Die Nachwuchsjecken übernahmen das Regiment im Süchtelner Josefshaus

Ein kräftiges Soetelsche Muure-Soat erklang — und mit ihm begann das bunte Tohuwabohu, das am Sonntag das Josefshaus eroberte. Ein Nachmittag, an dem die kleinsten Jecken das Regiment übernahmen — mutig, glitzernd und mit Helau bis zum letzten Tusch.
Von RS-Redakteurin Sabrina Köhler

Soetele – Gestern Nachmittag verwandelte sich das Süchtelner Josefshaus in ein Meer aus bunt-gemusterten Kostümen, trillernden Pfiffen und freudigem Kinderlachen: Die Kinder-Karnevalssitzung der KG De Brook Müerkes zog Familien aus der ganzen Umgebung an und bot ein Programm, das so liebevoll wie schmissig arrangiert war.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Unter tosendem „Soetelsche Muure-Soat!“ und mit einer Prise kölscher Keckheit führten Birgit Genzen und ihre Tochter Kerstin — als Clowns „Juppi“ und „Juppi junior“ — charmant durch das bunte Nachmittagsprogramm. Kinder lachten aufgeregt am Bühnenrand, Eltern waren mit Kameras bewaffnet, Würstchen und Waffeln dufteten einladend durch den Saal, während an der Theke die Getränkecrew Nachschub garantierte — verdienter Applaus begleitete den Dank der Moderatoren an die vielen Hände hinter den Kulissen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Höhepunkt des Nachmittags war ohne Zweifel der Auftritts- und Vorstellungsreigen der Prinzenpaare: Vorne weg das 57. Süchtelner Kinderprinzenpaar, Prinz Jonas II. und Prinzessin Hannah II., flankiert von der Begleitgarde, der Midigarde und den Minis der KG De Brook Müerkes.

Helau-Rufe und Kinderklatschen vermischten sich zu einem warmen Klangteppich. Im Anschluss sorgten die Auftritte der Besucherdelegationen für weiteren Glanz: Das Kinderprinzenpaar aus Viersen und jenes aus Dülken bereicherten das Programm ebenso wie das 1. Kinder-Dreigestirn aus Boisheim.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Zwischen den offiziellen Präsentationen blieb viel Raum für Bewegung und Mitmachen — ein wichtiges Element der Veranstaltung. In einem mitreißenden Mitmachblock wurden die kleinen Gäste zum Tanzen eingeladen: ein gemeinsamer Tanz mit Kindern ging nahtlos in eine lange, fröhliche Polonaise über. Die Szene verwandelte sich in ein lebendiges Band aus Prinzenpaaren, Kostümen und zappelnden Beinen — Eltern reihten sich ein, Großeltern winkten, und das Josefshaus wurde kurzerhand zur Narrenspur.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Auch das große Süchtelner Dreigestirn sorgte zusammen mit der Süchtelner Prinzengarde für einen feierlichen Soundtrack des Nachmittags. Besonderen Applaus erhielt zudem die Süchtelner Kapellengarde mit ihrem ersten Showtanz, der in dieser Session für eine echte Überraschung gesorgt hatte. Die Dülkener Crazy Kids setzten mit einem temporeichen Medley noch einen drauf; Minis und Narrenkinder rundeten das Programm mit entzückenden, spontanen Choreografien ab.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Nicht alles war durchgetaktet — und das war gut so. Ein liebevoll inszeniertes Mitmachspiel ließ die kleinen Jecken selbst aktiv werden. Hier zeigte sich die Stärke der Veranstaltung: Es ging nicht um Perfektion, sondern um Augenblicke, in denen Kinder ihre Scheu ablegten und laut lachten. Die Moderation von „Juppi“ und „Juppi junior“ trug viel zu dieser Leichtigkeit bei: mit witzigen Sprüchen, kurzen Dialogen und dem routinierten Fingerspitzengefühl, das Kinderherzen gewinnt.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Noch ein letztes gemeinsames Lied, ein letztes Winken, dann setzte sich der bunte Tross in Bewegung. Die Szenerie — ein bunter Zug, der in den späten Nachmittag zog — blieb in Erinnerung wie ein kleines Volksfest, das die Werte des Karnevals atmete: Zusammenhalt, Frohsinn und eine gehörige Portion Narrenkraft.

Die Narren von morgen tanzten schon gestern in Soetele. Wer an diesem Sonntag nicht dabei war, hat ein echtes Vergnügen verpasst — aber die Bilder von strahlenden Kinderaugen und lautem Helau klingen noch lange in den Gassen nach. (sk)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming