Die Wechseljahre sind für die meisten Frauen ein sensibles Thema. In dieser Zeit machen sowohl der Körper als auch der Geist einer Frau drastische Veränderungen durch. All die Symptome geben einem plötzlich das Gefühl, dass man sich selbst von seinem Körper entfremdet und hilflos dabei zusehen muss.
Gesundheit – Insbesondere wenn die Haut plötzlich immer dünner und faltiger wird, sinkt das Selbstwertgefühl auf ein Minimum. Der Anblick im Spiegel wird zum Schreckmoment: Dunkle Augenringe, tiefe Falten und auffällige Unebenheiten sind kaum zu übersehen. Um das zu umgehen, ist die richtige Hautpflege in den Wechseljahren besonders wichtig. Worauf man dabei unbedingt achten sollte, das lesen Sie hier.

Was passiert in den Wechseljahren?
In den Wechseljahren, auch als Klimakterium bezeichnet, enden die fruchtbaren Jahre einer Frau und es kommt zu hormonellen Veränderungen im Körper.
Während des gesamten reproduktiven Lebens einer Frau produziert ihr Körper Östrogen. Dieses Hormon ist für die Regulierung vieler Körperfunktionen wie z.B. Menstruation, Schwangerschaft, Stillen und die Erhaltung der Knochen- und Herzgesundheit verantwortlich. In den Wechseljahren sinkt die Produktion dieses Hormons jedoch ab. Dies ist auf den natürlichen Alterungsprozess des Körpers zurückzuführen, insbesondere auf den Rückgang der Aktivität der Eierstöcke. Dieser Rückgang verursacht eine Unterversorgung des Körpers mit Östrogen. Infolge dieser hormonellen Schwankungen kommt es auch zu körperlichen und psychischen Veränderungen. Dazu gehören unter anderem:
- Hitzewallungen & Schweißausbrüche
- Schlafstörungen
- Stimmungsschwankungen
- trockene Schleimhäute
- sinkender Libidoverlust
Diese Symptome können über mehrere Jahre andauern – so lange, bis der Hormonhaushalt sich eingependelt hat.
Wie verändert sich die Haut in den Wechseljahren?
Auch die Haut verändert sich in den Wechseljahren aufgrund des Rückgangs der Östrogenproduktion.
Östrogen ist wichtig für die Aufrechterhaltung der Hautfeuchtigkeit und Elastizität. Sinkt der Östrogenspiegel plötzlich ab, sinkt auch der Anteil feuchtigkeitsbindender Stoffe in der Haut wie z.B. Hyaluron. Der Abbau von Hyaluron führt zu trockener, dünnerer und faltiger Haut. Zusätzlich wird die Hautbarriere geschwächt.
Ein weiteres Problem, das in den Wechseljahren auftreten kann, ist die Verlangsamung der Kollagenproduktion. Kollagen ist ein Protein, das für die Elastizität und Festigkeit der Haut verantwortlich ist. Östrogene stimulieren die Kollagensynthese und sind damit ein wichtiger Faktor für eine straffe und gut durchfeuchtete Haut. Ein Rückgang der Kollagenproduktion verringert die Spannkraft und das Volumen der Haut, wodurch Falten entstehen und Gefäße stärker durchscheinen.
Auch die Durchblutung kann sich in den Wechseljahren verschlechtern, was zu einer schlechteren Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der Haut führen kann. Eine Unterversorgung der Haut äußert sich in einer langsamen Regeneration, was wiederum die Entstehung schlaffer Haut begünstigt.
Richtige Hautpflege in den Wechseljahren in 3 Schritten
In den Wechseljahren verändern sich die Bedürfnisse der Haut und es wird immer schwieriger, den neuen Ansprüchen gerecht zu werden. Ohne die richtige Hautpflege entwickelt sich die Haut in den Wechseljahren zu einer Problemhaut mit Falten, Flecken und Rötungen. Damit es nicht dazu kommt, muss man die 3 Säulen der Hautpflege reifer Haut kennen: Hautfeuchtigkeit, Hautfestigkeit und Hautebenheit. Daraus lässt sich eine wirkungsvolle Pflegeroutine erschaffen, die den besonderen Bedürfnissen der alternden Haut gerecht wird.
Hautfeuchtigkeit
Es gibt verschiedene Wirkstoffe, die die Hautfeuchtigkeit in den Wechseljahren verbessern können. Einige der wichtigsten sind:
- Hyaluronsäure: Das ist ein natürliches Polysaccharid, das Wasser bindet und die Haut glatt und geschmeidig aussehen lässt. Es gibt verschiedene Formen von Hyaluronsäure, die unterschiedlich tief in die Haut eindringen können und somit unterschiedlich effektiv sind.
