Volkstrauertag in Süchteln: Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden

Mit einer bewegenden Zeremonie erinnerte die Ortsgruppe Süchteln des Sozialverbandes VdK am Volkstrauertag auf dem Süchtelner Waldfriedhof an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft, Terror und Vertreibung aller Nationen.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen-Süchteln – Die Klänge der Dudelsäcke und Trommeln hallten über den sonst still liegenden Süchtelner Waldfriedhof am vergangenen Wochenende. Gespielt von den 2009 gegründeten White Hackle Pipes and Drums e.V. begleiteten sie erneut das Gedenken zum Volkstrauertag, zu dem die Süchtelner Ortsgruppe des Sozialverbandes VdK eingeladen hatte. Ein Besinnen auf die Vergangenheit, an dem Verbände, Schützen, Freiwillige Feuer- und Bundeswehr sowie zahlreiche Privatleute und Britische Streitkräfte teilnahmen, für die die Musiker Ottmar Nagel und Friedrich Stahl während der Kranzniederlegungszeremonie bewegend aufspielten.

„Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.
Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren.“

Foto: VdK-Ortsverband Süchteln

Viele hatten zu diesem wichtigen Ereignis ihre Uniformen entstaubt und auf Hochglanz gebracht, wird der wichtige Tag der Erinnerung doch bereits seit 1952 in Deutschland als staatlicher Gedenktag zwei Sonntage vor dem ersten Advent begangen. Zu den „Stillen Tagen“ gehörend wird mit ihm an die Kriegstoten und die Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen erinnert. Der Volkstrauertag ist darüber hinaus zu einem Tag der Mahnung zu Versöhnung, Verständigung sowie Frieden geworden und hat auch viele Jahrzehnte nach Ende des Zeiten Weltkrieges nicht an Bedeutung verloren.

Auch heute noch erreichen jährlich rund 20.000 Anfragen zu Toten aus den Weltkriegen den Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge. Im Auftrag der Bundesregierung betreut dieser die Informationen zu den Gräbern deutscher Kriegstoter in Deutschland und im Ausland. Hierzu zählen die gut 333.000 Kriegsgräber an 2.130 Kriegsgräberstätten alleine in NRW, auf denen nicht nur deutsche, sondern ebenfalls zahlreiche ausländische Soldaten zur letzten Ruhe gebettet wurden. (nb)

„Ich hatt einen Kameraden, einen bessern find’st du nit.
Die Trommel schlug zum Streite, er ging an meiner Seite, in gleichem Schritt und Tritt.
Eine Kugel kam geflogen, gilt’s mir oder gilt es dir?
Ihn hat es weggerissen, er liegt mir vor den Füßen, als wär’s ein Stück von mir.
Will mir die Hand noch reichen, derweil ich eben lad.
Kann dir die Hand nicht geben, bleib du im ew’gen Leben – Mein guter Kamerad!“
„Der gute Kamerad“ von Ludwig Uhland (1809)

Foto: VdK-Ortsverband Süchteln