Chania: Ein ägyptisches Licht im venezianischen Hafen

Sie sind nicht zu übersehen, die Spuren, welche die Venezianer auf Kreta hinterlassen haben. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten zählt deshalb der Hafen von Chania mit seinem ägyptischen Leuchtturm am Rande der romantisch verwinkelten Einkaufsstraßen.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Chania/Kreta – Zu den Denkmälern in denen das Leben heute noch pulsiert gehört der Hafen von Chania mit den alten, angrenzenden venezianischen Stadthäusern und kleinen Gassen mit vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten, Bars und Restaurants. Gebaut in einer ersten Bauphase ab 1320 bis 1356, stammt der venezianische Hafen aus der gleichen Ära wie die Häfen in Heraklion und Rethymnon, mit angrenzenden touristischen Hochburgen.
Während der venezianischen und türkischen Herrschaft gewann der kleine Hafen immer mehr an Bedeutung, trotz seiner ungünstigen Lage und geringen Tiefe, weshalb ein Ausbau nötig wurde. Bereits 1302 wurden erste Überlegungen angestrebt, doch es dauerte seine Zeit, bis letztendlich mit dem Bau begonnen werden konnte. Die Anfälligkeit für die Winde blieb, ebenfalls für große Schiffe war der Hafen zu beengt.

Foto: Rheinischer Spiegel

So legten die Handelsschiffe immer häufiger in Heraklion an, nach 1364 verlor der Hafen in Chania immer mehr an Bedeutung. Die Venezianer fingen im späten 16. Jahrhundert an, mit Blick auf die Bedrohung durch die Türken, die Städte zu befestigen. Auch im Hafen von Chania kam es 1595 bis 1601 zu großen Eingriffen, sie bauten in dieser Zeit ebenfalls den Leuchtturm. 1645 geriet der Hafen unter die Belagerung der türkischen Armee, in diesem Jahr begannen die muslimischen Türken zudem mit dem Bau einer Moschee am Hafen. Die Hassan-Pascha-Moschee, eine Janitscharen-Moschee, wird heute als Veranstaltungsort vor allen Dingen für kulturelle Bereiche genutzt.

Foto: Rheinischer Spiegel

Im September 1669 ergab sich die venezianische Besatzung den Osmanen und die türkischen Herrscher sahen keinen Sinn darin den Hafen zu erhalten. Den Wert des Hafens erkannten unerwartet die Ägypter bei ihrer Besetzung im frühen 19. Jahrhundert. Im Jahre 1839 restaurierten die Ägypter den Leuchtturm und gaben ihm ihren eigenen Stil – so, wie er heute noch sichtbar ist. Mit einer Höhe von 21 Metern gehört er zu den ältesten erhaltenen Leuchttürmen der Welt und ist eines der meist fotografierten Motive der Insel. (nb)

Foto: Rheinischer Spiegel

 

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