DGB zum Fachkräftebedarf im Kreis Viersen

Trotz unsicherer wirtschaftlicher Aussichten und Rezessionsgefahr steigt der Bedarf an Fachkräften im Kreis Viersen und in der Region. Viele Betriebe beklagen hier einen Mangel.

Kreis Viersen – „Dieser lag 2021 laut Fachkräftemonitor der IHK Mittlerer Niederrhein (Kreis Viersen, Rheinkreis Neuss, Mönchengladbach und Krefeld) bei rund 25.000 fehlenden Fachkräften. In vielen Branchen ist dieser Engpass hausgemacht, denn tatsächlich gibt es einen Mangel an Guter Arbeit, die tariflich bezahlt und sozial abgesichert ist‘‘, so der Vorsitzende des DGB-Kreisverbandes Viersen Klaus Neufeldt.

Die größten Schwierigkeiten im Kreis Viersen eine Fachkräftestelle zu besetzen, gab es nach Angaben der Agentur für Arbeit im Jahr 2021* in folgenden 5 Beschäftigungsgruppen:

1. Gesundheit, Krankenpflege, Rettungsdienste 374 Tage dauert es bis eine Stelle besetzt werden kann.
2. Berufskraftfahrer 265 Tage
3. Gartenbau 259 Tage
4. Arzt und Praxishilfe 135 Tage
5. Berufe im Verkauf 130 Tage
*Aktuellere Daten waren für den DGB nicht verfügbar.

Ursachen für Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung sind Niedriglöhne, ungünstige Arbeitszeiten, Arbeitsintensivierung, viele Überstunden oder Befristungen. Diese schrecken Fachkräfte ab, vor allem gut ausgebildete Frauen. Könnten diese die Teilzeit- und Minijobs verlassen, gäbe es viel mehr Fachpersonal.

,,Von der Politik erwarten wir, vorhandene Reserven für den Arbeitsmarkt zu mobilisieren. Dazu gehören an erster Stelle zügige Maßnahmen zur Stärkung der Tarifbindung, denn tarifliche Bezahlung macht Arbeit attraktiv. Auch muss die Möglichkeit zur sachgrundlosen Befristung abgeschafft werden. Um Geringqualifizierte, Ältere und Menschen mit Migrationshintergrund besser ins Arbeitsleben zu integrieren, brauchen wir mehr Weiterbildung und Qualifizierung. Hier sehen wir die Agenturen für Arbeit und die Jobcenter in der Verantwortung. Zudem müssen sich die Firmen stärker für familienfreundliche Arbeitsbedingungen und die Politik für den weiteren Kita-Ausbau engagieren. Eine Region, in der Beruf und Familie gut vereinbar sind, zieht Fachkräfte an“, so Neufeldt abschließend. (opm)