Metéora – Schwebende Klöster zwischen Nebelschwaden

Östlich des griechischen Pindos-Gebirges, in der Nähe der Stadt Kalambaka zählen die #Metéora-Klöster zu den Top-Sehenswürdigkeiten des Landes. Sechs der Klöster, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören, sind heute noch für Besucher zugänglich.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Metéora/Griechenland Hoch über der Erde und fast den Himmel berührend sind die spektakulären Metéora-Klöster Ziel tausender Touristen, welche das griechische Thessalien besuchen. Geschützt von mächtigen, schwarzen Sandsteinfelsen sind die majestätischen Bauwerke Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Der Name Metéora leitet sich von den griechischen Wörtern „meteorizo“ (in die Höhe heben) und „meteoros“ (hoch schwebend) ab.
Ihren Zauber entfaltet der geschichtsträchtige Ort besonders, wenn die Besucher abgereist sind und das Schlagbrett der Mönche zwischen den Bergen hallt oder leichter Nebel die Klöster umrahmt und sie fast zu schweben scheinen.

Hoch über der Erde und fast den Himmel berührend sind die spektakulären Metéora-Klöster Ziel tausender Touristen, welche das griechische Thessalien besuchen. Foto: Rheinischer Spiegel

Ursprünglich bestand die Anlage aus 24 Klöstern und Eremitagen, im Laufe der Zeit wurden sie jedoch nach und nach verlassen. Teilweise schwer erreichbar verfielen sie. Sechs der Klöster sind heute noch bewohnt. Archäologische Funde weisen auf erste Spuren Ende des 9. Jahrhunderts hin. Einsiedler errichteten die Eremitagen in den Höhlen und Felsspalten. Gesichert nachgewiesen werden können historische Dokumente und Kunstwerke jedoch erst seit Beginn des 11. Jahrhunderts.

Im Laufe der Zeit wuchsen diese Einsiedeleien zu einer Gemeinschaft nach dem Vorbild des heiligen Berges Athos zusammen. Das Klosterleben blühte mit dem von Athos geflohenen Mönch Athanasios im Jahr 1334 auf, welcher mit weiteren Mönchen und seinem geistlichen Ziehvater Gregorios das Kloster Metamorphosis, auch bekannt als Megálo Metéoro, gründete. Dieses Kloster kann neben den Klöstern Varlaam, Roussanou. Agia Triada, Agios Stefanos und Agios Nikolaos Anapavsas besichtigt werden.

Gesichert nachgewiesen werden können historische Dokumente und Kunstwerke jedoch erst seit Beginn des 11. Jahrhunderts. Foto: Rheinischer Spiegel

Anders als bei der Mönchsrepublik Athos sind die Klöster für Männer und Frauen frei zugänglich. Als Hauptbesuchszeit gelten die Monate Juli und August mit der Ferienzeit. Auch die Griechen selbst besuchen dann die heiligen Stätten, weshalb es empfehlenswert ist diesen Zeitraum zu meiden. Die Öffnungszeiten variieren im Sommer und Winter, eine Übersicht bietet die Seite www.infotouristmeteora.gr. Jedes Kloster hat andere Ruhetage gewählt, samstags und sonntags sind allerdings alle Klöster geöffnet.
Die Eintrittspreise sind für alle Klöster gleich hoch. Aktuell beläuft sich der Eintritt auf drei Euro pro Kloster und Person. Hier gibt es keine Kartenzahlung und nach Möglichkeit sollte der Eintritt passend bezahlt werden.

Zu beachten sind die strengen Bekleidungsvorschriften. Kurze Hosen sind nicht erlaubt. Selbst lange Hosen sind bei Frauen verboten, die lange Röcke (oder ein großes Tuch) tragen müssen. Gleiches gilt für trägerlose Oberteile oder Achsel-Shirts. Leihkleidung liegt an jedem Klostereingang bereit und sollte genutzt werden, auch wenn die Mönche und Nonnen aus Höflichkeit nicht auf die Missachtung der Kleiderordnung hinweisen.

Anders als bei der Mönchsrepublik Athos sind die Klöster für Männer und Frauen frei zugänglich. Foto: Rheinischer Spiegel

Einen fantastischen Blick auf den Sonnenuntergang bietet sich auf den Aussichtsfelsen zwischen den Klöstern Rousanou und Agia Triada. Besucher sollten aber unbedingt vorsichtig sein, denn es gibt hier keine Sicherungen und die Abhänge fallen steil ab.

Besonders erwähnenswert sind zudem die verschiedenen Höhlen, darunter die Theopetra-Höhle rund drei Kilometer südöstlich von Kalambaka. Archäologische Funde, darunter Feuer- und Fußspuren in 130.000 Jahre alten Sedimentschichten, wurden in der 500 m² umfassenden Höhle entdeckt. Diese lassen darauf schließen, dass die Höhle beginnend im Mittelpaläolithikum sowie in den darauffolgenden Perioden des Jungpaläolithikums, der Mittelsteinzeit und der Jungsteinzeit genutzt wurde.
In der Höhle wurde zudem eine etwa 23.000 Jahre alte Steinmauer entdeckt, die als das bislang älteste Bauwerk in Griechenland gilt.

