Schottland: St. Andrews, die Geburtsstätte des Golfsports 

Die Mauern des herrschaftlichen Schlosses und die beeindruckende Abtei überragen die verzierten Dächer von St. Andrews, in denen sich meist alles um das Golfen dreht.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Schottland/Reisen Die Stadt an der Ostküste von Fife in Schottland ist historisch auf vielerlei Arten interessant, denn an der Nordsee war sie einst ein religiöses Zentrum, ist heute noch bekannt als Universitätsstadt, vor allen Dingen aber als Mekka des Golfsports.

Foto: Rheinischer Spiegel

Jeder Golfer hat den Namen schon einmal gehört oder war dort, um auf dem Rasen des Royal and Ancient Golf Clubs zumindest ein Mal im Leben abzuschlagen. 1754 gegründet ist er eine der wichtigsten Institutionen des Golfsports, denn hier wurden die Regeln geschrieben, an die sich jeder Golfer der Welt, außer in den USA und Mexiko, hält. Es ist nicht verwunderlich, dass sich hier die Bürokratie zu diesen umfassenden Regeln niedergelassen hat oder das British Golf Museum Golfer aus fernen Ländern anzieht. Auf dem Old Course, der sich entlang der der Küste mit fantastischen Aussichten erstreckt, werden die berühmten Open Championships gespielt. Wer es etwas günstiger sucht, dem seien die Golfplätze New, Jubilee, Strathtyrum, Balgove, Castle oder Balgove Course empfohlen.

Cathedral von St. Andrews

Touristischer Anziehungspunkte sind darüber hinaus aber Kathedrale und Schloss. Die ursprüngliche Bebauung im Bereich der Kathedrale, von der heute nur eine Ruine zu sehen ist, reicht bis ins 10. Jahrhundert zurück. Die hier residierenden Bischöfe schufen seinerzeit eines der wichtigsten kirchlichen Zentren Schottlands. 1158 wurde mit dem Bau begonnen, der auf eine enorm lange Bauzeit zurückblicken kann.

Foto: Rheinischer Spiegel

Um 1272 wurde der Westteil durch einen Sturm zerstört, bis 1279 wieder erbaut, eingeweiht wurde die Kathedrale aber erst am 5. Juli 1318. Während der Reformation wurde das überragende Gebäude fast zerstört, lag bis 1826 brach, bevor dann die übrig gebliebenen Gebäudeteile restauriert wurden. Der größte Teil der Anlage, der heute noch erahnen lässt, welche fantastische Kathedrale hier gestanden hat und der Friedhof sind frei begehbar. Erhalten ist vor allen Dingen der St. Rule’s Tower, für den ein Eintritt fällig wird, der nach seinen über 150 Stufen aber einen überwältigenden Blick über die Stadt und hinaus aufs Meer schenkt.

Der Blick von dem nahegelegenen Castle of St. Andrews (gegen Eintritt), welches als Bischofsburg bekannt ist, weil es zur Unterbringung des Bischofs erbaut wurde, festigt die kirchliche Geschichte. Bei einem Besuch lässt sich ein Stück der schottischen Geschichte erahnen und danach lohnt es sich die Stufen neben dem Castle herunterzuklettern, um an den Strandfelsen zu flanieren. Ebenfalls der Strand selber bietet sich für eine Pause an, wobei Sportler das Angebot zum Kiten oder Surfen interessieren wird.

Foto: Rheinischer Spiegel

Geschichtlich geht es dann weiter in der Parish Church of the Holy Trinity, die 1112 erbaut wurde und im 15. Jahrhundert ihren Standort wechseln musste, im St. Andrews Museum (Kinburn Park) oder im Preservation Trust Museum.

Dabei sei aber nicht die Universität von St. Andrews vergessen. Sie ist die älteste Universität in Schottland, wurde 1410 unter anderem von Richard Cornwall und Lawrence of Lindores gegründet. Schon ein Jahr später gelang es Bischof Wardlaw einige herausragende Professoren für diese Universität zu gewinnen. 1413 bestätigte der Papst die Universität offiziell, in deren Hallen sich sogar das schottische Parlament vereinzelt zu Sitzungen traf. (cs)


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