Grüne im Kreis Viersen legen Leitlinien für Gewerbegebiete vor

Überall sprießen Gewerbegebiete aus dem Boden. Bündnis 90/Die Grünen im Kreis Viersen hat jetzt Leitlinien vorgelegt, nach denen die Gewerbegebiete möglichst CO2-neutral und energieeffizient geplant werden sollten.

Kreis Viersen – Entstanden ist das Konzept bei der Kreisarbeitsgemeinschaft (KAG) Verkehr der Grünen. „Wenn im Kreis Viersen beispielsweise in Nettetal-West, in Münchheide oder in Elmpt Gewerbegebiete entstehen oder erweitert werden, müssen wir genau hinschauen, ob sie zukunftsorientiert geplant sind“, sagt Jürgen Heinen, Sprecher der Kreisgrünen.

Reiner Neuß, Sprecher der KAG Verkehr, ergänzt: „Die Frage ist, ob die Planungen von Gewerbegebieten zwischen den einzelnen Kommunen oder Kreisen abgestimmt sind. Die Logistikbranche denkt beispielsweise im 10-Jahres-Rhythmus. Was ist, wenn in zehn Jahren jede Kommune ein Gewerbegebiet hat, doch die Firmen abwandern oder sich die Rosinen unter den Gewerbegebieten rausgepickt?“

Die Leitlinien sind in drei Teile gegliedert und enthalten viele Vorschläge, die beispielsweise als Basis für Bebauungspläne oder Anträge dienen können. Unter anderem Anforderungen an Straßen, Parkplätze und Grünflächen, an Gebäude, Rad- und Fußwege, aber auch an soziale Standards. Sie können, müssen aber nicht alle realisiert werden.

„Im Zentrum steht natürlich die Lage und damit die Anbindung an den Verkehr inklusive eines internen Verkehrskonzeptes“, erläutert Dipl.-Ing. Jürgen Mülders, der federführend beteiligt war. „Die Erreichbarkeit sollte nicht nur über die Straße, sondern auch für Personen- und Güterverkehr über die Schiene erfolgen.“

Zudem sei die Anbindung per Rad auch innerhalb des Gewerbegebietes interessant. Zuverlässige und schnelle Busverbindungen gehörten ebenso dazu. „Verkehrswende bedeutet auch, den Arbeitsplatz ohne PKW erreichen zu können. Das muss zusammen gedacht werden“, so Reiner Neuß.

Zu einem Gewerbegebiet gehöre auch eine optimale energetische Versorgung, die Nutzung von mehreren Geschossen zur Minderung der Flächenversiegelung, Sozialräume für ArbeitnehmerInnen und die FahrerInnen der LKWs. Wasser-, Lichtverschmutzungs- und Grünkonzepte seien ebenfalls zu erstellen. „Hier sollten Kommunen mit Vorgaben in Vorlage gehen“, meint Jürgen Mülders. Und Jürgen Heinen fügt hinzu: „Wir Grünen nehmen (gerade mit der neuen Landesregierung) ökologisch-soziale Marktwirtschaft ernst.“

Die Leitlinien sind auf der Homepage des Kreisverbandes abrufbar. https://www.gruene-kreis-viersen.de/leitlinie-fuer-zusaetzliche-anforderungen-an-gewerbegebiete/ (opm)