Tavernen der Hafenstadt. Gelegen im Randgebiet ist die Mezé-Auswahl überragend, weshalb hier bereits am Mittag die ersten Gäste Platz nehmen. Die gesamte Mezé-Reihe können hier nur große Gruppen kennenlernen, so vielfältig sind die gereichten Spezialitäten.

Tsipourádiko Demiris, Volos – Foto: Rheinischer Spiegel

Ouzeri Akrotiri
Mpotsari 28, Volos 383 34
Die Ouzeri Akrotiri hat über die Jahre hinweg seine hervorragende Qualität halten können. Nach 21.00 Uhr sind hier meist keine Tische mehr frei, es lohnt sich also etwas früher einzutreffen.

Mezén
Alonnisou 8, Volos 382 21
Das Mezén liegt abseits der Hauptstraßen in eine ruhigen Seitenbereich, was sich in den Preisen bemerkbar macht. Die urige Tsipourádiko ist beliebter Treff der Einheimischen.

Flokos
Kiprou 42, Volos 382 21
Die Meze sind ein wenig teurer, wenn dann allerdings die Teller auf dem Tisch stehen, dann ist der Preis mehr als gerechtfertigt. Alles ein wenig größer und ausgefallener. Zum Abschluss gab es in dem kleinen Laden noch etwas Süßes. Es ist nicht verwunderlich, dass die Einheimischen selbst hier gerne einkehren.

Mezén, Volos – Foto: Rheinischer Spiegel

Ούζο Therapy
Ermou 230, Volos 382 21
Mitten in der Innenstadt gelegen gehen hier auch Einheimische gerne essen. Aktuelle Fotos gibt es auf Facebook.