Ich bin seit Jahrzehnten Fan von „meinem“ Verein Borussia Mönchengladbach. Un ich sach euch: Herzblut, Leidenschaft – alles dabei. Aber wat ich mir manchmal denke, wenn ich durch Dülken spaziere … dat hat nix mehr mit Fußballliebe zu tun, dat is nur noch Krawall un Klekse auf allem, wat nit bei drei auf’m Baum is.
Das Vierscher Versehen – Glosse von Jupp van’t Eck
Glosse – Erstmal fällt op: Eine Stadt sagt viel über ihre Leut aus. Gepflegt, sauber, ordentlich, hübsch anzuseh’n – dat is wat, wat mer im Urlaub an schönen Städten liebt. Zuhause? Fehlanzeige. Un oben drauf kleben Sticker und Graffiti überall, als hätt jeder sein eigenes Viertel übernommen.

In Dülken fallen mir dabei die Borussen-Ultras besonders negativ auf. Überall klebt ihr Zeug: Auf Pfosten, Schildern, Verteilerkästen, Busfahrplänen. Wände, Rollläden, Mauern, Treppen, Geländer – nix bleibt verschont. Sogar die Fassade vom Bahnhof is inzwischen „verziert“, das alte Stellwerk daneben sieht aus wie nach ’ner Farbexplosion. Ich könnt die Liste unendlich fortsetzen.
Un wat macht man dagegen? Nix. Mer hat sich dran gewöhnt. Aber unterschwellig nagt et weiter an uns. Irgendwann wird dann schnell wat gesagt wie: „Viersen is dreckig, die Leut kümmern sich nit.“ Ja mei, wer’s wirklich verursacht, dat interessiert keene Sau.
Und dann die Botschaft: 1312, ACAB, VFL – überall. An der Bahnunterführung Bücklersstraße hängt seit Wochen ein Schild. Solidarität mit Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten? Fehlanzeige. Stattdessen prangt dat Zeug überall – dat is nit zu fassen.
Vielleicht is et zu viel verlangt, dass Fußballfans Liebe für den Verein mit Respekt fürs Gemeinwesen verbinden. Vielleicht is et altmodisch, sich zu wünschen, dass unsere Stadt sauber und schön bleibt. Aber ich sach: Wer dat Stadtbild kaputt macht, verletzt nicht die Verwaltung und Einsatzkräfte – der verletzt uns alle, die hier wohnen, arbeiten und leben.
Also, liebe Ultras: Macht wat aus eurer Energie. Unterstützt euren Verein – ja klar! Aber lasst die Stadt dabei nit leiden. Sonst bleibt von Dülken bald nur noch ein Sammelsurium aus Farben, Müll un Frust übrig. Un dat will hier keiner sehen.
Euer
Jupp van’t Eck





