GDL kündigt bundesweite Streiks im Bahnverkehr an – Start bereits am Dienstagabend

Streiks vom bis 10. bis 13. August – Die Mitglieder der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) haben mit großer Mehrheit für einen Arbeitskampf bei der Deutschen Bahn gestimmt. In einer geheimen Briefwahl votierten satte 95 Prozent bei der Urabstimmung mit JA. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 70 Prozent.

Deutschland – „Wir haben mit großer Zustimmung und einem hohen Rücklauf gerechnet, das Ergebnis hat unsere Erwartungen jedoch noch übertroffen“, so der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky bei der Ergebnisverkündung in der Pressekonferenz am 10. August 2021 in Frankfurt. Auch viele Beamte und Kollegen aus den DB-Unternehmen, in denen die GDL keine Urabstimmung durchgeführt hat, haben ihre Solidarität bekundet. Von diesen Antworten unterstützen 97 Prozent den Kurs der GDL. „Wir möchten uns an dieser Stelle recht herzlich bei unseren Mitgliedern bedanken. Ohne diesen Rückhalt wären wir nicht das, was wir sind“, versicherte Weselsky.

Streiks vom bis 10. bis 13. August
Die GDL sieht das eindeutige Votum als Auftrag und ruft daher ihre Mitglieder bei der Deutschen Bahn zum Arbeitskampf auf
• im Güterverkehr ab dem 10. August 19 Uhr und
• im Personenverkehr und der Infrastruktur ab 11. August 2 Uhr
Der Arbeitskampf endet am 13. August um 2 Uhr.

„Gemessen an der Stimmung in der Belegschaft könnte der Streik gar nicht lange genug dauern“, so der GDL-Bundesvorsitzende. Mit diesem Zeitfenster versucht die GDL jedoch den Ferien- und Wochenendverkehr nicht zu stark zu beeinträchtigen.

Die Deutsche Bahn kritisiert die vom GDL-Chef heute angekündigten kurzfristigen Streiks im Bahnverkehr als unnötig und völlig überzogen. „Die GDL-Spitze eskaliert zur Unzeit. Gerade in einem systemrelevanten Bereich wie der Mobilität gilt es jetzt, sich an den Verhandlungstisch zu setzen und nicht unsere Kunden zu belasten“, erklärt DB-Personalvorstand Martin Seiler. GDL-Chef Claus Weselsky hatte zuvor mitgeteilt, dass er ab heute Abend zu einem mehrtägigen Streik im Güter- und Personenverkehr aufruft. Die DB bedauert mögliche Einschränkungen für ihre Kunden und kritisiert, dass die GDL entgegen der Ankündigung, den Kunden ausreichend Vorlauf zu lassen, nun sehr kurzfristig zu Streiks aufgerufen hat.

Seiler verweist auch auf die Folgen für Kund:innen und die durch die Pandemie hart getroffene DB. „Gerade jetzt, wenn die Menschen wieder mehr reisen und die Bahn nutzen, macht die GDL-Spitze den Aufschwung zunichte, den wir in Anbetracht der massiven Corona-Schäden dringend brauchen.“ Die DB hält eine Einigung über die materiellen Forderungen für möglich und appelliert an die GDL-Spitze, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. (GDL/DB)

Foto: Rheinischer Spiegel

Ein Kommentar

  1. Die Gewerkschaft soll in der Zugespitzte Zeit dringend mehrere Streiks Aufrufen, denn es kann nicht sein das in verschiedenen Berufen für die hohe Leistung ein Minimum Bezahlt wird , wo eine Person nicht die Familie davon Ernähren kann. Das dann in diesem Fall auch noch von der Arge einen Zuschlag gegeben wird, ist zwar sehr vernünftig und gut, aber es muss der Steuerzahler Zahlen. Es ist ein Betrug. Denn zum Beispiel eine Reinigungskraft soll minder Bezahlt werden, bloß das dieses Unternehmen Gewinne macht mit den Zuschüssen der Steuerzahler. Ist eine Reinigungskraft das nicht wert? Was ist in einem Klinikum wenn diese Kraft unsauber ist? Was ist mit den Pflege Personen wenn sie keim arm Arbeiten? USW.
    Das muss Abgestellt werden. Der DGB soll sich in der heutigen Zeit dafür Einsetzen mit brachialer Streiks, das hier in der Deutschen Wirtschaft eine Gerechtigkeit in der Lohnpolitik erhält. Nicht jedes Kind ein extra Geld oder Kapriolen die nur andere Namen bekommen. Ein Mensch muss von der Löhnung seine Familie Ernähren können, ansonsten ist es Quatsch Arbeiten zu gehen. Subunternehmer sollen sich darauf einstellen. Ich kann nicht alleine Kapital anschaffen und den Mitarbeiter von Krümeln leben lassen.

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