Mit der „FÜLEX25“ findet die bislang größte landesweite Zivilschutzübung des Technischen Hilfswerks in Nordrhein-Westfalen statt – auch das THW Viersen war mit dabei.
Viersen/Mönchengladbach – An vier Wochenenden im August und September üben pünktlich zum 75. Jubiläum des THW mehr als 4.000 ehrenamtliche Einsatzkräfte in realistischen Szenarien. Schauplatz ist ein riesiges Übungsgelände im Raum Mönchengladbach, auf dem die Einheiten nacheinander mehrere von insgesamt 40 vorbereiteten Szenarien beüben werden.
Übungsszenario ist eine hybride Bedrohungslage mit Sabotageakten und Angriffen auf kritische Infrastruktur, verschärft durch Starkregenereignisse und übersättigte Böden. Ziel der Übung ist es, die Fähigkeiten des THW im Zivilschutz sichtbar zu machen und die Zusammenarbeit der Einheiten zu trainieren. Angesichts der aktuellen politischen Lage will das THW in den nächsten Jahren seine Zivilschutzfähigkeit gezielt stärken.

Die Fachgruppen Räumen standen Anfang September im Mittelpunkt. Zeitgleich übten mit ihnen weitere spezialisierte Fachgruppen, die Drohnen, Boote, Großpumpen und Netzersatzanlagen einsetzten. Die Fachgruppen Räumen beseitigten Trümmer, schafften Zugänge und legten Wege an. Sie setzten hierfür Radlader, Bagger und Teleskoplader ein. Bei der Übung bewältigten die 20 Einheiten verschiedene Szenarien an verschiedenen Orten im Raum Mönchengladbach. Sie schaffen mit ihren Baumaschinen Hindernisse zur Seite, um Straßen wieder befahrbar zu machen. Die Fachgruppen Räumen betrieben Anlagen zum Befüllen von Sandsäcken und Big Bags, die bei Starkregen oder Hochwasser zur Sicherung von Deichen, Dämmen und Gebäuden genutzt werden können. Sie übernehmen zudem deren Transport an die Einsatzstellen. Im Zusammenspiel von Baumaschinen und LKW-Kippern bewegten sie Tonnen von Schüttgut.
Beteiligt waren die Ortsverbände: Bergisch Gladbach, Bielefeld, Bünde, Detmold, Dortmund, Dülmen, Essen, Herzogenrath, Köln-Ost, Lünen, Meschede, Mülheim an der Ruhr, Münster, Neuss, Olpe, Paderborn, Rheine, Schwelm, Siegburg und Viersen.
Am vergangenen Samstag setzten die neun Trupps Unbemannte Luftfahrtsysteme (Tr UL) aus dem Landesverband Nordrhein-Westfalen mehrere Drohnen an zwei Einsatzstellen ein. Die Trupps UL unterstützen mit ihrem Fotomaterial bei der Analyse von Großschadenslagen, der Planung von Bereitstellungsräumen oder der Suche von Vermissten.
Im Fokus stand die Zusammenarbeit von mehreren Trupps UL unter der Führung eines Zugtrupps. Erstmals wurde dabei der Flug mehrerer Drohnen gleichzeitig beübt, was eine flugtechnische Herausforderung darstellte. Dazu wurden mehrere Einsatzabschnitte mit eigener Flugleitung gebildet, um die Drohnenflüge zu koordinieren. Neben den Flugübungen fand auch eine gemeinsame Ausbildungsveranstaltung statt, bei der auf die Besonderheiten des Übungsgeländes und des gemeinsamen Flugbetriebs eingegangen wurde. Die Informationsgewinnung aus der Luft hat zentrale Bedeutung für den Einsatz bei Großschadenslagen.
Beteiligt waren die Trupps UL der Ortsverbände Bad Honnef, Büren, Hilden, Iserlohn, Minden, Nörvenich, Siegen, Viersen und Wanne-Eickel sowie der Zugtrupp des Ortsverbandes Herten.
Die FÜLEX25 bot damit eine einmalige Gelegenheit, Ausbildung und Zusammenarbeit unter realistischen Bedingungen auf ein neues Niveau zu heben und einen weiteren großen Schritt in Richtung Zivilschutztüchtigkeit zu machen. (opm)





