Wo der Karneval hilft: Dölker Möhne sammelten für soziale Projekte

Wenn sich am Karnevalssamstag eine schwarz-gelbe Schar durch die Dülkener Innenstadt bewegt, begleitet von klingenden Sammelbüchsen, Gardisten in Uniform und den amtierenden Prinzenpaaren, dann ist eines gewiss: Die Dölker Möhne sind wieder unterwegs für den guten Zweck. Was andernorts als karnevalistische Randnotiz erscheinen mag, ist in der Stadt mit dem „Stripke“ eine feste Größe im närrischen Kalender – und seit nunmehr 45 Jahren Ausdruck gelebter Solidarität.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz und Jens Gütgens

Dölke – In diesem Jahr stand die traditionelle Spendensammlung unter einem besonderen Stern, denn die Dölker Möhne feiern ihr 50-jähriges Bestehen – ein halbes Jahrhundert karnevalistischen Engagements, das weit über Frohsinn und Brauchtum hinausreicht. Rund 35 Möhnen zogen gemeinsam mit etwa 15 Gardisten sowie dem großen und dem kleinen Prinzenpaar durch die Innenstadt, besuchten Geschäfte, suchten das Gespräch mit Passanten und baten um Unterstützung für soziale Projekte vor Ort.

Foto: Jens Gütgens

Die Sammlung am Karnevalssamstag hat bei den Möhnen eine lange Tradition. Seit rund 45 Jahren kommen die Erlöse caritativen Einrichtungen zugute. Über Jahrzehnte hinweg galt die Unterstützung insbesondere den sogenannten Löwenkindern, einer Initiative, die sich für Kinder in schwierigen Lebenssituationen einsetzt. Seit etwa acht Jahren wird der gesammelte Betrag auf mehrere Organisationen aufgeteilt, um noch breiter helfen zu können.

In dieser Session profitieren neben den Löwenkindern die Fundación für Kinder, der Dülkener Martinsverein sowie das Projekt Sternenkinder von der Aktion. Damit deckt das Engagement ein weites Spektrum ab – von der Förderung junger Menschen über konkrete Unterstützung im Stadtteil bis hin zur Begleitung von Familien in besonders sensiblen Lebenslagen. Dass die Sammlung von den amtierenden Prinzenpaaren unterstützt wird, ist in Dülken gelebte Tradition. Ihre Präsenz verleiht dem Zug zusätzliche Aufmerksamkeit und unterstreicht die enge Verbindung zwischen Karneval und gesellschaftlicher Verantwortung.

Foto: Jens Gütgens

Vor Ostern folgt schließlich ein weiterer fester Termin im Ablauf dieser Initiative: In der örtlichen Filiale der Sparkasse werden die Sammelbüchsen geöffnet. Gemeinsam mit Filialleiter Frank Dors wird gezählt und die Summe offiziell festgestellt. Transparenz und Nachvollziehbarkeit sind dabei ebenso selbstverständlich wie die anschließende zeitnahe Verteilung der Gelder an die begünstigten Einrichtungen. In den vergangenen Jahren kamen jeweils zwischen 4.000 und 5.000 Euro zusammen – Beträge, die für kleinere Vereine und Initiativen von erheblicher Bedeutung sind. Sie ermöglichen Projekte, schaffen Entlastung und setzen dort an, wo Hilfe unmittelbar gebraucht wird.

Foto: Jens Gütgens

Das 50-jährige Bestehen der Dölker Möhne verleiht der diesjährigen Sammlung eine zusätzliche symbolische Tiefe. Es ist ein Jubiläum, das nicht nur auf eine lange karnevalistische Tradition verweist, sondern vor allem auf Kontinuität im sozialen Engagement. Zwischen Musik, Kostümen und närrischem Treiben zeigt sich einmal mehr: In Dülken gehört es zum Selbstverständnis des Karnevals, Verantwortung zu übernehmen – verlässlich, sichtbar und seit Jahrzehnten mit bemerkenswerter Beständigkeit. (cs)

Foto: Jens Gütgens