- Glycerin: Glycerin ist ein Feuchthaltemittel, das Wasser und somit die Hautfeuchtigkeit aufrechterhält. Dadurch bleibt die Haut weich und geschmeidig.
- Urea: Urea ist ein weiteres Feuchthaltemittel, das die hauteigene Schutzbarriere stärkt. Es verhindert den Feuchtigkeitsverlust und beugt somit der Austrocknung vor.
- Ceramide: Ceramide sind natürliche Lipide, die in der Haut vorkommen und die Hautbarriere stärken. Somit wird die Feuchtigkeit in der Haut gehalten.
- Niacinamide: Das ist eine Form von Vitamin B3, das die Hautfeuchtigkeit verbessert und die Hautbarriere stärkt. Es kann auch zur Verbesserung der Hauttextur und zur Reduzierung von Pigmentflecken beitragen.
Hautfestigkeit
Die Hautfestigkeit bzw. Straffheit ist ein weiterer wichtiger Faktor, der bei der Pflege reifer Haut beachtet werden muss. Altersbedingt und hormonbedingt nimmt die Spannkraft ab, daher muss mit Hilfe von effektiven Wirkstoffen nachgeholfen werden.
- Moos-Extrakt: Dieser Wirkstoff beugt dem Alterungsprozess von innen heraus vor, indem es die Zellkerne stärkt. Moos-Extrakt, wie es in der Moossalbe enthalten ist, hat außerdem antioxidative Eigenschaften und unterstützt die Regeneration der Haut.
- Retinol: Das ist eine Form von Vitamin A, welche die Zellerneuerung und die Kollagenproduktion anregt. Retinol hilft auch, die Hauttextur und das Hautbild zu verbessern und die Hautalterung zu verlangsamen.
- Vitamin C: Vitamin C ist ein starkes Antioxidans, das die Kollagenproduktion unterstützt und die Haut vor Schäden durch freie Radikale schützt.
- Peptide: Peptide sind Verkettungen von Aminosäuren, die die Kollagenproduktion anregen und die Haut fester und straffer aussehen lassen.
- Resveratrol: Das ist ein Polyphenol, das in Trauben und Beeren gefunden wird. Es hat starke antioxidative Eigenschaften und kann die Kollagenproduktion und die Hautelastizität verbessern.
Hautebenheit
Ein weiteres typisches Problem, das in den Wechseljahren auftritt, sind Alters- und Pigmetflecken sowie große Poren. Die Haut wirkt uneben und unrein, daher sind aufhellende und glättende Pflegeprodukte bei reifer Haut von großer Bedeutung.
- Kojisäure: Es ist eine natürliche Säure, die die Melaninproduktion hemmt und Pigmentflecken reduzieren kann.
- Kresse-Extrakt: Aktiv-Kresse ist ein Wirkstoff, der antioxidative Eigenschaften besitzt. Das Extrakt enthält sekundäre Pflanzenstoffe, die die Pigmentbildung in der Haut vorbeugen können und so zu einem ebenmäßigen Teint beitragen.
- Thiamidol: Thiamidol beeinflusst die Melaninproduktion und reduziert so die Flecken auf der Haut. Es wirkt durch die Hemmung der Tyrosinase, einem Enzym, das für die Melaninproduktion verantwortlich ist.
- Azelainsäure: Azelainsäure ist eine milde Säure, die für ihren sanft peelenden Effekt bekannt ist. Der Wirkstoff verhornte Hautzellen ab und kommt deshalb in porenvefeinernden Hautprodukten zum Einsatz. Die Säure hellt Pigmentierungen auf und verbessert die Ebenmäßigkeit der Haut.
Fazit
Frauen haben in den Wechseljahren häufig mit Hautproblemen zu kämpfen. Es sind nicht nur Falten und schlaffe Haut, die einem zu schaffen machen, sondern auch Flecken, Rötungen und Trockenheit. Für die richtige Pflege in den Wechseljahren müssen drei Faktoren beachtet werden: Hautfeuchtigkeit, Hautfestigkeit und Hautebenheit. Für jeden Punkt gibt es verschiedene Wirkstoffe, die je nach den eigenen Bedürfnissen der Haut miteinander kombiniert werden können. So ergibt sich eine wirkungsvolle Hautpflegeroutine, die das Hautbild in den Wechseljahren verbessert – damit man sich wieder wohlfühlen kann. (opm)




