DLRG fordert Schwimmbäder für Ausbildung so lange wie möglich geöffnet zu halten

In einem offenen Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz und die Ministerpräsidenten der Länder fordert die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), die Schwimmbäder auch während möglicher Energieengpässe im Herbst und Winter so lange wie möglich weiterzubetreiben.

Deutschland – Schwimmbäder leisten einen bedeutenden gesellschaftlichen Beitrag. Bei einer erneuten flächendeckenden Schließung nach den Corona-Lockdowns sieht die DLRG die Wassersicherheit in Deutschland in ernsthafter Gefahr.

„Die Belange der Wassersicherheit sind in die Bewältigung der Energiekrise einzubeziehen. Es ist von gesamtgesellschaftlichem Interesse, dass die Schwimmbäder so lange wie möglich geöffnet bleiben und vor allem als Ausbildungsstätte genutzt werden können. Hierfür sind die Kommunen als Betreiber auf die Unterstützung von Bund und Ländern angewiesen“, plädieren Präsidentin Ute Vogt und die Vorsitzenden aller 18 Landesverbände der DLRG in dem offenen Brief. In einem weiteren Schreiben fordern sie auch die Städte und Gemeinden auf, „alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die komplette Schließung der örtlichen Schwimmbäder zu vermeiden.“

Dass die Bäder viel Energie – primär aus Erdgas – verbrauchen, ist unumstritten. Zum Energiesparen sollen sie deshalb auch einen Beitrag leisten. Hierzu haben die Bäderallianz Deutschland und der Deutsche Olympische Sportbund in Abstimmung einen 3-Stufenplan vorgeschlagen, den die DLRG unterstützt:

  • Stufe 1: Abschaltung der hochtemperierten Außenbecken, und ggf. zusätzlich Freibäder unbeheizt bis zum Saisonende weiter betreiben
  • Stufe 2: Alle freizeitaffinen Becken und Saunen (alles außer Sportbecken und Lehrschwimmbecken) außer Betrieb nehmen
  • Stufe 3: Wassertemperatur in den verbleibenden Sport-/Lehrschwimmbecken auf 26 °C absenken

Dem Stufenplan zugrunde liegt der Gedanke, dass Schwimmbäder mehr als Freizeitspaß bieten. Sie sind Orte der Gesundheitsförderung, des Vereinssports und sie sind Orte der lebensrettenden Schwimmausbildung. In den Lehr- und Bildungsplänen der Länder ist festgeschrieben, dass jedes Kind zum Ende der Grundschule das sichere Schwimmen als Kernkompetenz erlernt hat. Die Corona-Pandemie und die einhergehenden monatelangen Schließungen der Schwimmbäder sorgten dafür, dass zehntausende Kinder nicht schwimmen lernten. Als die Bäder im Mai 2021 wieder öffneten, machten sich die DLRG und viele andere mit Zusatzangeboten daran, diesen Ausbildungsstau abzubauen. Eine mögliche erneute Schließung bedeutete nun einen herben Rückschlag für dieses – häufig ehrenamtliche – Engagement.

Für die bundesweite Wassersicherheit unerlässlich sind die Schwimmbäder auch als Ausbildung- und Trainingsstätten von Rettungsschwimmern und Schwimmmeistern. Allein in der DLRG wachen jährlich rund 45.000 Mitglieder ehrenamtlich an Badestellen in Deutschland. Im vergangenen Jahr retteten sie mehr als 1.600 Menschen das Leben. Ohne Schwimmbäder fällt deren Einsatzfähigkeit und damit die Sicherheit von Badegästen an Stränden oder Badeseen sprichwörtlich ins Wasser. Bereits in diesem Jahr sind die Folgen der coronabedingten Schließungen zu spüren: Viele Badbetreiber suchen dringend nach Personal und die Gewährleistung der Bewachung der Nord- und Ostseestrände gestaltete sich mitunter deutlich schwieriger als gewöhnlich. (opm/DLRG)

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