Kreis Viersen gibt Tipps zum Igelschutz

Immer wieder geraten Igel in unseren heimischen Gärten in bedrohliche Situationen. Viele Gefahrenquellen lassen sich jedoch mit wenig Aufwand minimieren. Der Kreis Viersen gibt Tipps zum Igelschutz.

Kreis Viersen – „Der Lebensraum des Igels hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Natürliche Nahrungsquellen wie Bodeninsekten, Würmer oder Schnecken nehmen immer weiter ab. Gleichzeitig laufen die Tiere Gefahr, sich in unseren heimischen Gärten oder im Straßenverkehr zu verletzen“, weiß Monika Deventer vom Amt für Bauen, Landschaft und Planung des Kreises Viersen.

Eine der häufigsten Ursachen für verletzte Igel sind Gartengeräte. Da Igel meist versteckt im hohen Gras, unter Hecken oder in Laubhaufen schlafen, werden sie im Ruhezustand überrascht. Nicht selten kommt es dabei vor, dass sie durch Rasenmäher oder andere Gartengeräte erfasst und ernsthaft verletzt werden.

Besonders Mähroboter, die nicht auf das Erkennen von Tieren programmiert sind, führen häufig zu tödlichen Unfällen. Darum empfiehlt der Kreis, die Geräte abends und nachts – wenn sich die Tiere auf Nahrungssuche begeben – nicht einzusetzen. Darüber hinaus gilt: Mit Rasentrimmer, Motorsense & Co. nur „auf Sicht“ mähen und nicht mit den Geräten in überhängende Büsche oder Stauden fahren. Man kann dort unmittelbar vor der Mahd, eventuell mit Hilfe einer breiten Harke, die Pflanzenteile anheben und vorgefundene Tiere vertreiben oder in Sicherheit bringen.

Schädlingsbekämpfungsmittel wie Schneckenkorn, Rattengift oder chemische Dünger sind für die Igel ebenfalls kritisch. Sie wirken sich auf die Nahrungsquellen der Tiere aus und können auch bei äußerlichem Kontakt zu gesundheitliche Schäden führen. „Wer in den kommenden Monaten vorhat, seinen Garten umzugestalten, sollte überlegen, wie viele Eingriffe wirklich nötig sind. Zum Erhalt der biologischen Vielfalt können wir alle beitragen, wenn wir im eigenen Garten anfangen“, so Deventer.

Auch in Kunststoffabfällen, die in der freien Natur entsorgt oder liegengelassen werden, können sich die Tiere bei der Nahrungssuche leicht verfangen. Fallgruben, wie etwa Lichtschächte oder Baugruben, werden den Tieren regelmäßig zum Verhängnis. Vorsicht ist auch beim abendlichen Spaziergang mit dem Hund geboten. Spielende oder stöbernde Hunde können Igel leicht verletzten oder aus dem Winterschlaf reißen.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.pro-igel.de (opm/paz)

Foto: TomaszProszek/Pixabay