Mit dem traditionellen Erwachen des Hoppediz hat in Mönchengladbach gestern die fünfte Jahreszeit offiziell begonnen.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz
Mönchengladbach – Über 2.000 Karnevalsbegeisterte drängten sich auf dem Sonnenhausplatz, der sich bei trockenem Wetter rasch in ein buntes Zentrum des Winterbrauchtums verwandelte. Zwischen Festzelt, Weihnachtsbuden und dicht gefüllten Stehplatzreihen begann ein stundenlanges Programm, das von Musik über Gardetänze bis hin zu emotionalen Abschiedsmomenten der beiden Prinzenpaare reichte.

Bereits früh hatten sich zahlreiche Gruppen aus den verschiedenen Mönchengladbacher Gesellschaften eingefunden – darunter langjährige Teilnehmer des Veilchendienstagszugs, aktive Mitglieder aus Garden sowie Besucher, die die familiäre Atmosphäre des lokalen Karnevals schätzen. Viele von ihnen blicken auf jahrzehntelange Verbundenheit mit dem Brauchtum zurück, sei es als Musiker, Mitwirkende im Zug oder treue Begleiter der jährlichen Veranstaltungen. Auf dem Sonnenhausplatz herrschte ein spürbares Gemeinschaftsgefühl, das durch die unmittelbare Nähe zur Bühne noch verstärkt wurde.

Während die Besucher dicht gedrängt das Vorprogramm mit der MKV-Showband und Sängerin Jenny verfolgten, sammelten sich im Alten Zeughaus die amtierenden Prinzenpaare für ihren letzten großen Auftritt der Session. Pünktlich um 18.11 Uhr setzte sich der Zug der Tollitäten, begleitet von Garden, Präsidium und Prinzenclub, in Richtung Innenstadt in Bewegung. Der Einzug markierte den Beginn eines besonders emotionalen Abschnitts des Abends. Die jungen Kinderregenten Melissa I. und Nicklas I. sowie das große Prinzenpaar Alexander I. und Niersia Kathrin blickten ein letztes Mal auf ihre Monate im Amt zurück, die für sie mit zahlreichen Auftritten, Begegnungen und Herausforderungen verbunden waren. Für beide Paare war der Abschied offensichtlich schwer, denn die letzten gemeinsamen Minuten auf der Bühne waren geprägt von großer Wehmut und Dankbarkeit.

Traditionell folgt auf den Abschied die Entfederung, ein Ritual, das der Oberbürgermeister durchführt. Auch diesmal übernahm Felix Heinrichs diese Aufgabe und befreite die Prinzen unter dem Jubel des Publikums von ihren Federn. Erst damit endet ihre offizielle Amtszeit. Nach dem symbolischen Akt erklärte er die Stadt für kurze Zeit „tollitätenfrei“ – ein Zustand, der jedoch nur wenige Tage anhält. Denn bereits Mitte November stehen die Proklamationen der neuen Regenten an: Am 14. November wird in der ausverkauften Kaiser-Friedrich-Halle das neue Stadtprinzenpaar Marc und Janine Thönes vorgestellt, gefolgt von der Vorstellung des neuen Kinderprinzenpaares Annick Homann und Luis Ewerhardy am darauffolgenden Tag.
Nach dem Abschied der bisherigen Tollitäten rückte auf der Bühne die große Weltkugel in den Mittelpunkt – das zentrale Element des diesjährigen von Nik Ebert gestalteten Mottos „Gladbach ist als jecke Welt … allerbestens aufgestellt“. Mit lautstarken Rufen der Jecken wurde schließlich der Hoppediz geweckt, der aus der Kugel hervortrat und mit seinem energiegeladenen Auftritt die Menge endgültig in Feierlaune versetzte. Damit war klar: Die neue Session hat begonnen. Bis Aschermittwoch am 18. Februar erwartet die Stadt ein dicht gefüllter Kalender mit Veranstaltungen rund um Altweiber, Tulpensonntag, Rosenmontag und den großen Veilchendienstagszug – in diesem Jahr aufgrund der Kalenderlage zwei Wochen kürzer als die vorherige Session, aber keineswegs weniger intensiv. (cs)





