Polizei warnt vor lebensgefährlichem „Choking Game“ bei Jugendlichen

Die Polizei warnt eindringlich vor dem sogenannten „Choking Game“, auch bekannt als „Pass-Out-Game“ oder „Würgespiel“. Bei diesem gefährlichen Trend schnüren sich Jugendliche selbst oder lassen sich von anderen die Luft abdrücken – durch Würgen, Druck auf den Brustkorb oder extremes Atmen – um einen kurzen Rauschzustand nach Ohnmacht zu erleben.
Von RS-Redakteur Walter Henning

Region – Ein aktueller Fall in Kamp-Lintfort zeigt die Risiken eindrücklich: Im Januar würgte ein 13-jähriger Junge ein zwei Jahre jüngeres Kind. Das Opfer musste ins Krankenhaus, konnte aber glücklicherweise mittlerweile wieder nach Hause entlassen werden. „Dieser Vorfall verdeutlicht, wie lebensgefährlich diese Challenge ist“, betont die Polizei. Bereits nach wenigen Sekunden ohne Sauerstoff können Gehirnzellen dauerhaft geschädigt werden. Mögliche Folgen reichen von bleibenden Hirnschäden über epileptische Anfälle und Schlaganfälle bis hin zu schweren Behinderungen oder dem Tod.

In sozialen Netzwerken kursieren zahlreiche Videos, in denen Jugendliche die Challenge nachahmen. Die Aufnahmen sind oft verstörend: Jugendliche liegen bewusstlos oder zuckend auf dem Boden, die Augen starren ins Leere – und alles wird mit dem Handy gefilmt. Die Polizei warnt, dass solche Inhalte das Risiko verharmlosen und besonders Nachahmungseffekte bei Gleichaltrigen auslösen können.

Fachleute erklären, dass der kurzzeitige „Kick“ durch Sauerstoffmangel im Gehirn entsteht. „Viele Jugendliche unterschätzen die Gefahr völlig“, so die Polizei. „Schon wenige Sekunden zu viel können irreversible Schäden verursachen.“ In Deutschland wurden in den letzten Jahren immer wieder schwere Unfälle dokumentiert, teilweise mit Todesfolge.

Eltern, Lehrkräfte und Betreuer werden deshalb gebeten, aufmerksam zu sein: Veränderungen im Verhalten, auffällige Videos auf dem Handy oder Berichte von Gleichaltrigen können Hinweise auf riskantes Verhalten sein. Offene Gespräche, klare Grenzen und das Vermitteln von Risiken sind entscheidend, um junge Menschen zu schützen.

Die Polizei appelliert eindringlich: „Kein Trend, kein Mutbeweis und kein Video ist es wert, ein Leben zu riskieren. Reden Sie darüber, schauen Sie hin, greifen Sie ein.“ (wh)

Foto: KI generiert/ KPB Wesel