Frühjahrsputz in „Klein-Jerusalem“: Ehrenamt für Kapelle und Park

Wenn Bürger und Vereinsmitglieder des Schützenverein „Klein-Jerusalem“ 1854 e.V. zur Harke greifen, dann geschieht das nicht allein aus Pflichtgefühl. Es ist Ausdruck eines Selbstverständnisses, das Tradition, Gemeinsinn und Pflege des kulturellen Erbes miteinander verbindet. So auch am 28. Februar, als sich zahlreiche Helfer im Park der Kapelle versammelten, um dem winterlichen Laub zu Leibe zu rücken.
Von RS-Redakeurin Sabrina Köhler

Willich-Neersen – Mit Besen und Rechen wurde zusammengetragen, was Wind und Wetter über Wochen verteilt hatten. Das Laub wurde verladen, Wege freigelegt, Beete gesäubert. Längst ist die Kapelle mit ihrem angrenzenden Park zu einem Anziehungspunkt geworden – nicht nur für Spaziergänger, sondern auch für jene, die hier einen Ort der Ruhe und Begegnung finden. Dass dieser Platz in gepflegtem Zustand erstrahlt, verstehen die Schützen als sichtbaren Beitrag zum Gemeinwohl.

Doch in diesem Jahr hat die Arbeit im Park eine zusätzliche Bedeutung. Am 21. März wird in der Kapelle erstmals die Krönung des neuen Königshauses vollzogen. Für den traditionsreichen Verein schließt sich damit ein symbolischer Kreis. Der Name „Klein-Jerusalem“, den der Schützenverein seit dem 19. Jahrhundert trägt, verweist nicht zufällig auf die besondere Verbindung von Glaube und Brauchtum. Die Krönung in der Kapelle unterstreicht diesen Anspruch auf eindrucksvolle Weise.

Eine besondere Ehre wird dabei dem Damenkönigshaus zuteil, dessen Regentschaft im feierlichen Rahmen gewürdigt wird. Im Anschluss an die Zeremonie wird im Ratssaal von Schloss Neersen weitergefeiert – festlich, aber der Tradition verpflichtet.

Der Blick richtet sich indes bereits auf die kommenden Wochen. Am 1. Mai wird um 10.30 Uhr im Park der Kapelle der Schützenbaum gesetzt. Wie es guter Brauch ist, soll das Ereignis nicht nur ein symbolischer Akt bleiben. Für das leibliche Wohl ist gesorgt: Grill und Getränke stehen bereit, Begegnung und Austausch ausdrücklich erwünscht.

Höhepunkt des Vereinsjahres aber ist das Schützenfest vom 8. bis 14. Mai. Schon jetzt weisen die Verantwortlichen auf die Gottesdienste am Sonntag, dem 10. Mai, sowie am 14. Mai, dem Festtag Christi Himmelfahrt, hin. Nach dem Kirchgang wird am Himmelfahrtstag – im Volksmund Vattertag – gemeinsam gefeiert.

Ein weiterer festlicher Akzent erwartet die Besucher am Samstag, dem 9. Mai: Im Garten der Kapelle erklingt der Große Zapfenstreich – jenes feierliche Zeremoniell, das Musik, militärisches Brauchtum und stillen Ernst miteinander verbindet. (sk)

Foto: Bruderschaft