Narrenmühle strahlte orange als Zeichen gegen Gewalt an Frauen

„Orange your City“ hieß es in der vergangenen Woche an zahlreichen Gebäuden, darunter ebenfalls an der Dülkener Narrenmühle. Der Zonta-Club Niers-Schwalm-Nette beteiligte sich an der weltweiten Aktion, mit der auf die Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam gemacht werden soll – denn jede dritte Frau ist von körperlicher oder sexueller Gewalt betroffen.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen-Dülken – Der Farbton des Lichts war noch intensiver als sonst, wurde er doch zum Zeichen einer besonderen Aktion, mit welcher der Zonta-Club Niers-Schwalm-Nette sich an der weltweiten Aktion „Orange your City“ innerhalb der Kampagne „Zonta Says NO“ beteiligte. Die orangen Leuchtzeichen wurden zum stillen Protest gegen die sexualisierte Gewalt an Frauen, ihre Ursachen und Folgen.

Ein Thema, auf das viel zu wenig aufmerksam gemacht wird, denn zum „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ wurden die Zahlen des Bundeskriminalamtes zur Partnerschaftsgewalt aus 2018 öffentlich gemacht. 140.755 Personen und damit mehr als im Vorjahr wurden laut dieser Statistik Opfer versuchter und vollendeter Gewalt – 81,3 Prozent von ihnen waren Frauen. 98,4 Prozent der Opfer bei Vergewaltigung, sexuellen Übergriffen und sexueller Nötigung in der Partnerschaft waren weiblich, bei Mord und Totschlag in Paarbeziehungen machen Frauen einen Anteil von 77 Prozent aus. Alarmierende Zahlen, denn 122 Frauen wurden im vergangenen Jahr durch Partnerschaftsgewalt getötet. An jedem dritten Tag starb nicht nur so eine Frau, statistisch gesehen wird ein Mal pro Stunde eine Frau durch ihren Partner körperlich gefährlich verletzt.

In der angestrahlten Dülkener Narrenmühle empfing der Vorstand des Zonta-Clubs, darunter Präsidentin Luz Edith David de Schläger, die interessierten Teilnehmer zudem zu einer Führung durch die Mühle, verbunden mit einem Vortrag von Dr. Hans Schläger zur bewegten Geschichte des Dülkener Wahrzeichens. (nb)

Foto: Rheinischer Spiegel