Lebendiger Austausch mit der griechischen Gemeinde Viersen: Integration ist keine Einbahnstraße

Zu einem offenen und konstruktiven Gespräch lud die griechische Gemeinde Viersen gemeinsam mit der Liste für den kommenden Integrationsausschuss „Griechische Bürger für Viersen“ Bürgermeisterkandidat Christoph Hopp sowie CDU-Ratskandidat Furkan Er ein. Gemeinsam sprachen sie über aktuelle Herausforderungen – und über die Chancen, die in einem respektvollen Miteinander liegen.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Viersen – „Mir ist es wichtig, zuzuhören und die Wünsche der griechischen Gemeinde ernst zu nehmen“, betonte Hopp gleich zu Beginn. Ein Herzensanliegen sei es, das „gemeinsame Miteinander“ zu fördern. Nikolaos Ioannidis, Vorsitzender der griechischen Gemeinde, brachte dabei den Wunsch nach einem bezahlbaren Raum ins Gespräch, einer Art Kulturzentrum, das allen Gruppen offensteht. Ein Wunsch, den Christoph Hopp gerne auch in die Gespräche mit der CDU mitnahm.

„Mir ist es wichtig, zuzuhören und die Wünsche der griechischen Gemeinde ernst zu nehmen“, betonte Hopp gleich zu Beginn. V. l. n. r.: Nikolaos Ioannidis, Christoph Hopp, Souzana Stamapoulou, Iris Kater, Magdalini Paschalidou, Furkan Er, Iosif (Sakis) Tsivalidis – Foto: Rheinischer Spiegel

Dass Integration ein beidseitiger Prozess sei, hoben auch Iris Kater, Vorsitzende des Griechisch-deutschen Freundschaftskomitees, und Souzana Stamapoulou, stellv. Vorsitzende der griechischen Gemeinde Viersen, hervor: „Viele integrationswillige Menschen fallen hinten über, weil ihnen Ansprechpartner fehlen.“ Hier wolle man Brücken bauen und Menschen nicht nur willkommen heißen, sondern ihnen auch verlässliche Strukturen bieten.

Kritik kam mehrfach an der Verwaltungspraxis der Stadt. „Wir müssen besser werden bei Verfahren und Genehmigungen“, forderte Hopp. „Es darf nicht sein, dass Menschen monatelang keine Rückmeldung erhalten. Wer Strukturen überprüft und veraltetes Denken hinterfragt, kann mehr erreichen.“ Auch Furkan Er pflichtete bei: „Wenn Baugenehmigungen zwei Jahre dauern, dann schreckt das doch jeden ab, der etwas Neues anfangen will.“

Für beide ist klar: Verwaltung müsse service- und leistungsorientierter werden. Hopp: „Wir sollten Lust darauf haben, Dienstleister für die Menschen zu sein. Dazu gehören auch Themen wie Sauberkeit, Sicherheit, die Belebung des Einzelhandels und vieles mehr.“

Auch die demokratische Teilhabe war Thema. Sakis Tsivalidis, Vorsitzender des Integrationsrates, betonte: „Wir möchten die Leute dazu animieren, dass sie wählen gehen.“ Magdalini Paschalidou, Kandidatin für den Integrationsausschuss, verwies zudem auf die Hürden bei der Beantragung der deutschen Staatsangehörigkeit: „Gerade für hier geborene Menschen dauert das Verfahren in Viersen deutlich länger als in anderen Kommunen.“

Am Ende wurde deutlich: Integration ist keine Einbahnstraße. Sie lebt von Dialog, Offenheit und der Bereitschaft, aufeinander zuzugehen. Hopp fasste es so zusammen: „Ich will fördern, die Menschen mitnehmen und Veränderungsprozesse vorleben.“ Furkan Er ergänzte: „Ich möchte im kommenden Integrationsausschuss wieder Ansprechpartner für alle Menschen sein.“ So zeigte sich: Das Treffen war mehr als ein Austausch über Probleme – es war ein Signal, dass die Zukunft der Stadt nur gemeinsam gestaltet werden kann. (cs)

Links: Nikolaos Ioannidis im Gespräch mit Bürgermeisterkandidat Christoph Hopp. Am Ende wurde deutlich: Integration ist keine Einbahnstraße. Sie lebt von Dialog, Offenheit und der Bereitschaft, aufeinander zuzugehen. Foto: Rheinischer Spiegel