Besucher erreichen zunächst das Kloster Agia Triada (Holy Trinity Monastery) in schwindelnder Höhe auf einem mächtigen Felsen. Erreichbar ist es über zahlreiche Treppenstufen. Kein leichter Weg, doch wer diesen auf sich nimmt, wird mit einer spektakulären Aussicht belohnt, die bereits als James-Bond-Kulisse im Film „In tödlicher Mission“ genutzt wurde. Sehenswert sind zudem eine historische Aufzugwinde sowie eine kleine Kapelle mit Wandmalereien.

Besucher erreichen zunächst das Kloster Agia Triada (Holy Trinity Monastery) in schwindelnder Höhe auf einem mächtigen Felsen. Foto: Rheinischer Spiegel

Eher abgelegen ist das Kloster Agios Stefanos (Monastery of St. Stephen), welches im Osten von Metéora liegt und über eine Steinbrücke betreten werden kann. Bewohnt wird das älteste der Klöster heute von Nonnen, es wird aufgrund der Lage jedoch weniger besucht. Die Nonnen betreiben ein kleines Museum und einen Souvenirladen, zudem ist die Kirche mit den Wandmalereien einen Besuch wert.

Eher abgelegen ist das Kloster Agios Stefanos (Monastery of St. Stephen), welches im Osten von Metéora liegt und über eine Steinbrücke betreten werden kann. Foto: Rheinischer Spiegel

Klein, aber fein ist das Kloster Roussanou (Agia Barbara Rousanou). Bereits vom Parkplatz aus haben Besucher eine grandiose Aussicht auf das benachbarte Kloster, als weiterer Fotospot bietet sich der Balkon des Klosters an. Die heilige Stätte wird ebenfalls von Nonnen bewohnt und hin ein besonderer Tipp zum Sonnenuntergang. Erreichbar über Treppen zählt es zu den beliebtesten Fotomotiven.

Klein, aber fein ist das Kloster Roussanou (Agia Barbara Rousanou). Foto: Rheinischer Spiegel

Von hier aus sehen die Besucher bereits das Kloster von Varlaam (Varlaam Monastery). Der große Parkplatz lässt bereits erahnen, dass die Touristenbusse hier ebenso gerne halten wie am Kloster Metamorphosis. Ein Besuch empfiehlt sich daher am frühen Morgen, wenn die Busse noch nicht eingetroffen sind. Gäste erreichen das Kloster über eine Treppe und eine neue Brücke. Waren werden noch immer über die weiterhin funktionierende Seilbahn angeliefert. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die Kirche im Inneren sowie der Campanile-Glockenturm.

Gäste erreichen das Kloster von Varlaam über eine Treppe und eine neue Brücke. Foto: Rheinischer Spiegel

In direkter Nähe liegt das Metamorphosis Kloster (Megálo Metéoro). Es handelt sich hierbei nicht nur um das größte Kloster, es ist zudem das am häufigsten frequentierte. In der Hauptzeit drängen sich die Besucher dicht an dicht durch die Gänge. Erreichbar ist auch dieses Kloster über Treppenstufen und bietet sich aufgrund seiner Größe für einen ausgedehnten Besuch an. Ein Weinkeller, verschiedene Museumsräume, der Speisesaal der Mönche oder die Hauptkirche können besichtigt werden.

In direkter Nähe liegt das Metamorphosis Kloster (Megálo Metéoro). Es handelt sich hierbei nicht nur um das größte Kloster, es ist zudem das am häufigsten frequentierte. Foto: Rheinischer Spiegel

Last but not least wurde das Kloster Agios Nikolaos Anapavsas hinter dem Dorf Kastraki 1960 renoviert, nachdem es bis zum 20. Jahrhundert lange leer stand. Heute wird es von Mönchen bewohnt. Der Aufstieg ist recht steil, weshalb es weniger häufig besucht wird. Von der Plattform mit dem Glockenturm bietet sich ein wunderbarer Ausblick, weshalb ein Stopp lohnenswert ist.

Last but not least wurde das Kloster Agios Nikolaos Anapavsas hinter dem Dorf Kastraki 1960 renoviert, nachdem es bis zum 20. Jahrhundert lange leer stand. Foto: Rheinischer Spiegel

Von hier aus bietet sich ein Besuch des Dorfes Kastraki an, welches in einer Talsenke unterhalb der Berge liegt. Von dem Doupiani-Felsen im Norden haben Touristen eine wunderbare Aussicht und wer möchte kann auch ohne Kletterzubehör in direkter Nähe des Doupiani-Hauses einen Monolithen erklimmen. Zwischen diesem Dorf und dem Touristenstädtchen Kalambaka führt eine Straße vorbei an den Höhlen und Einsiedeleien. Gute Fotospots sind hier garantiert, hinaufklettern empfiehlt sich allerdings nur für geübte Kletterer. (nb)

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