Ein Vorjahresvergleich der Angebotspreise für Wohnungen mit 40 bis 120 Quadratmetern in ausgewählten deutschen Mittelstädten zeigt in allen 83 untersuchten Mittelstädten sind die Kaufpreise gestiegen, in 18 Städten sogar um mindestens 20 Prozent.
Viersen – Nach den hohen Preissteigerungen in den Großstädten werden Immobilien auch in den Mittelstädten immer teurer. Das zeigt ein aktueller Vorjahresvergleich für 83 Mittelstädte (50.000 bis 100.000 Einwohner), in dem die Angebotspreise von Wohnungen (40 bis 120 Quadratmeter, ohne Neubau) untersucht wurden. Die immowelt-Analyse zeigt: In allen 83 untersuchten Mittelstädten sind die Kaufpreise für Wohnungen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. In 18 Gemeinden sogar um mindestens 20 Prozent. Die stärksten Anstiege gibt es in Nordrhein-Westfalen. Mittelstädte in Süddeutschland bleiben am teuersten. In den ostdeutschen Mittelstädten ist der Wohnungskauf hingegen am günstigsten.
Den größten prozentualen Anstieg aller Mittelstädte verzeichnet Detmold in Nordrhein-Westfalen mit 36 Prozent. Der Quadratmeter kostet dort aktuell 2.060 Euro, rund 500 Euro mehr als im Vorjahr. In Viersen ist lediglich ein Anstieg von 6 % zu verzeichnen. Die hohen prozentualen Anstiege erklären sich zum einen mit dem relativ niedrigen Preisniveau, aber auch mit einer veränderten Nachfrage. Denn durch die breite Nutzung von Homeoffice ist es nicht mehr zwingend notwendig, unmittelbar in der Nähe des Arbeitsplatzes zu wohnen. Mittelstädte mit ihrer oft attraktiven Infrastruktur und teils noch niedrigen Immobilienpreisen rücken in den Fokus von Käufern.
Dieser Effekt zeigt sich auch im Norden der Bundesrepublik. In Wilhelmshaven ist der Quadratmeterpreis um 33 Prozent auf 1.670 Euro gestiegen. Greifswald (2.530 Euro) verzeichnet ebenfalls einen hohen Anstieg von 25 Prozent. In Norderstedt ist der Anstieg mit 18 Prozent zwar etwas geringer, das Preisniveau aber deutlich höher. Aktuell liegt der Quadratmeterpreis im Median bei 3.810 Euro. Die hohen Kaufpreise hängen stark mit der räumlichen Nähe zu Hamburg zusammen – die Metropole zieht auch die Preise im Umland nach oben.
Datenbasis für die Berechnung der Kaufpreise waren auf immowelt.de inserierte Angebote. Dabei wurden ausschließlich Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Quadratmeterpreise geben den Median der jeweils in den Jahren 2020 und 2021 auf immowelt.de angebotenen Wohnungen (40 bis 120 Quadratmeter, ohne Neubau) in 83 mittelgroßen deutschen Städten (50.000 bis 100.000 Einwohner) wieder. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise. Es handelt sich um Angebots-, keine Abschlusspreise. (opm/immowelt)

