Et is wie im Film. Oder eher wie in einem dieser Träume, wo man wohin will – aber nie ankommt. Süchteln, unser schönes, kleines Stadtteilchen, fühlt sich aktuell an wie das letzte gallische Dorf vor der römischen Vollsperrung.
Das Vierscher Versehen – Glosse von Jupp van’t Eck
Viersen-Süchteln – Überall wird gebuddelt. Innenstadt? Zu. Ampelkreuzung Richtung Vorst? Dicht. Fußgängerzone? Wird neu gemacht, aber nur, wenn man vorher sein Navi auf „Wandermodus“ stellt. Wer nach Süchteln will, braucht Geduld, eine Karte von 1984 und gute Wanderschuhe.
Die Stadt sagt: „Alles halb so wild, alles bleibt fußläufig erreichbar.“
Ich sach: „Wenn ich durch drei Umleitungen, zwei mobile Ampeln und ’ne Baustelle muss, um zum Bäcker zu kommen, dann ist das kein Spaziergang – das ist Urban Survival.“
Wanderbaustelle klingt wie Urlaub – ist aber keiner
Und dann noch dieses Wort: Wanderbaustelle. Klingt nett, oder? Fast poetisch. Ich stell mir da zwei freundliche Bagger vor, die Hand in Hand in Richtung Lindenplatz schlendern, während hinter ihnen leise eine Sparkassenfassade bröckelt.
In echt is dat anders: Hier wandert nix freiwillig. Die Baustelle kommt einfach – und bleibt. Mal vorne, mal hinten, aber immer im Weg.
Der Willi vom Kiosk sagt:
„Ich hab mehr Absperrband gesehen als Kundschaft. Und das Ding heißt jetzt Süchteln 31 – vor 2031 wird et nämlich nicht feddisch!“
Und die Uschi vom Blumenladen meint:
„Ich gieß jetzt meine Pflanzen mit Bauwasser – wenigstens das fließt.“
Verkehrsführung nach Gefühl
Ampeln sind jetzt mobil. Da kannste froh sein, wenn sie überhaupt an sind. Und wenn man als Fußgänger Glück hat, findet man irgendwo noch ’nen Zebrastreifen, der nicht gerade unter Asphalt liegt.
Mein persönlicher Lieblingshinweis ist übrigens:
„Alle Häuser bleiben fußläufig erreichbar.“
Na Gott sei Dank! Ich hatte schon Angst, ich muss mich abseilen.
Jupps Tipp:
Ich sag: Machen wir das Beste draus. Jeder, der’s schafft, ohne Umweg von der Anne-Frank-Straße bis zur Sparkasse zu kommen, kriegt ’nen Orden. Oder wenigstens ’nen Kaffee. Und wenn Süchteln wirklich das gallische Dorf ist, dann fehlt nur noch der Druide mit der Baugenehmigung.
Bis dahin: Augen auf, Helm auf, Humor an.
Euer
Jupp van’t Eck





