Wo Füße flogen und Jubel hallte – Dülken wurde erneut zur Arena des Taekwondo

Die Sporthalle am Ransberg bebte am vergangenen Samstag, als die KSG Oh Do Kwan e.V. zur Landesmeisterschaft und zum Newcomer Cup der Nordrhein-Westfälischen Taekwondo Union (NWTU) einlud. Rund 220 Kämpferinnen und Kämpfer, von Nachwuchstalenten bis hin zu erfahrenen Wettstreitern, verwandelten die Halle in ein brodelndes Kampffeld, das von scharfen Kiais, schnellen Tritten und donnerndem Applaus erfüllt war.
Von RS-Redakteur Diemtar Thelen und Martin Häming

Viersen-Dülken – Mitten in diesem energiegeladenen Ambiente stand ein Verein, der in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum feiert: Die KSG Oh Do Kwan e.V. blickt auf 50 Jahre Vereinsgeschichte zurück – und zeigte, dass Leidenschaft für den olympischen Zweikampf noch immer pulsierend durch jede Trainingseinheit und jede Veranstaltung fließt. „Für uns ist das nicht nur Sport, es ist ein Stück Heimat“, erklärte ein Mitglied am Rande des Turniers. „Athletinnen und Athleten erleben hier Gemeinschaft, Disziplin und Begeisterung – Werte, die seit fünf Jahrzehnten Fundament sind.“

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Die Halle bot ein farbenfrohes Bild: Weißgekleidete Sportler in Doboks, Schutzausrüstung in Blau und Rot, digitale Anzeigetafeln und das rhythmische Piepen der elektronischen Trefferwesten. Daedo-Gen-3-Systeme registrierten jeden präzisen Schlag und jeden gekonnten Kick, während Kampfrichter die Szenen aufmerksam verfolgten. Zwischen den Kämpfen sorgten Familien, Freunde und Vereinskameraden auf der Tribüne für eine Atmosphäre, die an ein großes Sportfest erinnerte.

Der Dülkener Gastgeber selbst, der dieses Turnier gemeinsam mit der Nordrhein-Westfälischen Taekwondo Union e.V. ausrichtete, schickte Kämpferinnen und Kämpfer in den Wettbewerb. Für viele der sechs Athleten war es der erste große Wettkampf, und sie sammelten wertvolle Erfahrungen auf der Matte. Mit großem Einsatz und überzeugenden Leistungen konnten sie in ihren Kategorien insgesamt vier Medaillen erringen: Faisa und Chery Schechkheder sicherten sich Bronze, während Niklas Fuchs und Bruc Schechkheder Gold nach Hause brachten. Unterstützt wurden die Kämpfer dabei von Fuad Schechkheder, der sie als Trainer und Coach begleitete.

Doch nicht nur die eigenen Vereinsfarben standen im Fokus. Athleten aus ganz Nordrhein-Westfalen gaben sich in Dülken ein Stelldichein. Von den Nachwuchsklassen der Jugend C über Kadetten und Jugend A bis hin zu den Senioren – in allen Alters- und Gewichtsklassen wurde mit Leidenschaft und sportlicher Fairness gekämpft. Besonders spannend waren die Finalkämpfe, bei denen jede Sekunde und jeder Punkt über Sieg oder Niederlage entschied. Jubel, Tränen und stolze Umarmungen wechselten sich ab und machten deutlich, dass Taekwondo weit mehr ist als nur ein Kampfsport: Es ist Emotion pur.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Die organisatorische Verantwortung lag bei der NWTU. Unter der Leitung von Ahmad-Nebras Kazkaz (Vizepräsident Zweikampf, komm.), Komi Agbopletou (Stellvertretender Kampfrichter-Referent) und Christoph Giefer (komm. Sportreferent Zweikampf) lief der Wettkampftag reibungslos. Hinter den Kulissen sorgten Helferinnen und Helfer der KSG Oh Do Kwan e.V. für einen flüssigen Ablauf – vom Auf- und Abbau bis hin zur Versorgung von Gästen und Athleten.

Für Viersen-Dülken war dieses Turnier ein doppeltes Signal: Zum einen zeigte es, wie lebendig und erfolgreich Taekwondo in der Region betrieben wird, zum anderen bewies es, dass Sportveranstaltungen dieser Größe auch in einer Stadt wie Dülken bestens aufgehoben sind. Das Echo bei den Besuchern war durchweg positiv, viele sprachen von einer beeindruckenden Mischung aus Wettkampfatmosphäre, Familienfest und sportlicher Professionalität. Die KSG Oh Do Kwan e.V. hat mit dieser Ausrichtung ein weiteres Kapitel ihrer Vereinsgeschichte geschrieben. Ein Kapitel, das laut, farbenfroh und voller Dynamik in Erinnerung bleibt – und das bereits Vorfreude auf die kommenden sportlichen Höhepunkte weckt. (dt)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming