Skater zeigten ihr Können bei der 28. Viersener Stadtmeisterschaft

Jubel, Beats und der unverkennbare Klang rollender Skateboardrollen: Die 28. Viersener Skateboard-Stadtmeisterschaft hat am Sonntag die Skate-Plaza am Hohen Busch in ein Festival der urbanen Jugendkultur verwandelt.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Viersen – Skaterinnen und Skater aller Alters- und Leistungsklassen kamen gestern auf der Wiese vor dem Hohen Busch zusammen, um die besten Tricks, höchste Airtime und das kreativste Streetskating zu zeigen – angefeuert von einem begeisterten Publikum, das die sonnige Spätsommerstimmung genoss.

Foto: Rheinischer Spiegel

Schon am Vormittag füllte sich der 730 Quadratmeter große Betonpark mit Leben. Kinder in den Beginner-Kategorien rollten nervös, aber voller Euphorie über die ersten Curbs, während erfahrene Rider in den „Pro-Heats“ mit halsbrecherischen Grinds, Flips und Transfers für offene Münder sorgten. Wer dachte, Skateboarding sei nur für die Jugend, wurde eines Besseren belehrt: Auch die älteren Starter bewiesen, dass Leidenschaft und Kreativität nicht vom Geburtsjahr abhängen.

Die besondere Atmosphäre machte wieder einmal deutlich, warum die Stadtmeisterschaft weit mehr ist als ein Wettkampf. Zwischen den Runs lachten Kinder mit ihren Eltern, Neugierige probierten die ersten Tricks, während sich erfahrene Skater gegenseitig Tipps gaben. Am Rand der Plaza warteten frische Snacks und kühle Drinks vom Subway-Foodtruck, während die Beats von DJ Luca und die energiegeladenen Live-Acts von B-Tween (Elements of Style) den Tag in ein urbanes Kulturfest verwandelten.

Foto: Rheinischer Spiegel

„Die Viersener Stadtmeisterschaft zeigt jedes Jahr aufs Neue, wie lebendig und vielfältig diese Szene ist“, schwärmte ein Vater, der seine Tochter anfeuerte. „Hier geht es nicht nur ums Gewinnen, sondern darum gemeinsam Spaß zu haben, sich auszuprobieren und voneinander zu lernen.“

Am späten Nachmittag erreichte die Meisterschaft ihren Höhepunkt. In den Finalrunden der Pros peitschten die Zuschauer die Rider zu Höchstleistungen. Mit technisch perfekten Flips, kreativen Lines und spektakulären Airs zeigten die besten Skaterinnen und Skater, was die Viersener Szene zu bieten hat. Am Ende wurden die Top Fünf jeder Kategorie mit prall gefüllten Stuff-Bags, Sachpreisen und verdientem Applaus belohnt.

Für viele der Teilnehmenden war jedoch nicht der Platz auf dem Podium entscheidend, sondern das Gefühl Teil einer Gemeinschaft zu sein. „Das hier ist wie Familie“, sagte ein Starter. „Man pusht sich gegenseitig, feiert die Tricks der anderen – das ist genau das, was Skateboarding ausmacht.“

Foto: Rheinischer Spiegel

Seit fast drei Jahrzehnten ist die Stadtmeisterschaft ein Fixpunkt im Viersener Veranstaltungskalender. Was klein begann, ist heute ein fester Bestandteil der Jugendkultur geworden – Skateboarden als Sport, Lifestyle und Ausdruck von Kreativität. Die Wurzeln des Skateboardings reichen übrigens bis in die 1950er-Jahre zurück, als kalifornische Surfer kleine Bretter mit Rollen bestückten, um das Gefühl des Wellenreitens auf die Straße zu holen. Aus diesen improvisierten „Asphaltsurfern“ entwickelte sich rasch eine eigene Sportkultur. Spätestens in den 1970er-Jahren, als Polyurethan-Rollen für Geschwindigkeit und Grip sorgten und leere Swimmingpools zu spektakulären Fahrarenen wurden, begann der Siegeszug des Skateboardings rund um den Globus. Auch in Deutschland fand die Szene schnell Anhänger – München wurde damals zur Hochburg. Heute gehört Skateboarding nicht nur fest zum Stadtbild, sondern ist sogar olympische Disziplin. Die Viersener Stadtmeisterschaft knüpft an diese Geschichte an und zeigt, wie lebendig die Kultur auf lokaler Ebene weitergetragen wird.

Wer selbst Lust bekommen hat, auf das Board zu steigen, kann sich über die kostenfreien Skate-Kurse von Young Sports Viersen informieren (Kontakt: jugendarbeit@viersen.de). Denn eines wurde am Sonntag deutlich: Die Skate-Plaza am Hohen Busch ist nicht nur ein Betonpark, sondern ein lebendiger Treffpunkt für eine ganze Generation. (cs)