Neun-Monats-Marke in der Ukraine: Mehr als 900 Babys werden täglich in den Krieg hineingeboren

In der Ukraine wurden in den neun Monaten seit Beginn des Angriffskrieges nach Schätzungen von Save the Children täglich rund 900 Babys geboren. Die Kinderrechtsorganisation stützt sich dabei auf Daten der Bevölkerungsprognose der Vereinten Nationen.

Ukraine – Das ukrainische Gesundheitssystem steht nach einem Dreivierteljahr Krieg unter enormem Druck. Menschen haben nur begrenzt Zugang zu medizinischer Versorgung, vor allem in Gebieten, in denen gekämpft wird. Städte in der gesamten Ukraine werden immer wieder beschossen; dabei wurden bisher mehr als 700 Gesundheitseinrichtungen beschädigt oder zerstört, so die Weltgesundheitsorganisation. In der Südukraine starb am Dienstagabend ein zwei Tage altes Baby bei einem Raketenangriff auf eine Geburtsklinik.

„Rund 900 Kinder werden täglich in ein Leben in Ungewissheit geboren. Für sie und ihre Mütter stellt das Chaos des Krieges eine ernsthafte Bedrohung dar“, warnt Sonia Khush, Länderdirektorin von Save the Children in der Ukraine. „Sie haben eine Schwangerschaft voller Angst und Anspannung erlebt. Wir hören von Frauen, die vorzeitig Wehen bekommen oder in überfüllten Krankenhäusern entbinden müssen.“ Massiver Stress während der Schwangerschaft kann die Entwicklung von Gehirn und Immunsystem beeinträchtigen und zu Früh- oder Fehlgeburten führen.

Antonina* war in der 30. Schwangerschaftswoche, als sie im Mai mit ihrem Mann vor den Kämpfen in Donezk nach Dnipro floh. Ihre Tochter kam zwei Tage später per Notkaiserschnitt als Frühchen mit schweren gesundheitlichen Problemen zur Welt. Immunsystem und Lunge sind geschwächt, das kleine Mädchen muss mehrmals am Tag inhalieren und wird über Jahre Medikamente brauchen, die sich die Familie im Moment aber kaum leisten kann.

„Der ständige Kampflärm und die Angst, dass meiner Familie etwas zustoßen könnte, raubten mir den Schlaf und ich bekam Bluthochdruck“, berichtet die 27-Jährige von ihrer Schwangerschaft. „Ich wusste, dass etwas nicht stimmte, aber in unserer Gegend gab es keine Ärzte, die mir helfen konnten. Nach der Geburt mussten wir mehrere Wochen im Krankenhaus bleiben.“

Save the Children ist seit 2014 in der Ukraine tätig und unterstützt vertriebene Familien wie die von Antonina* in Dnipro und anderen Regionen mit sauberem Wasser sowie Bargeld für Kleidung, Medikamente und Lebensmittel. In der Westukraine schult die Organisation Gesundheitspersonal zum Thema Stillen. Weitere Hilfe wird gemeinsam mit lokalen Partnern geleistet, darunter die Bereitstellung von Unterkünften, Baby- und Hygieneartikeln sowie psychosozialer Unterstützung.

In Deutschland setzt sich Save the Children dafür ein, dass geflüchtete Kinder ihre Rechte auf Schutz, Bildung, Gesundheit und gesellschaftliche Teilhabe wahrnehmen können und unterstützt mit verschiedenen Projekten Menschen aus der Ukraine beim Ankommen. Dazu gehören Schutz- und Spielräume in Unterkünften für Geflüchtete, Trainings zur psychosozialen Unterstützung sowie die Förderung von Kinder- und Jugendangeboten im Bereich der psychosozialen Versorgung. (opm)

Foto: Save the Children

Ein Kommentar

  1. Diese ernsthafte Bedrohung durch Putin das Kinder und Mütter durch eine Menschenvernichtung eines Geisteskranken zu Tode kommen oder lebendig Beerdigt werden muss ein Ende gesetzt werden. Hier sage ich nur: wir haben die Verpflichtung solcher Vorgehensweise zu stoppen, aber bei den Intelligenten Politikern die es auf der ganzen Welt gibt, ist keiner dabei! Resultat der Lage ist: Eine Person kann Morden und Zerstören was er will, und das Volk muss das Morden und Zerstören mit ansehen und dann verlangt die Unfähigen Politiker noch das der Aufbau dem Volke was nicht dafür kann auch noch neu Aufbaut. Dem Verbrecher lassen Sie gewähren. Helfen Leute die in Not geraten selbstverständlich, aber es immer weiter laufen zu lassen ist nicht gerecht. Macht ein Ende mit den Krieg.

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