Gut für das Handwerk in der Region- Kreishandwerkerschaft begrüßt Wiedereinführung der Meisterpflicht

Die Kreishandwerkerschaft Niederrhein hat die Wiedereinführung der Meisterpflicht in zwölf Handwerken begrüßt. „Die Entscheidung stärkt die Zukunftsfähigkeit des Handwerks in unserer Region“, sagt Hauptgeschäftsführer Marc Peters.

Niederrhein – Vor wenigen Tagen hat der Bundestag beschlossen, in zwölf Gewerken den Meisterbrief als Voraussetzung für eine Selbstständigkeit wieder einzuführen. Davon betroffen sind Berufe im Baubereich, beispielsweise Fliesen-, Platten- und Mosaikleger oder Estrichleger, aber auch etwa Drechsler und Raumausstatter. Insgesamt 50 Handwerksberufe waren 2004 aus der Meisterpflicht gefallen.

Die jetzt beschlossene Wiedereinführung – die vom Bundesrat noch bestätigt werden muss – sei ein „gutes Signal für mehr Qualität und Qualifizierung im Handwerk“, erklärt Marc Peters. Davon profitierten vor allem die Kunden: „Sie können sich künftig wieder darauf verlassen, dass ihr Handwerker sein Handwerk auch gelernt hat.“ Bisher habe sich beispielsweise jeder als Fliesenleger selbstständig machen können, ohne irgendeine Qualifikation zu besitzen. Dadurch sei zwar die Zahl der Betriebe gestiegen, aber leider auch die Zahl der Kundenbeschwerden. So gebe es in der Region (Stadt Krefeld und die Kreise Viersen und Neuss) mehr als 1.220 Fliesenlegerbetriebe – fast viermal so viele wie vor der Reform 2004.

Kaum einer dieser neuen Betriebe bilde aus, fügt Peters hinzu. In den Kreisen Neuss und Viersen gebe es seit Jahren keinen einzigen Auszubildenden zum Fliesen-, Platten- und Mosaikleger mehr. „Ganz Europa beneidet uns Deutsche um das duale Ausbildungssystem, das ein Garant für eine geringe Jugendarbeitslosigkeit ist“, erklärt der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Dieses System werde im Handwerk getragen vom Meister, der sein Wissen an die nächste Generation weitergebe.

Hinzu komme: Viele Betriebe ohne Meister verschwinden bald wieder vom Markt. Während in den Berufen mit Meisterpflicht noch mehr als zwei Drittel (70,1 %) der Betriebe fünf Jahre nach ihrer Gründung existierten, sind es bei den Berufen ohne Meisterzwang weniger als die Hälfte (45,9 %). Marc Peters: „Auch deshalb ist die Entscheidung des Bundestages ein guter und wichtiger erster Schritt. Wir wünschen uns nun, dass die Politik bei weiteren Handwerksberufen nachzieht, die bei der Reform 2004 aus der Meisterpflicht gefallen sind.“

Marc Peters, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein, begrüßt die Entscheidung zur Wiedereinführung der Meisterpflicht in zwölf Gewerken. Foto: Kreishandwerkerschaft