Otto-Zillessen-Haus reagiert auf zunehmende Hitzebelastung mit neuem Schutzkonzept

Mit Blick auf immer häufigere Hitzeperioden hat das Otto-Zillessen-Haus der Diakonie Mönchengladbach am Dienstag die Ergebnisse seines Projekts „AnpaSo – Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“ vorgestellt.
Von RS-Redakteurin Sabrina Köhler und Martin Häming

Mönchengladbach – Klimawandel, Hitzeperioden … Vor Bewohnern, Angehörigen, Mitarbeitenden und Gästen präsentierte die Einrichtung ein umfassendes Konzept zum Umgang mit steigenden Temperaturen in Pflege- und Betreuungseinrichtungen. Im Mittelpunkt standen konkrete Maßnahmen zum Schutz besonders gefährdeter Menschen sowie Strategien, um den Alltag in den Sommermonaten auch künftig sicher und lebenswert zu gestalten.

Die Veranstaltung im Otto-Zillessen-Haus machte deutlich, wie stark soziale Einrichtungen inzwischen von den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Gerade ältere Menschen, chronisch Erkrankte und pflegebedürftige Bewohner gelten während langanhaltender Hitzephasen als besonders gefährdet. Vor diesem Hintergrund hatte die Diakonie Mönchengladbach bereits im Dezember vergangenen Jahres eine interne Organisationsgruppe ins Leben gerufen, die sich intensiv mit den Auswirkungen extremer Temperaturen auf den Alltag in der Einrichtung beschäftigte.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Über mehrere Monate hinweg analysierten Mitarbeitende unterschiedliche Belastungssituationen im Haus, werteten Erfahrungen aus vergangenen Sommern aus und entwickelten praxisnahe Maßnahmen für Bewohner und Personal. Ziel des Projekts war es, nicht nur kurzfristige Reaktionen auf heiße Tage zu ermöglichen, sondern langfristige Strukturen für den Hitzeschutz in sozialen Einrichtungen aufzubauen.

Während der Präsentation wurden zahlreiche konkrete Ansätze vorgestellt. Dazu zählen angepasste Tagesabläufe an besonders heißen Tagen, Empfehlungen zur Flüssigkeitsversorgung, kühlere Aufenthaltsbereiche innerhalb der Einrichtung sowie organisatorische Veränderungen bei Pflege- und Betreuungsabläufen. Auch die Sensibilisierung von Mitarbeitenden und Angehörigen spielte eine zentrale Rolle. Die Projektgruppe erläuterte, dass Hitzeschutz künftig stärker als fester Bestandteil des Pflegealltags verstanden werden müsse.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Besondere Aufmerksamkeit erhielt ein kreativer Bestandteil des Projekts: die sogenannten „Coolen Helden aus dem OZH“. Hinter den eigens entwickelten Figuren verbirgt sich ein niedrigschwelliger Ansatz, um wichtige Verhaltensweisen bei Hitze verständlich und alltagsnah zu vermitteln. Mit humorvollen Darstellungen und leicht verständlichen Botschaften sollen Bewohnerinnen und Bewohner ebenso wie Angehörige und Mitarbeitende für Themen wie ausreichendes Trinken, Sonnenschutz oder richtiges Lüften sensibilisiert werden. Die Figuren waren bereits auf den Einladungen zur Veranstaltung zu sehen, wrden nun erstmals ausführlich vorgestellt und zieren nun den Garten mit zahlreichen Ideen, wie mit Hitze umgegangen werden kann.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Im Verlauf der Veranstaltung schilderten Verantwortliche des Hauses zudem die Entstehung des Projekts und berichteten von den Erfahrungen innerhalb der Arbeitsgruppe. Dabei wurde deutlich, dass die zunehmende Hitzebelastung längst nicht mehr als Ausnahmeerscheinung betrachtet wird, sondern als dauerhafte Herausforderung für Pflege- und Betreuungseinrichtungen. Entsprechend groß war das Interesse der Besucher an den vorgestellten Lösungsansätzen.

Fachlich begleitet wurde das Projekt von Dr. Fromme International Consulting. Die externe Unterstützung half nach Angaben der Verantwortlichen dabei, wissenschaftliche Erkenntnisse zur Klimaanpassung mit den praktischen Anforderungen des Pflegealltags zu verbinden. Dabei standen insbesondere nachhaltige und dauerhaft umsetzbare Maßnahmen im Mittelpunkt. Das Projekt „AnpaSo – Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“ ist Teil eines größeren Förderansatzes zur Vorbereitung sozialer Einrichtungen auf die Folgen des Klimawandels. Gefördert wurde das Vorhaben durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. (sk)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming