Tausende Besucher feierten Tradition beim Schöppenmarkt in Dülken

Dülkens Innenstadt pulsierte am Aschermittwoch in allen Farben und Geräuschen. Schon früh am Morgen strömten Besucher aus nah und fern in die Stadt, um sich den traditionsreichen Schöppenmarkt nicht entgehen zu lassen.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz, Rita Stertz, Leo Dillikrath und Martin Häming

Viersen-Dülken – Über 190 Marktstände säumten die Straßen und Plätze – von der Lange Straße bis zum Wilhelm-Cornelißen-Platz – und verwandelten das Stadtzentrum in ein lebendiges Freiluft-Schaufenster voller Waren, Düfte und Geräusche.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Die Aufbauarbeiten begannen schon vor Sonnenaufgang. Händler packten Kisten aus, sortierten Textilien, Haushaltswaren, Gartenartikel und Autozubehör und arrangierten ihre Stände mit der gewohnten Sorgfalt, die den Markt seit Generationen auszeichnet. Als der Startschuss fiel öffneten sich Türen und Verkaufsflächen, und das Stimmengewirr der Marktbesucher mischte sich mit dem Klappern von Kisten und den Düften frisch gebackener Leckereien.

„Ich liebe es, hier früh vorbeizukommen. Man findet immer etwas Besonderes, das man sonst nirgends sieht“, berichtete Elisabeth L., die aus Viersen angereist war, um sich die besten Angebote zu sichern. Rund um sie herum schlenderten Familien, Paare und Einzelbesucher durch die dicht gefüllten Straßen, hielten hier an, probierten dort eine Kostprobe und ließen sich von der Atmosphäre treiben.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Die kulinarische Vielfalt trug wesentlich zur besonderen Stimmung bei. An zahlreichen Imbissständen wurden Bratwürste gegrillt, Crêpes frisch zubereitet und Quarkbällchen goldbraun ausgebacken. „Viele Kunden kommen extra wegen unserer Spezialitäten, manche nehmen mehrere Portionen für zu Hause mit“, erzählte ein Standbetreiber, dessen kleine Bude von einer konstanten Menschentraube umringt war. Kinderkarussells und Spielattraktionen sorgten parallel dafür, dass die jüngsten Besucher strahlten, während ihre Eltern in aller Ruhe stöbern konnten.

Für die Händler selbst ist der Schöppenmarkt ein fester Bestandteil des Jahreskalenders. „Ich bin seit über 20 Jahren dabei und es ist immer wieder ein großartiges Erlebnis. Die Kundschaft ist treu, die Stimmung einmalig“, erzählte ein Händler, der Textilien aus ganz Deutschland präsentierte. Viele Stände kamen sogar aus dem benachbarten Ausland und trugen so zu einem bunten Warenmix bei, der weit über die regionale Angebotspalette hinausging.

Foto: Rheinischer Spiegel/Rita Stertz

Die Anreise gestaltete sich für Besucher unterschiedlich: Wer auf das Auto verzichtete, nutzte Fahrräder oder öffentliche Verkehrsmittel, um dem starken Parkaufkommen in der Innenstadt zu entgehen. Dennoch war die Dülkener Innenstadt bis in den späten Nachmittag hinein lebhaft gefüllt, die Straßen rappelvoll, und das Lachen von Kindern mischte sich mit dem geschäftigen Treiben der Erwachsenen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

Der Schöppenmarkt blickt auf eine lange Geschichte zurück: Bereits 1847 wurden hier vor allem bäuerliche Werkzeuge verkauft – darunter die namensgebenden Schaufeln, die dem Markt seinen Namen gaben. Über die Jahrzehnte hat sich der Markt gewandelt, blieb aber seiner Tradition treu. „Es ist beeindruckend zu sehen, wie der Markt wächst und zugleich seine historische Identität bewahrt“, kommentierte ein Anwohner, während er die farbenfrohen Stände betrachtete. Nicht einfach, in der sich wandelnden Gesellschaft und dem modernen Einkaufsverhalten, dennoch, der Schöppenmarkt bleibt ein lebendiger Treffpunkt, der Tradition, Handel und Lebensfreude in Dülken vereint  (cs)

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath