Koroni: Am Eingang zum Golf von Messenien

Die verwinkelten Gassen und der Hafen mit seiner Gastronomiemeile geben den Blick frei auf die hoch gelegene, venezianische Burg in Koroni, die im 6. bis 7. Jahrhundert auf den Ruinen der ursprünglichen Stadt errichtet wurde und die bis heute ohne Unterbrechung genutzt wird.
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman

Koroni/Griechenland – An der Ostküste der messinischen Halbinsel auf dem Rücken einer Landzunge und rund fünfzig Kilometer von Kalamata entfernt gelegen, lädt die Kleinstadt Koroni zu einem Aufenthalt ein. Bis 2010 war sie Verwaltungssitz der Gemeinde, doch Touristen interessieren sich vielmehr für die historischen Begebenheiten, die erhaltene Festung oder die Nähe zu verschiedenen Sandstränden – zu den bekanntesten zählen die Strände Zaga und Memi.

Vermutlich wurde das ursprüngliche Koroni (Korone) 369 vor Christus mit Parallelen zu der Befreiung Messeniens von Sparta gegründet, in der Nähe des heutigen Ortes Petalidi sind unter Wasser römische Mauerreste und die alte Hafenmole erhalten. Im 9. Jahrhundert wurde die Stadt an ihren heutigen Ort verlegt, wo sich vorher die Antike Stadt Asine befunden haben soll. Reste eines Apollon-Tempels, die später für eine byzantinische Basilika genutzt wurden und an deren Stelle heute die Kirche Agia Sophia steht, zeugen von der Vorgeschichte.

Foto: Rheinischer Spiegel

Im 6. bis 7. Jahrhundert dann wurde auf den Ruinen der Stadt die Burganlage errichtet. Strategisch gut gelegen auf der Landspitze am Eingang zum Golf von Messenien und von drei Seiten durch abfallende Klippen geschützt, wurde sie bis in die moderne Zeit ohne Unterbrechung genutzt. Ebenfalls im 11. Jahrhundert nahm die Stadt eine wichtige Rolle während der venezianisch-byzantinischen Beziehungen ein – war die Festung doch ein hervorragender Beobachtungsposten. Nachdem verschiedene Eroberer das Bild der Stadt geprägt hatten, dominieren Mittler Gebäude um 1900 das Stadtbild mit einem kleinen Hafen entlang der Küste. Weil Baupläne für den Massentourismus irgendwann stagnierten, ist die Hafenstadt heute bekannt für ihren Individualtourismus.

Die Hauptattraktion des Ortes ist die ursprünglich byzantinische Festungsanlage, die im Verlauf der Geschichte von Venezianern und Osmanen erweitert wurde. 1918 wurde in der Burganlage ein Nonnenkloster gegründet, welches teilweise zugänglich ist. Hier befinden sich ebenfalls die byzantinische Kreuzkuppelkirche Agia Sophia sowie die nachbyzantinische Kirche Agios Charalambos. Südlich unterhalb der Burg ist die Kirche Panagia aus dem 19. Jahrhundert ebenso ein Ziel interessierter Besucher wie eine turmartige Bastei, die innen zugänglich ist. (ea)